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Britisches „Don’t Say Gay“ Sir Ian McKellen fürchtet LGBTI*-feindliche Gesetze

Von co - 22.09.2023 - 17:00 Uhr
Sir Ian McKellen fürchtet LGBTI*-feindliche Gesetze
Foto: IMAGO / Avalon.red
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Letztes Jahr verabschiedete Kalifornien das sogenannte „Don’t Say Gay“-Gesetz, das es schulischen Einrichtungen verbietet, Kinder über nicht-heterosexuelle Identitäten aufzuklären oder sie auch nur zu erwähnen. Immer mehr konservativ geführte US-Staaten erwägen seither ähnliche Gesetze. Jetzt fürchtet der offen schwule englische Schauspieler Sir Ian McKellen (83, „Der Herr der Ringe“, „X-Men“), dass Großbritannien nachziehen könnte.

Über Sektion 28

Bereits im Jahr 1988 verabschiedete Großbritannien unter der konservativen Premierministerin Margaret Thatcher die „Sektion 28“. Diese verbot Behörden und Schulen die „Förderung von Homosexualität“. In Schottland wurde Das Gesetz im Jahr 2000 aufgehoben, in England und Wales erst 2003. Für McKellen war die Verabschiedung des Gesetzes damals der Hauptgrund dafür, sich zu outen. Seither engagiert sich der Tony- und Golden-Globe-Gewinner weltweit für die Rechte der LGBTI*-Community.

Baldige Auflagen?

In einem Interview mit dem britischen LGBTI*-Magazin Attitude sprach McKellen nun über eine mögliche Rückkehr von Sektion 28. „Hättet ihr mich das vor sechs Stunden gefragt, hätte ich gesagt: Nein, ich fürchte mich nicht davor[, dass dieses Gesetz zurückkommt]“, so der Schauspieler. Allerdings habe er seither mit Michael Cashman von der Labour Party gesprochen, der ihm eröffnete: Es könnte bald Einschränkungen geben bei der Behandlung des Themas „Geschlecht“ in Schulen. Das ziele darauf ab, trans* Personen zu benachteiligen.

Gegen trans* Personen

Es ist unklar, wo Großbritanniens neuer Premierminister Rishi Sunak bei der Frage um LGBTI*-Rechte steht. Bisher war es so, dass die Konservativen wichtige LGBTI*-Fortschritte mitgetragen haben. Einige politisch Aktive haben jedoch Zweifel daran, dass Sunak diesen Trend fortsetzen wird. 

Unter dem neuen Premierminister erwägt die Regierung beispielsweise eine neue Richtlinie, die Schulpersonal dazu zwingen würde, trans* und nicht-binäre Kinder bei ihren Eltern zu outen. Sunak sagte zuletzt, dass er diesen Plan vermutlich fallenlassen würde. Eine endgültige Entscheidung dazu gab es jedoch noch nicht. Kritische Stimmen ermahnten dazu, dass eine solche Leitlinie gegen das britische Gleichstellungsgesetz von 2010 verstieße, das auch LGBTI*-Personen vor Diskriminierung schützt.

McKellen über Schulsituation

„Wenn sie glauben, dass sie mehr Stimmen bekommen, wenn sie das durchziehen, dann haben sie sich geirrt“, so McKellen über die umstrittene Richtlinie. „Ich hoffe, dass es jetzt zu spät ist. Und dass sich die Schulen an das Gesetz halten. Sie dürfen nicht aufgrund der Sexualität diskriminieren. So lautet das Gesetz.“ Allerdings gab der Schauspieler auch zu bedenken: „Ich vermute allerdings, dass sie das [Gleichstellungs-]Gesetz abändern könnten. Und das wäre furchtbar.“

In den letzten Jahren besuchte McKellen zahlreiche Schulen und hat nur Positives zu berichten, was die Akzeptanz von LGBTI*-Personen angeht. Er glaubt, dass die Regierung es schwer haben werde, die Dinge in der heutigen Zeit wieder zum Schlechteren zu verändern. Er ist sogar überzeugt davon, dass die Menschen dann  auf die Straße gehen und zur Revolution aufrufen würden.

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