Wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt Khan soll sich an alkoholisierten 15-jährigen Teenager vergangen haben
Der Southwark Crown Court hat nun den 48-jährigen Imran Ahmad Khan schuldig gesprochen, im Jahr 2008 einen damals 15-jährigen Jungen mit Alkohol gefügig gemacht und sich anschließend sexuell an ihm vergangen zu haben. Der Politiker gehört der Conservative Party an (umgangssprachlich Tories), die mit Boris Johnson auch den Premierminister des Landes stellt. Der Fall Imran Ahmad Khan stellt auch deswegen eine Besonderheit da, weil der konservative Politiker 2019 zum ersten schwulen muslimischen Parlamentsabgeordneten Großbritanniens ernannt worden war.
Während des damaligen Wahlkampfes hatte er auch Gelder der ´LGBT+ Conservatives Candidates' in Anspruch genommen, später allerdings bestritten, dass er schwul sei. Erst im Gerichtssaal hatte Khan nun unmissverständlich erklärt, homosexuell zu sein. Im aktuellen Fall wurde ihm vorgeworfen, vor 14 Jahren einen minderjährigen Jungen in seinem Haus in Staffordshire sexuell missbraucht zu haben. Dabei soll der heute 48-jährige Politiker den Teenager gezwungen haben, Alkohol zu trinken, zog ihn anschließend die Treppe ins Schlafzimmer hinauf und forderte den Jugendlichen auf, mit ihm zusammen Pornos anzusehen. Im weiteren Verlauf soll Khan die Füße und Beine des Jungen massiert haben, wobei seine Hände immer weiter zu den Genitalien hinaufwanderten. Später am Abend soll der Teenager dann auch die Polizei gerufen haben, so die BBC, doch die Beamten verfolgten den Fall scheinbar nicht weiter.
Nachdem bekanntgeworden war, dass Imran Ahmad Khan 2019 bei den Parlamentswahlen antreten werde, informierte der Jugendliche dann damals die Conservative Party über den Sachverhalt. Gegenüber der Polizei erklärte er zudem später, dass ihn der sexuelle Übergriff "verängstigt, verletzlich, betäubt, schockiert und überrascht" zurückgelassen habe. Im Laufe des Prozesses wurden weitere Zeugen gehört, darunter auch ein junger Mann, der erklärte, dass Khan ihn bereits 2010 auf einer Party in Pakistan vergewaltigt haben soll. Khan selbst bestritt während der Verhandlung alle Vorwürfe und beteuerte, er habe den Teenager nur versehentlich am Ellbogen berührt. Die Geschworenen kamen zu einem anderen Schluss – nach fünfstündigen Beratungen befanden sie den Angeklagten für schuldig. Das Strafmaß wird der vorsitzende Richter Baker zu einem späteren Zeitpunkt fällen – Khan droht eine Gefängnisstrafe von 12 Monaten oder mehr.
Imran Ahmad Khan wurde inzwischen auch von der Konservativen Partei suspendiert. Die Labour-Partei forderte dagegen seinen sofortigen Rücktritt, auch deswegen, damit zügig Nachwahlen stattfinden könnten.