Wahlen in Polen LGBTI*-freundlicher Kanditat
Seit 2015 regiert die rechtspopulistische Partei Recht und Gerechtigkeit in Polen (PiS). Seither hat sich die Landespolitik stark verändert: Vor allem die Stimmung gegen LGBTI* und Flüchtlinge, aber auch gegen die EU wird dank der extremen Rhetorik immer schlechter. LGBTI*-Feindlichkeiten waren bei den letzten Parlamentswahlen das Mittel der Wahl. Im Zuge dessen erklärten sich mehr als 100 Gemeinden zur LGBTI*-freien Zone.
Am 28. Juni wird in Polen erneut gewählt. Eigentlich sollten die Wahlen Anfang Mai stattfinden, doch auch hier verschob Corona alles etwas nach hinten. Für die Neuwahlen galt der amtierende Staatschef Andrzej Duda schon als sicher: Zuletzt hatte die ursprüngliche Gegenkandidatin der Bürgerplattform KO, Malgorzata Kidawa-Blonska, bei Umfragen haushoch verloren. Daraufhin zog die Bürgerplattform ihre Kandidatur zurück, um stattdessen mit Warschaus LGBTI*-freundlichem Bürgermeister Rafał Trzaskowksi anzutreten. Bei den ersten Umfragen fiel der amtierende Präsident zum ersten Mal unter 40 Prozent – damit werden die beiden laut Deutschlandfunk schon beim ersten Wahlgang gleichauf liegen.