Verzweiflung und Kampfesmut Mehr als 330 Anti-LGBTI*-Gesetze in letzten 2 Jahren
Einmal mehr zeigt sich diese Woche, dass die trans-Community in Amerika unter massivem Druck steht. Während in Idaho eines der schärfsten Anti-Trans-Gesetze des Landes tatsächlich wie befürchtet das Repräsentantenhaus des Bundesstaates mit deutlicher Mehrheit passiert hat, demonstrieren trans-Aktivisten in Arkansas lautstark und mutig gegen den Trend an, das Leben von trans-Menschen öffentlich immer mehr zu verbannen.
Dabei spannt sich tatsächlich ein Bogen zwischen Arkansas und Idaho – während der eine Bundestaat als einer der ersten bereits im vergangenen Jahr ein Anti-Trans-Gesetz umgesetzt hat, verabschiedete Idaho nun ein solches Manifest, das in puncto Strafbarkeit und Rechtsstaatlichkeit einen bisher ungeahnten Tiefpunkt setzt. Das Repräsentantenhaus verabschiedete mit 55 zu 13 Stimmen einen Gesetzentwurf, der Eltern von trans-Jugendlichen lebenslang ins Gefängnis bringt, wenn sie ihren Kindern eine geschlechtsangleichende Behandlung ermöglichen. Auch Pubertätsblocker oder Hormontherapien stünden dann unter Strafe – für Eltern ebenso wie für Ärzte.
Es wird noch perfider: Bringen Eltern ihre trans-Kinder in einen anderen Bundesstaat, um eine solche Behandlung zu ermöglichen, droht ihnen künftig nebst der lebenslangen Haftstrafe auch der dauerhafte Entzug der eigenen Kinder. Das Gesetz sieht ferner vor, dass das Hormon Testosteron künftig nur noch an Menschen verabreicht werden darf, die als Männer geboren wurden. Der Gesetzentwurf wurde nun in den Senat weitergereicht – es steht zu befürchten, dass sich auch hier eine Mehrheit der Mitglieder dafür entscheidet.
Diese Schritte wurden in Arkansas schon gemacht, wo nebst der geschlechtsangleichenden Behandlung auch der Schulsport für trans-Jugendliche verboten ist. Ein Bundesrichter hat inzwischen das Gesetz zwar vorübergehend blockiert, von langer Dauer dürfte diese Blockade aber wahrscheinlich nicht sein, zudem die meisten Kliniken sich bereits weigern, weiter Behandlungen für trans-Jugendliche überhaupt anzubieten. Im Rahmen der Northwest Arkansas Fashion Week liefen im wahrsten Wortsinne dagegen nun dreizehn trans-Models Sturm, um damit ein „Vehikel des Wandels“ zu sein.
Gegenüber NBC News sagte die trans-Aktivistin Lisa Stuart: "Wir wollen wirklich das Bewusstsein und die Sichtbarkeit fördern und klarstellen, dass transsexuelle Menschen ein Teil der Gemeinschaft sind, dass wir überall sind und dass wir in jedem Aspekt der Gesellschaft, in jedem Hobby, in jedem Beruf vorkommen. Je mehr Menschen verstehen, was Transsexualität wirklich ist, desto leichter werden sie auch die Probleme mit diesen Gesetzen erkennen.“
Nach Auswertung der gemeinnützigen Gruppe Freedom for All Americans wurden in den USA binnen der letzten zwei Jahre von Republikanern mehr als 330 Anti-LGBTI*-Gesetze eingebracht, wobei sich ein Großteil davon explizit gegen trans-Menschen richtet.