„Verurteilt sie nicht“ Papst Franziskus setzt sich für LGBTI*-Kinder ein
Letzte Woche rief Papst Franziskus (85) während einer General-Audienz Eltern dazu auf, ihre homosexuellen Kinder nicht zu verurteilen: „Ich denke an die Eltern, die Probleme mit ihren Kindern haben: Kinder, die krank sind, die unheilbare Krankheiten haben. Was für ein Schmerz ist das für die Eltern!“ Manche erlebten auch, dass ihre Kinder eine andere sexuelle Orientierung hätten und fragen sich, wie sie damit umgehen sollte. Hier solle man laut dem Papst keine verurteilende Haltung einnehmen. Für die katholische Kirche ist eine solche Haltung geradezu revolutionär.
Franziskus für Partnerschaftsgesetz
Franziskus scheint generell offener für LGBTI*-Belange zu sein als seine Vorgänger. Im Dokumentarfilm „Francesco“ von 2020 sagt er zum Beispiel: „Homosexuelle Menschen haben das Recht darauf, in einer Familie zu sein. Sie sind Kinder Gottes“ (SCHWULISSIMO berichtete). Er plädierte damit für ein Partnerschaftsgesetz, das homosexuelle Partnerschaften rechtlich anerkennt und die Beteiligten rechtlich absichert.
Massen-Outing
Im ARD-Film „Wie Gott uns schuf“ outeten sich 125 hochrangige katholische Kirchenangestellte und Lehrpersonen. Gegründet wurde die Initiative „OutInChurch – für eine Kirche ohne Angst“ von Jens Ehebrecht-Zumsande (50) vom Erzbistum Hamburg. Seit der Aktion diskutieren Deutschland und weite Teile der katholischen Welt laut der Bild über neue Reformen des kirchlichen Arbeits- und Familienrechts: Keine Person sollte um ihre Existenzgrundlage fürchten müssen, nur weil die homosexuell ist.