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US-Pastor in der Kritik

US-Pastor in der Kritik Frauen als Lehrkräfte machen Schüler schwul, so die These

ms - 15.06.2026 - 15:45 Uhr
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US-Pastor Joel Webbon hat mit Aussagen über Homosexualität und Geschlechterrollen für viel Empörung in den USA gesorgt. In einem Livestream des Formats „Right Response“ vertrat der christlich-nationalistische Prediger in diesen Tagen mehrere umstrittene Thesen über die Entstehung von Homosexualität und äußerte sich abwertend über LGBTIQ+-Menschen. Eine Kernaussage dabei: Lehrerinnen machen Jungs schwul. 

Das Wichtigste im Überblick

  • US-Pastor Joel Webbon hat in einem Livestream behauptet, Lehrerinnen würden Jungen homosexuell machen.
  • Zudem stellte er die Behauptung auf, sexueller Missbrauch in der Kindheit führe zu Homosexualität.
  • Wissenschaftliche Belege für diese Aussagen wurden nicht vorgelegt.
  • Webbon gilt als Vertreter des christlich-nationalistischen Spektrums in den USA und ist für provokante Aussagen bekannt.

Lehrerinnen sind das Problem 

Während der Sendung behauptete Webbon unter anderem, Lehrerinnen an öffentlichen Schulen würden Jungen homosexuell machen. Zugleich vertraten er und seine Mitmoderatoren die Ansicht, sexueller Missbrauch in der Kindheit könne auch dazu führen, dass Jungen homosexuell würden. Homosexualität wurde dabei als Folge von Umweltfaktoren und traumatischen Erfahrungen dargestellt. Belege für diese Behauptungen wurden in der Sendung nicht präsentiert.

An die Zuschauer gerichtet sagte Webbon: „Seid nicht homosexuell... Es gibt spirituelle Homosexualität und es gibt tatsächliche Homosexualität... und ihr solltet beides vermeiden... Ihr werdet das Reich Gottes nicht erben, wenn ihr tatsächliche Sodomiten seid, das ist wahr, aber auch dann nicht, wenn ihr verweichlicht seid.“ Ausgangspunkt der Diskussion war eine Auslegung der Bibelstelle 1. Korinther 6,9–11. Die Moderatoren argumentierten dabei, dass ihrer Ansicht nach „verweiblichte“ Männer das „Himmelreich nicht erben“ würden.

Frauen sind Götzen, Männer werden kastriert 

Ein weiterer Teilnehmer der Sendung behauptete zudem, homosexuelle Männer hätten eine um „30 Jahre“ geringere Lebenserwartung als heterosexuelle Männer. Für diese Aussage wurden während der Übertragung natürlich auch keine Nachweise vorgelegt. Im weiteren Verlauf machten die Beteiligten nach eigenen Angaben eine „vollständige Akzeptanz des Feminismus“ für gesellschaftliche Entwicklungen verantwortlich, die sie kritisch bewerten. Einer der Mitmoderatoren erklärte: „Wir schmeicheln Frauen dadurch, dass wir sie erhöhen, wertschätzen und in eine überlegene Position bringen. Weil wir Frauen verehren und zu Götzen machen, müssen wir Männer kastrieren.“

Webbon selbst beschrieb einen verweichlichten Mann als „einen schlechten Mann“. Wörtlich sagte er: „Ein Mann, der körperlich weich ist, sich weich kleidet, weich spricht, unentschlossen ist... dann spricht man nicht mehr nur von einem verweichlichten Mann, sondern von einem schlechten Mann, er ist ein schlechter Mann.“ Anschließend verwendete der Pastor eine homophobe Beleidigung, um Verhaltensweisen zu beschreiben, die er mit homosexuellen Männern verbindet. Dabei sagte er: „Dieser Mann ... er ist ein spiritueller Schwuler, und das ist ein Hinweis darauf, wer er tatsächlich im Inneren ist.“

Webbon zählt zu den bekanntesten christlich-nationalistischen Online-Kommentatoren in den USA. Er ist Teil eines Netzwerks konservativer Medienakteure, die gesellschaftspolitische Debatten häufig im Rahmen sogenannter Kulturkämpfe führen. Dabei verbindet er religiöse Argumentationen regelmäßig mit politischen Positionen. In der Vergangenheit sorgte der Pastor bereits mehrfach mit provokanten Aussagen für Aufmerksamkeit. Unter anderem vertrat er die These, Marihuana mache Männer „spirituell homosexuell“. Kritiker werfen Webbon vor, mit seinen Äußerungen Vorurteile gegenüber LGBTIQ+-Menschen zu fördern und gesellschaftliche Spannungen zu verschärfen. Unterstützer sehen in ihm hingegen einen Vertreter konservativ-christlicher Werte. Seine Aussagen verbreiten sich regelmäßig über soziale Medien und erzielen dort hohe Reichweiten.

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