Universität vertuscht Sexskandal Uni in Südkalifornien zahlt und lässt alle Kläger schweigen
"Der heutige Vergleich ist ein weiterer Schritt in Richtung Abschluss für unsere Klienten, die endlich ein Gefühl der Anerkennung und Bestätigung dafür verspüren, dass sie ihre Meinung gesagt haben" – so die leitende Rechtsanwältin Mikayla Kellogg, die für die meisten der insgesamt 80 ehemaligen Studenten der Universität von Südkalifornien (USC) Klage eingereicht hatte. Ob der Vergleich tatsächlich einen würdigen Abschluss für die 80 Männer sein wird, bleibt offen – Details zum Vergleich inklusiver möglicher Zahlungen sind unter Verschluss. Der beschuldigte Arzt Dennis Kelly sowie auch die Universität bestreiten weiterhin die Vorfälle. Kelly wurde 2018 von der USC entlassen und gab 2020 seine ärztliche Zulassung ab, allerdings, wie er betonte, aus rein gesundheitlichen Gründen und nicht als Teil eines Schuldeingeständnisses.
Was war passiert? Über zwei Jahrzehnte lang soll der Universitätsarzt mindestens 80 junge Männer, darunter 76 Schwule, bei medizinischen Untersuchungen sexuell missbraucht haben. Die ehemaligen Studenten, die meist entweder im späten Teenageralter oder Anfang zwanzig waren, sagten aus, dass Kelly "ihre Genitalien streichelte“ oder sie dazu gebracht haben soll, „für rektale Untersuchungen nackt auf dem Untersuchungstisch zu knien". Dabei soll Kelly unangemessene Fragen gestellt haben wie: "Wie oft lässt du deinen Partner in dich abspritzen?"
Die Anwältin der Studenten besteht darauf, dass der jetzige Vergleich auch einen wichtigen Punkt markiere, um die USC "für ihr Versagen beim Schutz" der Studenten vor Dr. Dennis Kelly zur Rechenschaft zu ziehen. In der gemeinsamen Erklärung klingt das dann so: "Die USC, Dr. Dennis Kelly und alle Kläger haben einen umfassenden Vergleich über die Vorwürfe des Fehlverhaltens der Kläger geschlossen. Sowohl die USC als auch Dr. Kelly bestreiten die Vorwürfe. Alle Parteien haben vereinbart, dass die Einzelheiten des Vergleichs vertraulich bleiben. Die Parteien hoffen, dass diese gütliche Einigung den Klägern einen Abschluss bringen wird."
Der Missbrauch soll kurz nach der Einstellung des Arztes im Jahr 1997 begonnen und sich fast über seine gesamte Karriere auf dem Campus in Los Angeles erstreckt haben. Während der gesamten Dauer des jahrelangen Arbeitsverhältnisses sollen sich immer wieder Studenten bei der Universitätsleitung über das Verhalten des Uni-Arztes beschwert haben. Die Universität erlaubte Kelly trotzdem auch weiterhin, Studenten medizinisch zu untersuchen.