Direkt zum Inhalt
Homosexuelle werden immer mehr diskriminiert
ANZEIGE

UN übt scharfe Kritik an China Die chinesische Regierung ignoriert Forderungen für die LGBTI*-Community

ms - 28.07.2022 - 11:30 Uhr
Loading audio player...

Der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen (UN) hat jetzt offiziell China gerügt und scharf kritisiert, weil das Land die Menschenrechte in Hongkong nicht ausreichend schützen würde – insbesondere werde zudem auch nicht genug getan, um die Situation von LGBTI*-Menschen zu schützen, zu verbessern und diese vor Diskriminierung zu bewahren. Vor der Übergabe der einstigen britischen Kronkolonie vor 25 Jahren war Hongkong in vielfacher Hinsicht eine deutlich demokratischere Region als China selbst – seit der Machtübernahme von China hat sich die Situation gerade auch für LGBTI*-Menschen von Jahr zu Jahr massiv verschlechtert.  

China-Expertin Ruth Kirchner fasste in der Tagesschau die aktuelle Situation so zusammen: „Fortschritt? Demokratie? Ein Land, zwei Systeme? Wie so oft in China werden Begriffe verdreht und umgedeutet. Denn die Hongkonger Demokratiebewegung ist längst weggesperrt oder ins Exil getrieben worden. Die Presse- und Meinungsfreiheit hat die Pekinger Führung eingeschränkt, Hongkongs einst so lebendige Zivilgesellschaft eingeschüchtert und mundtot gemacht. Das Wahlrecht hat Peking einfach geändert, damit Hongkong nur noch von ´Patrioten´, wie es heißt, regiert werden kann. Lehrpläne wurden geändert, Lehrbücher umgeschrieben. Von der weitgehenden Autonomie, die den Menschen in Hongkong vor 25 Jahren unter der Formel ´Ein Land, zwei Systeme´ versprochen wurde, ist nicht mehr viel übrig.“

Hinzu kommt, so die UN, dass das im Jahr 2020 eingeführte nationale Sicherheitsgesetz komplett willkürlich angewendet werden würde – bisher wurden aufgrund des Gesetzes mehr als 200 Menschen festgenommen, darunter nach inoffiziellen Angaben auch LGBTI*-Aktivisten. Der Vorwurf ist dabei stets gleich: Die Festgenommenen seien eine Bedrohung für die nationale Sicherheit. Wie eine solche Bedrohung konkret aussehen könnte oder definiert wird, wird nicht weiter erklärt. Mit welcher Gleichgültigkeit China auch die jüngste Kritik der UN aufnehmen wird, zeigt das bisherige Verhalten in der Causa Hongkong eindrücklich: In dem UN-Pakt beraten 18 unabhängige Experten über die Einhaltung von bürgerlichen und politischen Rechten sowie der freien Meinungsäußerung und dem Recht auf friedliche Versammlungen wie beispielsweise auch Pride-Paraden. 170 Staaten haben diesen Pakt unterzeichnet, China selbst hat ihn noch nicht final ratifiziert, sehr wohl aber das damalige Hongkong, als dies noch eine Kronkolonie war. Bei der Übergabe von Großbritannien an China hatte die chinesische Regierung versprochen, dass der Pakt auch weiterhin in Hongkong Gültigkeit habe – aus heutiger Sicht schlicht eine Lüge. Für die LGBTI*-Community, die früher oftmals in das liberalere Hongkong geflüchtet ist, verschlimmert sich dabei zusehends auch hier die Lebensrealität.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

CSD Berlin abgebrochen

Auto rast in Menschenmenge

Der CSD in Berlin wurde am Samstagabend gegen 22 Uhr abgebrochen. Nach ersten Informationen ist ein Auto in eine Menschenmenge gerast.
Der schwule Gentleman-Dieb

Gegenentwurf zu Sherlock Holmes

Der viktorianische Meisterdieb Raffles gilt als schwuler Gegenentwurf zu Sherlock Holmes und wurde von realen schwulen Persönlichkeiten inspiriert.
War Chopin schwul?

Neue Studie über den Komponisten

Eine neue Studie untersuchte Chopins Briefe an Männer und stellt traditionelle Erzählungen über sein Liebesleben infrage. War der Komponist schwul?
Templo zeigt Kraft und Kunst

Schwuler Pole-Star auf Welttour

Der costa-ricanische schwule Pole-Performer Templo bringt beim World Pride 2026 queere Kunst, Athletik und lateinamerikanische Kultur auf die Bühne.
Glamour trotz Hitze

Drag-Queens in der CSD-Sonne

Wenn die Temperaturen wieder Rekorde brechen, liefern sich Make-up, Mode und Sommerhitze bei CSDs einen Kampf, den meist nur der Humor gewinnt.
Team LGBTIQ+ in Glasgow

Commonwealth Games 2026

Bei den Commonwealth Games 2026 in Glasgow treten mehrere LGBTIQ+-Athleten an und setzen trotz kleinerem Teilnehmerfeld ein Zeichen für Vielfalt.
Ekelhafter Angriff in Kiew

Abgehackte Schweineköpfe

Ein Kiewer Schönheitssalon wurde wegen seiner LGBTIQ+-Unterstützung angegriffen: Mit Schweineköpfen sollten die Betreiber eingeschüchtert werden.
Niederlande sichert Förderung

Hilfe für queere Menschen weltweit

Die Niederlande verlängern die Förderung der COC-Arbeit und sichern damit die internationale Unterstützung für LGBTIQ+-Aktivisten in Krisenregionen.
Streit in britischer Community

Umfrage löst Diskussionen aus

Eine nicht repräsentative Umfrage unter Lesben, Schwulen und Bisexuellen sorgt derzeit für viel Kritik und Streit in Großbritannien.