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Trans-Ausschluss: Sportverbände ziehen nach

Trans-Ausschluss: Verbände ziehen nach Auch Weltfußball-Verband will Richtlinien für trans-Personen überarbeiten

ms - 22.06.2022 - 10:14 Uhr
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Nachdem am vergangenen Sonntag der Internationale Schwimmverband FINA mit großer Mehrheit beschlossen hatte, trans-Frauen von der Teilnahme an Elite-Wettkämpfen für Frauen auszuschließen, ziehen nun weitere Sportverbände nach. So erklärte jetzt auch die International Rugby League (IRL), trans-Athleten mit sofortiger Wirkung von internationalen Frauenwettbewerben auszuschließen. Dies betrifft unter anderem die Weltmeisterschaft im November in England. Weiter erklärte die IRL, derzeit an einer "umfassenden Inklusionspolitik" zu arbeiten und 2023 eine endgültige Linie festlegen zu wollen. Auch die FINA hatte in ihrem Statement angekündigt, trans-Athleten künftig in einer eigenen, offenen Kategorie antreten zu lassen – bei den regulären Frauenwettkämpfen können trans-Personen nur dann noch teilnehmen, wenn sie vor ihrem zwölften Lebensjahr "keine männliche Pubertät erlebt" beziehungsweise bereits ihre Transition komplett durchlaufen haben.

Aktuell kündigte nun auch der Leichtathletik-Weltverband an, dass die World Athletics ebenso dem Beispiel des internationalen Schwimmverbandes folgen will. Sebastian Coe, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes, erklärte in einem ersten Statement: "Wir haben immer geglaubt, dass die Biologie Vorrang vor der Genderidentität hat und wir werden unsere Vorschriften weiter in diesem Sinne überarbeiten. Wir werden der Wissenschaft folgen.“ Bisher müssen trans-Frauen bei den World Athletics bereits nachweisen, dass sie mindestens ein Jahr lang vor einem Wettkampf einen durchgehend niedrigen Testosteronspiegel hatten.

Zuletzt hat nun auch der Fußball-Weltverband FIFA angekündigt, an neuen Richtlinien zum Umgang mit trans-Menschen arbeiten zu werden: "Die FIFA überarbeitet derzeit ihr Reglement zur Geschlechtergerechtigkeit in Absprache mit Experten", so das kurze Statement eines FIFA-Sprechers gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die FIFA wolle sich dabei an die Vorschläge und Richtlinien zahlreicher Interessengruppen für Medizin, Recht, Wissenschaft, Sport und Menschenrechte halten. Ähnlich hatte zuvor auch der Schwimmverband agiert und sich ausgiebig zur aktuellen Lage beraten lassen. Seit 2021 können grundsätzlich alle Sportverbände eigenständig entscheiden, wie sie die Teilnahme an Wettkämpfen regeln. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte dazu klargestellt, dass es die Aufgabe jeder Sportart und ihres Dachverbandes sei, "zu bestimmen, inwiefern ein Athlet im Vergleich zu seinen Mitstreitern einen unverhältnismäßigen Vorteil hat - unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Natur der einzelnen Sportarten.“

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