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Tee trinken macht schwul
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Tee trinken macht schwul Tausende Männer diskutieren online über schwule Vorurteile

ms - 18.06.2026 - 16:00 Uhr
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Für viele Menschen war „schwul“ in ihrer Kindheit und Jugend ein Schimpfwort. Obwohl sich die gesellschaftliche Akzeptanz von homosexuellen Menschen in den vergangenen Jahren deutlich verbessert hat, halten sich manche Vorurteile bis heute. Das zeigt ein viel diskutierter Beitrag im Reddit-Forum „AskReddit“, in dem Nutzer von den absurdesten Dingen berichteten, die ihnen jemals als „unmännlich“ oder „schwul“ ausgelegt wurden.

Das Wichtigste im Überblick

  • Tausende Nutzer berichteten auf Reddit von Situationen, in denen sie wegen alltäglicher Verhaltensweisen als „schwul“ bezeichnet wurden.
  • Genannt wurden unter anderem Teetrinken, Regenschirme, Katzen, Backen, Zimmerpflanzen oder Hautpflege.
  • Viele der Beispiele beruhen auf veralteten Geschlechterbildern und homophoben Klischees.
  • Die Diskussion verdeutlicht, wie stark Vorstellungen von „richtiger“ Männlichkeit noch immer nachwirken.
  • Zahlreiche Nutzer reagierten auf die Zuschreibungen mit Ironie und Humor.

Reddit-Nutzer sammeln absurde Dinge

Ausgangspunkt war die Frage: „Was ist das Dümmste, von dem euch gesagt wurde, es sei ‚nicht männlich‘ oder – je nach Geschlecht – ‚nicht weiblich‘?“ Unter den fast 5.000 Antworten tauchte immer wieder dasselbe Muster auf: Männer schilderten Situationen, in denen sie wegen völlig alltäglicher Handlungen oder Vorlieben als schwul bezeichnet wurden. Besonders kurios erschien vielen Nutzern die Behauptung, Teetrinken sei „schwul“. Ein Kommentator berichtete, sein Ehemann habe genau das zu hören bekommen. „Mein Mann hat gesagt bekommen, Teetrinken sei schwul. Ich dachte nur: Ja klar, Tee macht schwul. Deshalb gibt es in China auch nur 1,5 Milliarden Menschen. Der Tee macht sie seit Tausenden von Jahren schwul und verhindert die Fortpflanzung.“

Regenschirme und Katzen

Auch ein Regenschirm wurde von einigen Menschen offenbar als unvereinbar mit Männlichkeit angesehen. „Früher wurde ich als schwul bezeichnet, weil ich einen Regenschirm hatte. Als wäre es schwul, nicht komplett durchnässt werden zu wollen“, schrieb ein Nutzer. Ein anderer berichtete von einem ähnlichen Vorurteil über Haustiere: „Ich besitze keine Katze. Aber ich habe Männer und Frauen getroffen, die glauben, Männer mit Katzen seien schwul.“ Manche Beispiele wirken besonders absurd. So schrieb ein Nutzer: „Mein Schwiegervater meinte, wenn ich im Restaurant einen Strohhalm benutze, bedeutet das, dass ich schwul bin.“ Ein anderer erinnerte sich an eine Begegnung in einem Nachtclub: „Ein betrunkener Typ auf der Toilette eines Nachtclubs sagte mir, Naseputzen sei schwul.“

Flip-Flops, gefaltete Wäsche, Wintermäntel

Auch Kleidungsstücke und Hausarbeit fanden ihren Weg in die Liste angeblich „unmännlicher“ Verhaltensweisen. „Offenbar ist es schwul, Flip-Flops zu tragen“, berichtete ein Nutzer. Ein anderer bekam zu hören: „Du faltest wirklich deine Kleidung? Das ist so schwul.“ Ein Nutzer schilderte, dass bereits das Tragen eines warmen Wintermantels als problematisch angesehen wurde. „Als Teenager galt es als schwul, im Winter einen Wintermantel zu tragen. Herbstjacken oder Hoodies waren okay, aber nichts Warmes oder Dickes.“ Auch Farben wurden bewertet. Ein Kommentator berichtete von seiner Kindheit in einem sehr strengen Elternhaus: „Die Farbe Rot ist schwul und deshalb schlecht.“ Die Erfahrung habe ihn so geprägt, dass er bis heute ungern rote Kleidung trage.

Gute Handschrift, Gesang und weiße Autos 

Ein weiterer Nutzer erinnerte sich daran, dass Mitschüler einen Jungen wegen seiner schönen Handschrift verspotteten. „Eine gute Handschrift als Mann. Ich erinnere mich an einen Jungen in meiner fünften Klasse, der sehr schön schrieb. Alle machten sich über ihn lustig und nannten ihn schwul.“ Ebenso ungewöhnlich erscheint die Vorstellung, Singen sei nicht männlich. Ein Nutzer schrieb: „Singen. Offenbar können Männer nicht singen, ohne schwul zu sein.“ Selbst persönliche Gewohnheiten blieben von solchen Zuschreibungen nicht verschont. „Wenn du als Mann auf dem Bauch schläfst, macht dich das offenbar schwul“, berichtete ein Nutzer. Ein anderer erinnerte sich an einen älteren Teamkollegen im Hockeyverein, der behauptete: „Ein weißes Auto zu fahren ist schwul.“

Armbanduhren, Joghurt und Zimmerpflanzen

Auch die Art, eine Uhr zu tragen, wurde von manchen Menschen bewertet. „Ich wurde als schwul bezeichnet, weil ich meine Uhr am rechten Handgelenk getragen habe“, schrieb ein Nutzer. Ein anderer erinnerte sich an seine Zeit in der Lehrerausbildung: „Fettarmen Joghurt zu essen.“ Ihm sei damals erklärt worden, dies lasse ihn wie einen schwulen Mann wirken. Zu den am häufigsten diskutierten Beispielen gehörten Hobbys und Interessen.

„Kekse backen. Offenbar darf ein Mann nur ein großes Stück Fleisch auf einem Grill zubereiten. Alles andere bedeutet entweder, dass man Koch ist oder schwul“, schrieb ein Nutzer. Ein weiterer berichtete von einer Bemerkung seiner Schwester: „Bist du sicher, dass du nicht schwul bist? Pflanzen sind etwas für Frauen und schwule Männer.“ Beeindruckt zeigte er sich davon allerdings nicht: „Meinen Pflanzen geht es gut und inzwischen habe ich sogar Sukkulenten für mich entdeckt.“ Auch Körperpflege war Thema der Diskussion. Ein Nutzer schrieb schlicht: „Hautpflege.“ Er ergänzte: „Gut für sein Alter auszusehen und keinen Hautkrebs zu bekommen, ist offenbar schwul.“ Die Vielzahl der Beiträge zeigt vor allem, wie hartnäckig traditionelle Vorstellungen von Männlichkeit in manchen Bereichen noch immer sind. Viele der genannten Beispiele basieren auf überholten Rollenbildern und homophoben Stereotypen. Gleichzeitig machte der Reddit-Thread deutlich, dass viele Betroffene heute mit Humor auf solche Aussagen reagieren – und damit zeigen, wie wenig Sinn hinter den oft erstaunlich kreativen Vorurteilen steckt.

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