Direkt zum Inhalt
Berliner SchwuZ muss schließen

Berliner SchwuZ muss schließen Trotz diverser Bemühungen war der Club nicht zu retten

ms - 24.10.2025 - 08:30 Uhr
Loading audio player...

Der Kult-Club der Berliner Community, das SchwuZ, muss schließen. Trotz mehrerer Rettungsversuche und einer Spendenkampagne in den letzten Monaten konnte das Ende des Clubs nun doch nicht mehr aufgehalten werden, wie das Führungsteam jetzt mitteilte. 

Kein Investor in Sicht 

In einem emotionalen Statement auf Facebook schrieben die Betreiber: „Diese Zeilen zu schreiben fällt uns unglaublich schwer. Leider müssen wir euch mitteilen, dass das SchwuZ schließen wird. Nach monatelangen Hoffnungen, intensiven Gesprächen und einem umfassenden Prozess mit potentiellen Investor*innen hat sich keine Partei gefunden, die das SchwuZ im jetzigen Zustand übernehmen und weiterführen möchte, oder die nötigen Mittel aufbringen kann. Wir haben alles versucht, doch am Ende hat es nicht gereicht.“

Rund fünf Jahrzehnte Community-Geschichte

Vor fast fünf Jahrzehnten öffnete das „Schwulenzentrum“ 1977 und war damals eine zentrale Anlaufstelle für die Schwulenbewegung in West-Berlin – zu einer Zeit, als Homosexuelle gesellschaftlich geächtet und durch den Paragrafen 175 sogar kriminalisiert wurden, wenige Jahre,  bevor die Aids-Epidemie die Welt veränderte. Jahre später wurde der Club immer mehr zum Treffpunkt der ganzen queeren Community. 

Ein letztes Mal öffnet der Club jetzt kommende Woche. „Lasst uns die letzten gemeinsamen Wochen nutzen, um noch einmal zusammenzukommen. Um zu tanzen, zu lachen, zu weinen und Erinnerungen zu teilen und all das zu feiern, was wir gemeinsam geschaffen haben. Unsere letzte Party findet am 1. November statt und wir möchten sie gemeinsam mit euch feiern, als das, was sie ist: Ein Abschied, aber auch ein großes Dankeschön. Ein Dankeschön an euch, die mit so viel Herzblut, Kreativität und Ausdauer dieses Abenteuer Namens SchwuZ seit 1977 möglich gemacht haben“, so das Team abschließend. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Brasilianer mutiger Vorreiter

Meilenstein für das Männer-Tennis

Beim diesjährigen Australian Open wird João Lucas Reis da Silva als erster offen schwuler Mann in den Qualirunden eines Grand-Slam-Turniers antreten.
Literaturfreiheit unter Druck

Zensurwelle schreitet vorran

In Utah sind 22 Bücher, darunter der bekannte Roman „Wicked“ von Gregory Maguire, aus allen öffentlichen Schulen entfernt worden.
Tod von Renee Nicole Good

Empörung zum Vorgehen der Behörden

Die Untersuchung des Todes von Renee Nicole Good, die von einem ICE-Beamten erschossen wurde, wird ausschließlich vom Bundeskriminalamt FBI geführt.
Ein Jahr Trump-Regierung

Erste Bilanz der LGBTIQ+-Community

Mehrere LGBTIQ+-Organisationen haben in den USA eine erste Bilanz nach einem Jahr Trump-Administration gezogen, dabei gibt es Licht und Schatten.
Opfer erstattet Anzeige

Mit Messer im Gesicht verletzt

Ein 19-jähriger Tänzer und Student, wurde zum Ziel einer schweren homofeindlichen Attacke in Genua, Italien.
Marvel Rivals und LGBTIQ+

Repräsentation der Community

Staffel 5 des kostenlosen Mobile-Games "Marvel Rivals" ist gestern online gegangen. Doch werden queere Charaktere inzwischen mehr eingebunden?
Homophobe Agenda in Ägypten

Diskriminierung und Online-Fallen

Outright International zieht ein bitteres Fazit über Ägypten: Angriffe, Repression, Diskriminierung und Online-Fallen im Bereich LGBTIQ+ nehmen zu.
Szenesterben in Österreich

Älteste Schwulenbar Wiens macht zu

Das Szenesterben ist in Deutschland wie auch in Österreich ein großes Problem. In Wien musste jetzt die älteste Schwulenbar der Stadt schließen.
Kardinal Timothy Radcliffe

Sexuelle Orientierung ist unwichtig

Der britische Kardinal Timothy Radcliffe erklärte, es gab bereits einen schwulen Papst. Homosexualität sei dabei gar nicht so wichtig, eher die Liebe.