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Strikter Kurs in Großbritannien
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Strikter Kurs in England Vergabe von Pubertätsblockern allumfassend gestoppt

ms - 26.02.2026 - 13:00 Uhr
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Trans* Jugendliche können über den britischen Gesundheitsdienst NHS keine neuen Verschreibungen für Pubertätsblocker erhalten. Grund ist die Aussetzung von aktuellen Studien in diesem Bereich, den PATHWAYS-Studien, die bisher noch die Vergabe an minderjährige Probanden gestattete. Für alle anderen queeren Jugendlichen gilt bereits seit 2024 ein Verbot von Pubertätsblockern. 

Vergabe komplett gestoppt 

Der Versuch von NHS England wurde letzte Woche gestoppt, nachdem die Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA) Bedenken zur Methodik geäußert hatte. Die vom King’s College London geleitete Studie im Umfang von zehn Millionen britischen Pfund, die die Auswirkungen von Pubertätsblockern auf trans* Jugendliche analysieren sollte, war nach der unbefristeten Verlängerung eines Verbots neuer Verschreibungen durch Gesundheitsminister Wes Streeting ins Leben gerufen worden.

In einem Schreiben von Mitte Februar empfahl die MHRA nun, den Versuch in einem ersten Schritt zu pausieren, um „potenzielle Änderungen“ zu diskutieren, darunter die Ausweitung der Ausschlusskriterien für Teilnehmer mit bestimmten gesundheitlichen Risiken. Der Versuch, der bisher noch der einzige Weg war, die Behandlung über den NHS zu erhalten, bleibt nun auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, bis die Gespräche zwischen MHRA und den Forschern abgeschlossen sind. 

Damit sind laut dem Department of Health and Social Care (DHSC) Pubertätsblocker für trans* Jugendliche im Land nun vollständig unzugänglich. Kinder mit Geschlechtsdysphorie könnten allerdings weiterhin über neue regionale Jugend-Gender-Dienste betreut werden, die eine „ganzheitliche Versorgung mit Schwerpunkt auf psychosozialer Unterstützung“ anbieten würden, so ein DHSC-Sprecher. 

Kritik aus der queeren Community 

Dr. Aidan Kelly, klinischer Psychologe und Direktor von Gender Plus, kritisierte die Entscheidung indes scharf. „Es wird immer wieder von der Sicherheit und dem Wohlbefinden junger Menschen gesprochen, aber so hat es sich nie angefühlt. Es wirkt zunehmend, als seien diese Maßnahmen von anderen Prioritäten oder Interessen motiviert.“ Er bezeichnete den Ansatz von NHS als „schlecht durchdacht“ und bekräftigte seine Einschätzung, dass die zuständigen Beamten damit der „Anti-Trans-Lobby“ nachgegeben hätten, wodurch trans* Jugendliche ohne notwendige Unterstützung zurückblieben. Die World Professional Association for Transgender Health (WPATH) äußerte zusammen mit ihren europäischen (EPATH) und US-amerikanischen (USPATH) Partnerorganisationen ähnliche Bedenken und befürchtet, dass damit generell klinische Standards für eine informierte Zustimmung verletzt werden könnten. 

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