Direkt zum Inhalt
Streit um X

Streit um X Trans-Verbände verlassen X, Forderungen an die Bundesregierung werden laut

ms - 11.10.2023 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Der Kurznachrichtendienst X, ehemals Twitter, ist seit der Übernahme durch Milliardär Elon Musk immer wieder in der Kritik – Musk selbst betont, dass es ihm bis heute ein Anliegen ist, die Redefreiheit zu stärken. Kritiker hingegen werfen ihm und der Plattform vor, vermehrt Hate Speech Vorschub zu leisten, gerade auch gegen die LGBTI*-Community.

Trans-Verbände verlassen X

Die beiden Trans-Verbände  „Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität“ (dgti) sowie der Bundesverband Trans* haben daraufhin Anfang des Monats bereits angekündigt, X zu verlassen. Die dgti beklagt dabei ein „insgesamt verschärftes Diskussionsklima“, ähnlich äußerte sich auch der Bundesverband.

Bundesregierung solle X nicht mehr nutzen

Nun meldete sich auch die bis heute umstrittene Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, zu Wort und fordert die Bundesregierung auf, nicht mehr über die Plattform X zu kommunizieren – und dass nur wenige Tage, nachdem Eigentümer Musk höchstpersönlich die Politik der Bundesregierung offen kritisiert hatte.

Zuletzt im August hatte eine Regierungssprecherin allerdings erklärt, dass man X nach wie vor für ein wichtiges Kommunikationsmedium halte und daher weiterhin mit diesem interagieren werde. Auch queer-politische Sprecher der meisten Parteien im Bundestag sowie einzelne Queer-Beauftragte der Bundesländer und auch der Queer-Beauftragte der Bundesregierung selbst, Sven Lehmann, nutzen bis heute X regelmäßig.

Musk kritisiert Ampel-Koalition

Musk hatte Anfang Oktober in mehreren Tweets die Flüchtlingspolitik in Deutschland offen kritisiert, explizit auch die finanzielle Unterstützung der Bundesregierung bei der Seenotrettung; zuvor hatte Italien bereits heftig Kritik am Verfahren geäußert, welches die italienische Souveränität verletze.

Nach einem schriftlichen Wechsel via X mit dem Auswärtigen Amt schrieb Musk: „Ich bezweifle, dass die Mehrheit der deutschen Öffentlichkeit dies befürwortet. Wer in der Regierung treibt diese verrückte Politik voran? Wenn eine Regierung in einer Demokratie gegen den Willen des Volkes handelt, sollte sie abgewählt werden.“ Grünen-Politiker warfen Musk daraufhin vor, er verbreite eine rechte „Verschwörungstheorie“.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Neue Statistik von Pornhub

Vorlieben schwuler Jungs online

Eine Auswertung zum Pride Monat 2026 zeigt, welche Kategorien und Suchbegriffe bei schwulen Pornoinhalten weltweit besonders gefragt waren.
"Patriarchat muss brennen"

Kritik an martialischer Sprache

Der Christopher Street Day (CSD) in Freiberg sorgt mit seinem Motto „Farbe bekennen – das Patriarchat muss brennen" für Aufsehen.
Dating-Masche in Indien

Festnahmen nach Erpressung

Ein Mann in Indien soll über eine Dating-App in eine Falle gelockt, misshandelt und anschließend erpresst worden sein.
Bittere Zahlen

WM und der Einsatz für LGBTIQ+

Eine neue Auswertung zeigt: Gerade einmal acht der fast 1.300 Fußballer bei der laufenden WM setzen sich aktiv für LGBTIQ+-Themen ein.
Klage gegen queeren US-Verband

US-Agenda schreitet weiter voran

Die US-Regierung verschärft ihren Kurs gegen Organisationen, die Standards für geschlechtsangleichende Behandlungen entwickeln.
Kasachstan sperrt Webseite

Vorgehen gegen queere Gruppe

Kasachstan hat im Rahmen des neuen Anti-Homosexuellen-Gesetzes eine erste Webseite mit LGBTIQ+-Themen gesperrt.
Erneute Kritik an FIFA

Sind die eigenen Regeln egal?

Der britische Menschenrechtsaktivist Peter Tatchell wirft der FIFA vor, ihre eigenen Antidiskriminierungsregeln nicht konsequent durchzusetzen.
Verbot für Deepfakes

EU votiert für neue KI-Regeln

Die EU verschärft den Kampf gegen missbräuchliche KI-Anwendungen. Die queere Community ist uneins bei der Frage, ob das gut oder schlecht ist.