Direkt zum Inhalt
Spionage von Grindr-Nutzern?
ANZEIGE

Spionage bei Grindr-Nutzern? Hat TikTok schwule Männer systematisch überwacht?

ms - 19.12.2025 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Die europäische Digitalrechtsorganisation NOYB wirft TikTok vor, internationales Datenschutzrecht verletzt zu haben, indem die Plattform offenbar Daten von Nutzern der Dating-App Grindr ausspionierte. Die in Österreich ansässige Organisation reichte jetzt Beschwerde bei der nationalen Datenschutzbehörde ein. Neben TikTok stehen auch Grindr und das Marketingunternehmen Apps-Flyer im Fokus. NOYB wirft den Unternehmen vor, durch das Tracking von Aktivitäten zwischen Apps gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verstoßen zu haben.

Wurden 14 Millionen Schwulen ausspioniert?

Nach Angaben von NOYB soll das in China ansässige Unternehmen TikTok auf sensible Informationen aus anderen Apps zugegriffen haben, darunter Grindr, LinkedIn und Warenkorbinhalte von Online-Shops. Grindr zählt über 14 Millionen monatlich aktive Nutzer und hat in 190 Ländern insgesamt rund 145 Millionen registrierte User – eine  besonders heikle Spionage in Anbetracht der Tatsache, dass die chinesische Regierung immer rigoroser gegen Homosexuelle im eigenen Land vorgeht. 

„Unternehmen müssen transparent darüber informieren, wie personenbezogene Daten verwendet werden“, erklärte NOYB. Verstöße gegen diese Informationspflichten können Geldstrafen von zehn bis zwanzig Millionen Euro oder drei bis vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes nach sich ziehen. Besonders sensible Daten, wie etwa Herkunft, Gesundheit, Religion, sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität unterliegen noch strengeren Schutzvorschriften. Ein Sprecher von TikTok erklärte laut NOYB, die Daten würden nur für „personalisierte Werbung, Analysen und Sicherheitszwecke“ genutzt. 

Mehrfache Datenschutzverstöße 

TikTok ist in der Vergangenheit wiederholt wegen des Umgangs mit sensiblen Nutzerdaten kritisiert worden. So verhängte die irische Datenschutzbehörde im Mai 2025 eine Rekord‑Geldbuße von 530 Millionen Euro, nachdem sie festgestellt hatte, dass TikTok europäische Nutzerdaten unzureichend vor Zugriffen geschützt und an Server in China übertragen hatte, ohne dies transparent zu machen. Nationale und internationale Datenschutz‑ und Sicherheitsbehörden äußerten ebenso mehrfach Bedenken, darunter auch Datenschützer aus Deutschland, die darauf hinwiesen, dass im Hintergrund viele personenbezogenen Daten verarbeitet werden. 

Doch auch Grindr selbst sah sich in den letzten Jahren immer wieder mit dem Vorwurf von Verstößen gegen die Datenschutzrichtlinien konfrontiert. Final verlor das Unternehmen zuletzt im November dieses Jahres im Berufungsverfahren in Norwegen und muss nun rund 5,8 Millionen Euro Strafe zahlen. Die US-Firma hat demnach sensible Daten der Nutzer an Werbefirmen weitergegeben, darunter Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, HIV-Status, GPS-Standorte und die IP-Adressen. In Großbritannien läuft derzeit eine Sammelklage gegen Grindr mit deckungsgleichen Vorwürfen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry kehrt zurück

Staffel 2-Drehstart steht bevor

Connor Storrie und Hudson Williams stimmen Fans mit einem gemeinsamen Auftritt in Toronto auf die zweite Staffel von „Heated Rivalry“ ein.
Überraschung bei Heartstopper

Gelöschte Sex-Szenen enthüllt

Die „Heartstopper“-Stars verrieten jetzt: Netflix strich den Großteil der gedrehten Sex-Szenen aus dem Abschlussfilm, einiges sei wie "Porno" gewesen.
Autor Benjamin Alire Sáenz

Abschied von einem Erzähler

Der Schriftsteller Benjamin Alire Sáenz, bekannt für „Aristoteles und Dante“, ist im Alter von 71 Jahren gestorben.
Dritte Festnahme von Drake Von

Pornostar wird abermals inhaftiert

Adultdarsteller Drake Von ist jetzt zum dritten Mal in diesem Jahr festgenommen worden. Gegen ihn laufen inzwischen mehrere Strafverfahren.
Haft wegen Regenbogen-Shirt

Russland verschärft Repressionen

Ein russischer Kommunalwahlkandidat muss wegen eines Regenbogen-T-Shirts zehn Tage in Haft und darf nicht mehr kandidieren.
KI-Brillen sorgen für Kritik

Warnung vor Überwachungsrisiko

KI-Brillen von Meta könnten laut Kritikern neue Formen staatlicher Überwachung ermöglichen und besonders Minderheiten wie LGBTIQ+ gefährden.
Rätselhafter Tod in Dublin

Leiche in Recyclinganlage entdeckt

Ein obdachloser schwuler Mann wurde tot in einer Müllanlage in Dublin gefunden. Die Polizei schließt ein mögliches Verbrechen nicht aus.
Hardcore in Österreich

Alterscheck für alle Pornoseiten

Österreich plant ab 2027 verpflichtende Alterskontrollen für Pornoseiten. Kritiker warnen vor Risiken für Datenschutz und Anonymität.
Uni-Rauswurf in Nigeria

Schwule Studenten exmatrikuliert

Eine nigerianische Universität hat jetzt zwei männliche Studenten wegen einer homosexuellen Beziehung von der Hochschule geworfen.