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Solidarität nach CSD-Anschlag Queer March gegen LGBTIQ+-Feindlichkeit und queeres Parkfest

Von ms - 10.08.2026 - 08:00 Uhr
Solidarität nach CSD-Anschlag
Foto: IMAGO / Panama Pictures
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Zwei Wochen nach dem islamistischen Anschlag beim Christopher Street Days (CSD) in Berlin haben mehrere tausend Menschen in Köln ein Zeichen für die queere Community gesetzt. Bei einer Solidaritätsdemonstration unter dem Motto „Köln zeigt Solidarität, Köln zeigt Haltung“ zogen die Teilnehmer durch die Stadt. In Berlin gedachten Tausende Menschen bei einem queeren Parkfest den Opfern – eine Frau starb bei dem Amoklauf eines 21-jährigen Islamisten, 31 weitere Person wurden teils lebensgefährlich verletzt. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Mehrere tausend Menschen beteiligten sich in Köln an einer Solidaritätsdemonstration für die queere Community.
  • Nach Angaben der Veranstalter kamen rund 10.000 Menschen – die Polizei sprach im Vorfeld von rund 2.000 Teilnehmern.
  • Die Veranstalter verlangen von Bund, Ländern und Kommunen einen nachhaltig besseren Schutz queerer Strukturen und queeren Lebens.
  • In Berlin-Friedrichshain besuchten mindestens 2.000 Menschen ein queeres Parkfest im Volkspark Friedrichshain und gedachten den Opfern des Anschlags. 
  • Wegen des Anschlags beim Berliner CSD galten für das Parkfest erhöhte Sicherheitsvorkehrungen.
  • Eine Frau war bei dem Anschlag am 25. Juli getötet worden, 31 weitere Menschen wurden teilweise schwer verletzt.

Konkrete Konsequenzen 

Aufgerufen hatten in Köln mehrere Initiativen und Vereine. Ausgangspunkt der Demonstration war der rechtsrheinische Stadtteil Deutz. Von dort bewegte sich der Demonstrationszug in Richtung Kölner Innenstadt. Anlass war der islamistische Anschlag auf den Berliner CSD. Die Zahl der Teilnehmer übertraf nach Angaben der Veranstalter die ursprünglichen Erwartungen deutlich, Cologne Pride sprach von rund 10.000 Menschen. Bei der Polizei waren im Vorfeld rund 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet worden. Die Polizei war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort.

Die Organisatoren verbanden die Demonstration mit der Forderung nach konkreten politischen Maßnahmen. Im Aufruf hieß es: „Worte der Solidarität allein reichen nicht aus“. Bund, Länder und Kommunen müssten handeln, um queere Strukturen und queeres Leben dauerhaft besser zu schützen: „Wir fordern von Bund, Ländern und Kommunen Maßnahmen, dass queere Strukturen und queeres Leben nachhaltig geschützt und gestärkt werden, um der wachsenden Queerfeindlichkeit in unserer Gesellschaft begegnen zu können.“ Nach Ansicht der Veranstalter ist ein deutliches öffentliches Bekenntnis zur queeren Community derzeit besonders wichtig. „Haltung bleibt hot, Haltung ist jetzt aber vor allem eins: notwendiger denn je!“ Damit griffen sie zugleich das Motto des diesjährigen Berliner CSD auf. Dieser hatte unter dem Titel „Haltung ist hot“ stattgefunden.

Absage an Extremismus

Zudem positionierte sich der Kölner Queer March gegen Extremismus. „Der Kölner Queer March spricht sich gegen jede Form von Extremismus aus, egal ob islamistisch oder rechtsextrem“, teilten die Veranstalter mit.  Zugleich warnten sie davor, den Anschlag für Feindseligkeit gegenüber Muslimen zu instrumentalisieren, ähnliches hatte bereits kurz nach dem Attentat auch das Team des Berliner CSD betont.  Der Angriff dürfe demnach nicht dazu benutzt werden, Hass gegen Menschen muslimischen Glaubens zu schüren. Ihre Haltung fassten die Veranstalter in Köln mit den Worten zusammen: „Wir lassen uns von Queerfeindlichkeit nicht kleinkriegen – egal, aus welcher Ecke sie kommt.“ Am March nahmen auch mehrere deutsche Prominente teil. 

Parkfest in Friedrichshain 

Auch in Berlin selbst stand am Wochenende die Solidarität mit der queeren Community im Mittelpunkt. Im Volkspark Friedrichshain kamen zahlreiche Menschen zu einem queeren Parkfest zusammen. Nach Angaben der Veranstalter, der Arbeiterwohlfahrt (AWO), waren am frühen Abend mindestens 2.000 Besucherinnen und Besucher im Freiluftkino des Parks. Die Berliner Polizei zog am Sonntagmorgen eine positive Bilanz. Gegenüber dem rbb teilte sie mit, die Veranstaltung sei ruhig verlaufen und es habe keine Vorkommnisse gegeben.

Das Fest wurde in diesem Jahr unter erhöhten Sicherheitsbedingungen veranstaltet. Hintergrund war auch hier der Anschlag beim CSD. Die Organisatoren hatten zusätzliches Sicherheitspersonal eingeplant, zudem war die Polizei stärker präsent. Auch inhaltlich beschäftigte sich die Veranstaltung mit den Folgen des Anschlags und der Frage, wie die queere Community geschützt werden kann.

Infostände und politische Gäste

Eröffnet wurde das Parkfest von Berlins ehemaligem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit. Den Besucherinnen und Besuchern wurde neben einem Bühnenprogramm auch ein Informationsangebot geboten. Vereine, Initiativen und Parteien waren mit Informationsständen vertreten. Christian Meyerdierks von der Arbeiterwohlfahrt appellierte an die Besucher, das Gelände nicht allein zu verlassen. In den vergangenen Jahren seien am Rand des Parks häufig rechte Gruppen aufgetreten. Einzelne Menschen seien von ihnen verfolgt worden, sagte Meyerdierks in der rbb24 Abendschau.

In den vergangenen Jahren hatten das Parkfest in Friedrichshain meist einige tausend Menschen besucht. Nach dem Anschlag hatte Meyerdierks zunächst befürchtet, dass die Veranstaltung in diesem Jahr deutlich weniger Zuspruch erhalten könnte. Seine Sorge habe darin bestanden, dass nach dem CSD-Angriff möglicherweise niemand zum Parkfest kommen würde. Die tatsächliche Resonanz fiel jedoch anders aus: „Aber man sieht ja, es ist voll.“

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