Direkt zum Inhalt
Turnen: Cooper Kim gewinnt NCAA-Titel und outet sich

Signet für queere Sichtbarkeit Turnen: Cooper Kim gewinnt NCAA-Titel und outet sich

tb - 04.05.2026 - 20:00 Uhr
Loading audio player...

Der amerikanische Turner Cooper Kim hat in Stanford zwei NCAA-Meistertitel errungen und sich unmittelbar nach dem historischen Erfolg öffentlich als schwul geoutet. Mit seinem Sieg im Bodenturnen sowie dem Team-Gold mit der Universität setzte Kim ein bemerkenswertes sportliches und gesellschaftliches Zeichen im College-Sport der USA.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Cooper Kim gewann 2026 mit Stanford das Team-Gold und holte den Einzeltitel im Bodenturnen bei den NCAA Men’s Gymnastics Championships.
  • Sein individueller Bodensieg war mit 14,466 Punkten eine der höchsten Wertungen des Turniers.
  • Kim gab nach dem Wettkampf öffentlich seine Homosexualität bekannt.
  • Erst im Vorfeld der Saison hatte Kim sein Coming-Out gegenüber Trainerinnen und Teamkolleginnen vollzogen.

 

Starke Leistungen bei der Meisterschaft

Der 21-jährige Kim überzeugte bei den diesjährigen NCAA-Meisterschaften in College Park, Pennsylvania, durch höchste Präzision und Eigenständigkeit in seiner Bodenkür. Der Mehrfach-All-American bescherte Stanford damit den sechsten nationalen Turntitel innerhalb von sieben Jahren. Auch am Reck erreichte Kim mit einem dritten Platz erneut einen Podestplatz. Besonders das Bodenturnen bezeichnete Kim als seine persönliche Lieblingsdisziplin, in der er laut eigener Aussage seine Persönlichkeit und Kreativität ausleben könne.

 

Coming-Out im Leistungssport

Im Anschluss an den sportlichen Triumph machte Kim sein Coming-Out öffentlich. Er schilderte, wie sehr ihn die Akzeptanz und Unterstützung des Teams durch die Saison getragen habe:

"Meine Teamkollegen und Trainer*innen haben mich bestärkt, mein authentisches Ich zu zeigen. Das hat mich nicht nur als Athlet, sondern auch als Mensch wachsen lassen."

Zuvor hatte Kim sein Coming-Out bereits intern im Team besprochen. Kim ist somit einer von nur wenigen offen schwulen Turnern im US-College-Sport, was laut Statistiken von Outsports und ESPN bisher Seltenheitswert hat. Sein Schritt erfolgte bewusst nach einer für ihn erfolgreichen Saison und verbunden mit der Hoffnung, jüngeren Sportlerinnen und Sportlern Mut zu machen.

 

Akzeptanz an der Universität Stanford

Kim betonte, dass die Universität Stanford für ihn das ideale Umfeld geboten habe, um sich in allen Lebensbereichen frei zu entfalten. Die positive Erfahrung während des Recruiting-Prozesses hatte maßgeblichen Einfluss auf seine Entscheidung für die kalifornische Eliteuniversität. Gegenüber US-Medien verwies Kim auf die Offenheit der Universität und darauf, wie Unterstützung und Verständnis, auch jenseits des Sports, ein erfolgreiches Akademikerinnen- und Akademiker-Dasein sowie Sportlerinnen- und Sportlerleben gleichzeitig ermöglichen.

 

Wichtige Fragen zum Thema

Wie selten sind Coming-Outs im amerikanischen Männerturmsport?
Offen schwule Turner sind in den großen US-College-Ligen nach wie vor eine Ausnahmeerscheinung.

Könnte Cooper Kim für Olympia nominiert werden?
Kim plant laut eigenen Angaben, sich für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles zu qualifizieren, konkrete Nominierungen stehen jedoch noch aus.

Wie hat das direkte Umfeld von Kim reagiert?
Nach eigener Aussage erhielt Kim von Familie und Team Unterstützung und positive Rückmeldungen auf sein Coming-Out.

 

Nächste Ziele

Mit seinen Erfolgen wird Cooper Kim nicht nur als Spitzensportler, sondern auch als Vorreiter für mehr Sichtbarkeit queerer Athletinnen und Athleten im amerikanischen College-Sport wahrgenommen. In den kommenden Monaten will er sich auf den Abschluss seines Studiums, seine Ausbildung zum Arzt und die Olympiaqualifikation konzentrieren. Das öffentliche Coming-Out markiert dabei einen Meilenstein für mehr Akzeptanz im Hochleistungssport.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Bulgarien gewinnt den ESC

Deutschland wird Drittletzter

Bulgarien hat mit Sängerin Dara und ihrem Lied "Bangaranga" erstmals den ESC gewonnen. Deutschland landete mit Sarah Engels auf dem drittletzten Platz
IDAHOBIT 2026

Gedenktag in schweren Zeiten

Die Hasskriminalität auf LGBTIQ+-Menschen nimmt weiter zu, um so wichtiger ist so das Gedenken an den IDAHOBIT am 17. Mai.
Prozessauftakt in Rom

Totschlag wegen Händchenhalten?

In Italien sollen sich jetzt drei Männer vor Gericht verantworten, die an Silvester vor zwei Jahren ein schwules Paar in Rom brutal attackierten.
Reizgas in Schwulenclub

Attacke im serbischen Belgrad

Drei Männer sind in einem Schwulenclub in Belgrad mit Reizgas auf die Gäste los, mehrere wurden verletzt. Angriffe auf die Community nahmen zuletzt zu
Fortschritte in Japan

Verstoß gegen Gleichbehandlung?

Ein Gericht in Japan hat jetzt geurteilt, dass die aktuelle Rechtsprechung nicht-binäre Menschen diskriminieren könnte und fordert eine Prüfung.
Rebellion in Italien

Forderungen an Mitte-Links-Parteien

Ein Bündnis von queeren Verbänden fordert in Italien von der Opposition endlich ein starkes Eintreten für mehr LGBTIQ+-Rechte wie der Ehe für alle.
Freispruch in der Türkei

LGBTIQ+-Aktivistin Defne Güzel

Ein Gericht in Ankara hat jetzt die LGBTIQ+-Aktivistin Defne Güzel freigesprochen. Die Anklage lautete auf „Verletzung der öffentlichen Moral“.
King’s Speech des Königs

Erneut leere Versprechungen?

König Charles III. hat in seiner "King’s Speech“ erneut ein Verbot von Konversionstherapien betont. Abermals leere Versprechungen für die Community?
Anstieg der Hasskriminalität

Alarmsignale aus NRW und Hessen

In NRW und Hessen hat die Hasskriminalität gegen queere Menschen stark zugelegt, teilweise verdreifachten sich die Fallzahlen in kurzer Zeit.