Direkt zum Inhalt
Sexuelle Identität bei Gen-Z
ANZEIGE

Sexuelle Identität bei Gen-Z Bisexualität unter jungen Frauen nimmt stark zu

ms - 17.12.2025 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Junge Menschen der Generation Z definieren ihre sexuelle Identität zunehmend offener und weniger eindeutig als frühere Generationen. Das geht aus einer internationalen Studie hervor, die auf Daten von mehr als 900.000 Nutzerinnen der Dating-App Zoe basiert. Die Plattform ist eine weltweit verfügbare Dating- und Social-Networking-App, die speziell für lesbische, bisexuelle und queere Frauen konzipiert wurde. Untersucht wurden Angaben von jungen Menschen, die zwischen 1997 und 2006 geboren wurden.

Bisexualität wird zum Normalzustand 

Demnach bezeichnen sich rund 45 Prozent der Frauen der Generation Z als bisexuell. Der Anteil liegt damit leicht über dem derjenigen, die sich als lesbisch identifizieren, die 42,2 Prozent ausmachen. Weitere Selbstbezeichnungen waren pansexuell (6,6 Prozent), queer (3,4 Prozent), gay (1,2 Prozent) und asexuell (0,7 Prozent). Der Studienautor Francesco Rampazzo von der Universität Manchester sieht darin einen Ausdruck gesellschaftlicher Veränderungen. „Sexualität ist keine feste Kategorie, sondern ein Spektrum“, erklärte er. Junge Menschen fühlten sich heute weltweit sicherer darin, vielfältige und fluide Identitäten zu benennen und starre Zuordnungen hinter sich zu lassen.

Weitere Daten für die ganze Community 

Für die Untersuchung wurden Daten aus mehr als 120 Ländern ausgewertet. Staaten, in denen gleichgeschlechtliche Beziehungen strafbar sind, wurden aus Sicherheitsgründen nicht berücksichtigt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sexuelle Fluidität kein regional begrenztes Phänomen ist, sondern international an Bedeutung gewinnt. Ergänzend verweist die Studie auf weitere Erhebungen, etwa aus den USA. Dort gaben 2024 rund 56 Prozent der LGBTIQ+-Erwachsenen an, bisexuell zu sein. Das gilt laut Rampazzo als Hinweis auf eine wachsende Sichtbarkeit und Akzeptanz von Bisexualität. 

Nach Einschätzung der Autoren wirken sich die veränderten Selbstzuschreibungen der Generation Z auch auf gesellschaftliche Debatten aus. Die größere Offenheit gegenüber unterschiedlichen Identitäten beeinflusse Diskussionen über Teilhabe, Rechte und Anerkennung innerhalb der LGBTIQ+-Community. Zugleich zeigten die Ergebnisse, dass traditionelle Begriffe wie „lesbisch“ weiterhin genutzt würden und neben neuen Bezeichnungen bestehen bleiben. Die Studie kommt außerdem zu dem Schluss, dass Sexualität zunehmend als individuelle und wandelbare Erfahrung verstanden wird. Die Freiheit, sich eindeutig zuzuordnen oder bewusst offen zu bleiben, werde von vielen jungen Menschen als zentraler Bestandteil ihrer Identität gesehen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Brutaler Angriff auf Cruiser

Schwulen Mann bewusstlos getreten

Am Bugasee in Kassel wurde ein 51-jähriger schwuler Mann beim Cruising brutal von drei unbekannten Tätern bewusstlos getreten.
Eierwurf überschattet CSD

Angriffe bei Pride in Sachsen

Ein Eierwurf und weitere Störungen haben den CSD in Freiberg, Sachsen, überschattet. Die Polizei ermittelt gegen zwei Tatverdächtige.
Heated Rivalry als Fan-Treiber

Viele Frauen entdecken Eishockey

Die Zahl weiblicher Zuschauer bei den Eishockey-NHL-Playoffs hat sich fast verdreifacht. Der Grund dafür lautet wohl „Heated Rivalry“.
Too Hot to Handle

Lieber Pool statt Perfektion

Die Sommerhitze bringt an diesem Wochenende selbst die größten schwulen Klischees wieder ins Schwitzen – und macht sie dabei erstaunlich sympathisch.
Schwule Witze

Homosexuelle als Lachnummer

Eine neue YouGov-Studie zeigt: In Großbritannien wächst die Zahl der Menschen, die Witze über Homosexuelle akzeptabel finden.
Kai Wegner zieht Konsequenzen

Rückzug als CDU-Spitzenkandidat

Kai Wegner gibt die CDU-Spitzenkandidatur ab, während Stefan Evers als möglicher Nachfolger den Berliner Wahlkampf übernehmen soll.
Sex bei Heartstopper

Neuer Mut zu mehr Realität

Mit einem finalen Film endet in einer Woche „Heartstopper“ – und die Stars sprechen über Abschied, Sexszenen und die Bedeutung queerer Sichtbarkeit.
Generation Z verändert sich

Mehr Frauen queer als Männer

Eine neue Studie zeigt: Frauen der Generation Z identifizieren sich deutlich häufiger als LGBTIQ+ als Männer derselben Altersgruppe.