Direkt zum Inhalt

Schlacht im Parlament Ghana will LGBTI*-Identitäten per Gesetz verbieten

Von co - 12.11.2021 - 13:00 Uhr
Ghana will LGBTI*-Identitäten per Gesetz verbieten
Foto: © peeterv
ANZEIGE
Loading audio player...

Am Mittwoch trafen sich Befürworter wie Gegner von Ghanas neuem LGBTI*-feindlichen Gesetz im Parlament. Das Gesetz will Menschen mit LGBTI*-Identitäten zu Kriminellen erklären.

So wurde argumentiert

Rechtsanwalt Akoto Ampaw erklärte das Gesetz für „Familienwerte“ in seiner Rede laut Reuters als „totalitär“ und „verfassungswidrig“. Es schüre „Hass, Bigotterie und Gewalt gegen eine kleine und verletzliche Minderheitengemeinschaft“. Ihm gegenüber stand Abraham Ofori-Kuragu, ein Repräsentant von Ghanas Pfingstkirchenrat (GPCC). Er behauptete, das Gesetz reflektiere die Gedanken und den Willen eines Großteils der christlich geprägten Landesbevölkerung – obwohl es keinerlei nationale Umfragen zu dem Thema gibt.

Das würde sich verändern

Gleichgeschlechtlicher Verkehr ist in Ghana bereits strafbar. Wer erwischt wird, muss mit bis zu drei Jahren Haft rechnen. Trotzdem wurde seit Jahren niemand mehr aus diesem Grund strafrechtlich verfolgt. Der neue Gesetzesvorschlag würde noch einen Schritt weitergehen: Verurteilte müssten längere Haftstrafen fürchten und einige würden sich sogar eine Konversionstherapie unterziehen müssen. Gleichzeitig will das Gesetz die Werbung für und die Finanzierung von LGBTI*-Aktivitäten sowie die öffentliche Zurschaustellung von gleichgeschlechtlicher Liebe und Cross-Dressing strafbar machen. Seit der Gesetzesentwurf im August publik wurde, gab es erheblich mehr LGBTI*-feindliche Angriffe in Ghana. Laut Danny Bediako von der Menschenrechtsorganisation Rightify Ghana wollten noch nie so viele Menschen das Land verlassen.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

FalterTipp Pop: Ebow – Cool, queer und gesellschaftskritischtazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesndQueer | Razzia in Casa Kuá schüchtert Berliner trans* Community eintazRazzia in queerem Community-Ort: Alles wegen ein paar TablettenAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heiße Heated Rivalry-Stars

TV-Serie räumt Nominierungen ab

Die „Heated Rivalry“-Stars Hudson Williams und Connor Storrie sind bei den Grindr Awards gleich mehrfach für ihre sexy Körper nominiert.
Ferran Torres leicht bekleidet

Fußballstar polarisiert mit Fotos

Spaniens Fußballstar Ferran Torres sorgt mit einer freizügigen Unterwäschekampagne für Aufsehen – und entfacht erneut Diskussionen in sozialen Medien.
Türklinke im Hintern

Kuriose Fälle in Notaufnahmen

Mehr als 1.500 Briten suchten binnen eines Jahres in England wegen Fremdkörpern im Hintern eine Notaufnahme auf. Ärzte warnen vor Verletzungsgefahren.
Alfie Watts übers Coming-Out

Familie reagierte mit Ablehnung

„Race Across the World“-Gewinner Alfie Watts spricht über die Ablehnung seiner Familie nach seinem bisexuellen Coming-Out und besondere Unterstützung.
Antidepressiva machen schwul

Neue Theorien aus Russland

Russlands Duma-Abgeordneter Vitali Milonow behauptet, Antidepressiva könnten Homosexualität auslösen, und fordert strengere Verschreibungsregeln.
STI-Welle in Italien

Sehr starker Anstieg bei Männern

In Italien steigen die Meldungen sexuell übertragbarer Infektionen deutlich. Besonders betroffen sind Männer, die Sex mit Männern haben.
Streit um UN-Menschenrechtsrat

Ausschluss von Anti-LGBTIQ+-Länder?

Fünf Staaten, die Homosexualität bestrafen, wurden jetzt in den UN-Menschenrechtsrat gewählt. Die African Human Rights Coalition übt scharfe Kritik.
Sportstreit in Nebraska

Trans* Verbot vor Abstimmung

Das Oberste Gericht Nebraskas lässt eine Abstimmung über ein Verfassungsverbot für trans* Sportlerinnen im Mädchen- und Frauensport zu.
Trauer um Coos Huijsen

Vorreiter der Community ist tot

Der Niederländer Coos Huijsen bekannte sich 1976 als erster Parlamentarier weltweit öffentlich zu seiner Homosexualität. Nun ist er gestorben.