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Scharfe Kritik an Hegseth
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Scharfe Kritik an Hegseth Kultregisseur hält "Kriegsminister" für Avatar der Manosphäre

ms - 12.08.2026 - 13:30 Uhr
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Der schwule US-Schauspieler und Regisseur John Cameron Mitchell (63) hat US-Verteidigungsminister Pete Hegseth (46) scharf kritisiert. In Äußerungen über den Minister beschreibt Mitchell dessen Auftreten als Ausdruck eines bestimmten, stark auf Männlichkeit und Härte ausgerichteten Rollenbildes.

Das Wichtigste im Überblick

  • John Cameron Mitchell bezeichnet Pete Hegseth als „Avatar der Manosphäre“.
  • Er wirft dem US-Verteidigungsminister einen ausgeprägten Mangel an Empathie vor.
  • Mitchell sagt, Hegseth verkörpere „das Schlimmste, was die amerikanische Männlichkeit zu bieten hat“.
  • Anlass der Äußerungen sind Hegseths Auftreten und sein Verständnis von Männlichkeit und militärischer Stärke.
  • Hegseth hat zuletzt ein Programm zur regelmäßigen Messung des Testosteronspiegels von US-Soldaten angekündigt.
  • Mitchell ist vor allem als Regisseur und Drehbuchautor von „Hedwig and the Angry Inch“ sowie „Shortbus“ bekannt.

Die schlimmste US-Männlichkeit

Konkret sagte Mitchell über den selbsternannten „Kriegsminister“ Hegseth: „Ich würde gegen Pete Hegseth mit riesigen Plastikhänden kämpfen. Nicht, um ihm wehzutun, sondern um ihn so lange zu ohrfeigen, bis er völlig albern wirkt.“ Weiter sagte Mitchell: „Es gibt diese Art von männlichem Imponiergehabe, das er an den Tag legt und das er irgendwie mit Jesus verbindet – und damit, dass Jesus angeblich ´Lethality-Maxxing´ wolle oder was auch immer für eine Sprache er benutzt. Er ist ein Avatar der Manosphäre. Er ist nicht echt. Er ist einfach eine Ansammlung von Ticks des Schlimmsten, was die amerikanische Männlichkeit zu bieten hat.“ Der Begriff „Lethality-maxxing“ bezeichnet sinngemäß das Streben, die militärische Schlagkraft und Fähigkeit zur tödlichen Gewalt möglichst stark zu steigern.

Mitchell kritisierte zudem Hegseths Umgang mit Empathie: „Sein tiefgreifender Mangel an Empathie scheint in der Welt von Elon Musk ein Pluspunkt zu sein. Wissen Sie, ich habe tatsächlich vor kurzem einen christlichen Prediger über ´die Sünde der Empathie´ sprechen hören. Das ist Amerika, wir können das Christentum in alles verwandeln, was wir wollen. Das ist verkorkst und abstoßend.“

Hegseth setzt auf Testosteron

Hegseth hatte zuletzt eine neue Gesundheitsstrategie für die US-Streitkräfte angekündigt. Demnach sollen Soldaten ab 30 Jahren künftig im Rahmen ihrer jährlichen Gesundheitsuntersuchungen auf einen möglichen Testosteronmangel untersucht werden. Für jüngere Militärangehörige soll die Untersuchung freiwillig möglich sein. Bei festgestellten niedrigen Werten soll eine Testosteronersatztherapie angeboten werden, die ebenfalls freiwillig ist. Hegseth begründet das Programm unter anderem mit der körperlichen Leistungsfähigkeit der Streitkräfte. Ärzte und medizinische Fachverbände äußerten dagegen Zweifel daran, ob ein allgemeines Testosteron-Screening medizinisch sinnvoll ist.

Mit „Hedwig“ in den „Shortbus“

John Cameron Mitchell wurde 1963 in El Paso im US-Bundesstaat Texas geboren. Er arbeitet als Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor, Sänger und Produzent. Große Bekanntheit erlangte er mit dem Musical und späteren Film „Hedwig and the Angry Inch“, bei dem er 2001 Regie führte, das Drehbuch mitschrieb und selbst die Hauptrolle übernahm. Zu seinen weiteren bekannten Regiearbeiten gehören „Shortbus“ (2006) und „Rabbit Hole“ (2010) mit Nicole Kidman und Aaron Eckhart. „Rabbit Hole“ basiert auf dem gleichnamigen, mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Theaterstück von David Lindsay-Abaire. „Shortbus“ verband als einer der ersten Independent-Kunstfilme schwule Hardcore-Sexszenen mit einer Hollywood-Filmgeschichte und befeuerte damit die Debatten um die Frage, wo die Trennlinien zwischen Kunst und Porno verlaufen – und ob das überhaupt noch wichtig ist. Zuletzt führte Mitchell bei „How to Talk to Girls at Parties“ (2017) Regie. Der offen schwule Mitchell ist in den USA auch für sein Engagement für die Rechte der Homosexuellen bekannt. 

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