Direkt zum Inhalt
Rotstift in Wien
Foto: IMAGO / Panthermedia
ANZEIGE

Rotstift in Wien Finanzierung Vienna Pride halbiert, weitere Projekte betroffen

ms - 19.01.2026 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Auch in Wien erschüttern wie vielerorts in Deutschland die Sparmaßnahmen die Community, der Vienna Pride muss von staatlicher Seite in diesem Jahr mit der Hälfte der bisherigen Finanzmittel auskommen. Auch andere queere Projekte sind davon betroffen. Mit Spendenaktionen und weiteren Events soll die Finanzierungslücke, wenn möglich, ausgeglichen werden. 

Halbierung des Budgets 

Katharina Kacerovsky-Strobl, Veranstalterin der Vienna Pride, erklärte dazu: „Die Förderung für die Vienna Pride wurde um fast 50 Prozent auf 350.000 Euro gekürzt. Gerade angesichts des großen Beitrags der Vienna Pride zur Wirtschaft der Stadt durch Tourismus ist das eine bittere Entscheidung.“ Allerdings bekräftigte sie auch: „Diese Kürzung wird unseren Kampf für unsere Rechte nicht bremsen.“ Ähnlich äußerte sich auch Ann-Sophie Otte von der HOSI Wien: „Wir sind uns der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bewusst, aber solche Kürzungen dürfen nicht die Regel werden. Nur so kann endlich die Gleichstellung von LGBTIQ-Menschen erreicht werden.“

Die Wiener Grünen kritisieren die Kürzungen scharf. Parteivorsitzender Peter Kraus erklärt: „Die Entscheidung, die Mittel für die Vienna Pride um fast 50 Prozent zu reduzieren, gefährdet nicht nur die Veranstaltung selbst, sondern auch die Sichtbarkeit der queeren Community.“ Und Katharina Schöll-Laussermayer von den Grünen Andersrum fügt hinzu: „Gerade eine Stadt wie Wien muss klar zeigen, dass sie zu ihrer queeren Community steht – in guten wie in herausfordernden Zeiten.“

Neue Pläne zur Vienne Pride

So blickt die Community jetzt auf den ausverkauften Regenbogenball am kommenden Samstag, der größten queeren Veranstaltung im Winter. Neben der Feierlichkeit wird ein wichtiger Zweck verfolgt: Mit den Einnahmen sollen Projekte wie der CSD unterstützt werden. Infolge der finanziellen Einschränkungen wird der Vienna Pride in diesem Jahr mit einem eintägigen Community-Fest im Prater und dem Pride Run Vienna eröffnet. Das traditionelle Pride Village am Rathausplatz wird lediglich am Tag der Regenbogenparade in abgespeckter Form stattfinden. 

Sparmaßnahmen trifft Community vielerorts

Nicht nur der CSD in Wien leidet unter den Sparmaßnahmen, auch weitere queere Institutionen sind betroffen. So müssen die Verantwortlichen von Qwien, dem größten queeren Kulturzentrum Österreichs, ihre Öffnungszeiten ab 2026 deutlich einschränken. Die Einrichtung, die eine Bibliothek, ein Archiv und ein Forschungszentrum umfasst, hatte im Vorjahr erst ihren neuen Standort eröffnet. „Die drastischen Budgetkürzungen zwingen uns, geplante Projekte zu verschieben oder ganz abzusagen. Um weiterhin ein vielfältiges Programm anbieten zu können, sind wir dringend auf private Spenden angewiesen“, so die Verantwortlichen.

In der Steiermark sorgten die Sparmaßnahmen beinahe für das Ende der Antidiskriminierungsstelle. Dank des Eingreifens der Stadt Graz und des Sozialministeriums konnte jedoch eine Lösung gefunden werden, sodass die Arbeit der Antidiskriminierungsstelle bis mindestens Oktober 2027 gesichert ist.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Trey Cunningham selbstbewusst

Hürdenläufer mit Starpotenzial

Der schwule Sportstar Trey Cunningham beendet seine Saison mit Rekord, Modeljobs und viel Selbstbewusstsein – und hat bereits Olympia 2028 im Blick.
Kerle in besonderer Tracht

Lederhose, Lust und Lebensfreude

September ist Oktoberfestzeit. Für schwule Jungs liegt dabei eine besondere Faszination bei Männern in Lederhosen. Doch warum eigentlich?
Netflix und LGBTIQ+

Die zehn erfolgreichsten Serien

Netflix' meistgesehene Serien zeigen viele LGBTIQ+-Figuren und Geschichten – an der Spitze steht ein sexy Werwolf mit rund 252 Millionen Aufrufen.
Mordversuch mit Bierflasche

Junger Mann in Minnesota attackiert

Ein Mann aus Minnesota wurde mit einer zerbrochenen Bierflasche attackiert und schwer verletzt, weil sein Angreifer ihn fälschlich für schwul hielt.
Nationale Krise auf Fidschi

Massiv steigende HIV-Zahlen

Der Staat Fidschi reagiert auf stark steigende HIV-Zahlen mit einem nationalen Notstand und will Tests, Prävention und Behandlung ausweiten.
Suizide in der EU

Männer deutlich häufiger betroffen

Die Suizidrate in der EU sinkt langsam, doch Männer und sexuelle Minderheiten bleiben besonders stark betroffen, insbesondere in Deutschland.
Kritik an Bundesregierung

LSVD+ betont fehlenden Schutz

Der LSVD+ kritisiert fehlende Maßnahmen der Bundesregierung gegen Queerfeindlichkeit und fordert mehr Beteiligung der queeren Zivilgesellschaft.
Demonstrationen für LGBTIQ+

Proteste vor türkischen Botschaften

Proteste heute vor Botschaften: Internationale Organisationen und Regierungsvertreter kritisieren die Einschränkungen gegen LGBTIQ+ in der Türkei.
Brutaler Überfall in Berlin

Junger Schwuler attackiert

Ein 26-jähriger schwuler Mann wurde in Berlin angegriffen und beraubt, nachdem ein Unbekannter nach seiner sexuellen Orientierung gefragt hatte.