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Raubüberfall auf Clubbetreiber Im Zuge eines Überfalls auf einen schwulen Clubbetreiber ermittelt die Polizei in Italien jetzt gegen einen Erpresserring

Von ms - 01.08.2025 - 14:00 Uhr
Raubüberfall auf Clubbetreiber
Foto: iStock / PeteSherrard
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Mehrere Fälle von Erpressungen von schwulen Männern sorgen in diesen Tagen in Italien für Schlagzeilen – nach der bekannten Dating-App-Masche wurden auch hier Männer in eine Falle gelockt und anschließend bedroht und ausgeraubt. Die Polizei kam dem Täter durch einen Raubüberfall auf die Spur, den dieser im November 2024 verübt hatte. Dabei wurde auch ein Erpresserring erstmals jetzt aktenkundig. 

Überfall auf Clubbetreiber

Der Schwulenaktivist Dominguel Radesca (36) betreibt in Bergamo zusammen mit seinem Ehemann einen Club. Als er im November letzten Jahres spät abends sein Etablissement zuschließen wollte, wurde er von einem jungen Mann auf einem Fahrrad angesprochen. Zuerst fragte der 29-Jährige nach einer Zigarette, dann zückte er kurz darauf ein Messer und zwang Radesca dazu, an einem nahegelegenen Bankautomaten 200 Euro Bargeld abzuheben. Dabei wurde der Täter von den Überwachungskameras festgehalten, was schlussendlich zu seiner Überführung führte. Es handelt sich um den jungen Marokkaner Idriss Idrissi. 

Erpressung von schwulen Männern

Schnell zeigte sich, dass der bereits vorbestrafte Idrissi auch andere schwule Männer angegriffen und bedroht hatte, zumeist nutzte er dabei die bekannte Dating-Masche. Mittels der schwulen App Grindr verabredete er sich mit seinen späteren Opfern im Alter zwischen 36 und 40 Jahren und raubte diese aus. Vor dem Clubbetreiber prahlte Idrissi zudem mit seinen Taten. Der Modus Operandi war dabei offenbar immer derselbe: Er bot den schwulen Männern ein Treffen an und bedrohte sie, während sie miteinander Sex hatten, mit Sätzen wie: „Gib mir Geld oder ich tauche an deinem Arbeitsplatz auf!“ oder „Ich werde dich abstechen!“ sowie auch „Ich benutze jetzt Pfefferspray, wenn du nicht zahlst!“

Haftstrafe für jungen Täter 

Insgesamt wurden dem jungen Marokkaner fünf Überfälle nachgewiesen. Seine Ehefrau wusste dabei offenbar nichts von seinen Machenschaften. Die Beweislage war auch aufgrund von mehreren Videoaufnahmen eindeutig, zudem belasteten ihn auch die Auswertung seines Smartphones und die Aussagen der anderen Opfer schwer. Schlussendlich stimmte der 29-Jährige deswegen auch einem sogenannten abgekürzten Verfahren zu – im Gegenzug wird den Angeklagten dabei ein Drittel ihrer Strafzeit erlassen. Idrissi wurde vom Gericht so zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Nach Verbüßung seiner Strafe wird er aus Italien ausgewiesen.

Polizei ermittelt gegen Erpresserring

Obwohl in diesem Fall der Täter überführt werden konnte, betonte die Polizei, dass die Fälle von Erpressung von schwulen Männern im Zusammenhang mit Online-Dating via Grindr seit geraumer Zeit massiv zunehmen in Italien. Idrissi selbst sprach von einem großen Erpresserring, dem die Ermittler nun weiter auf die Spur kommen wollen. Die Polizei geht davon aus, dass weit mehr als 90 Prozent der Opfer die Überfälle nicht anzeigen, zu groß ist vielerorts die Angst vor Homophobie oder Diskriminierung seitens der Polizei oder der Justiz, dazu handelt es sich offenbar in vielen Fällen auch um nicht geoutete schwule Männer, die zum Opfer werden und bei einer Anzeige um den Verlust ihres Arbeitsplatzes sowie um weitere persönliche Konsequenzen bangen müssen. Ein Beamter erklärte gegenüber der italienischen Zeitung Corriere della Sera, dass mit dem Fall Idrissi die „Büchse der Pandora“ geöffnet worden sei. 

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