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Pride-Parade in Pécs Die CSD-Veranstalter haben die Regierung clever ausgetrickst

Von ms - 06.10.2025 - 08:50 Uhr
Pride-Parade in Pécs
Foto: iStock / BalkansCat
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Erneut ist es CSD-Veranstaltern gelungen, der ungarischen Regierung ein Schnippchen zu schlagen: Während in Budapest der verbotene Pride im Juni dieses Jahres als Stadtveranstaltung umdefiniert wurde, hatte das Team in Pécs unbemerkt eine zweite Demonstration gegen die „Überzüchtung von Rehen und Hirschen“ angemeldet. Die Genehmigung wurde ereilt, die Tier-Demo führte daraufhin den Zug an, dahinter versammelten sich rund 7.000 Pride-Teilnehmer – absoluter Rekord für den fünften CSD in der Stadt. Die Polizei konnte dagegen nichts machen. 

Behörden clever ausgetrickst 

Im Vorfeld hatten die Behörden noch erklärt, alle Teilnehmer einer illegalen Pride-Parade strafdienstlich zu erfassen, es drohten Bußgelder von 500 Euro pro Person und eine mögliche Gefängnisstrafe für die Veranstalter. Diese Drohgebärde war nun mit der genehmigten Demonstration zum Weltjagdtag vom Tisch. Mit Regenbogenflaggen und Schildern zogen die Teilnehmer daraufhin durch die Stadt, auf ihren Plakaten war unter anderem zu lesen: „Ungarn ist eine Diktatur“. Vorneweg liefen die Demonstranten zum Schutz der Tiere. 

Die Freiheit verteidigen 

Mit dabei im südungarischen Pécs waren auch mehrere EU-Politiker, darunter auch der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Nicolae Ştefănuţă, der eindringlich betonte, man sei gekommen, um „die Freiheit zu verteidigen.“ Die Co-Vorsitzende der Grünen Fraktion im EU-Parlament, Terry Reintke, bekräftigte außerdem, dass das Versammlungsrecht in der Europäischen Union kein Privileg, sondern ein Grundrecht darstelle. Die Pride in Pécs sei für sie daher ein „weiterer Wendepunkt im Kampf für Rechtsstaatlichkeit in Ungarn.“ Bürgermeister Attila Péterffy kritisierte außerdem die Regierung und erklärte, dass sie „in Pécs die Menschenrechte mit Füßen tritt, während sie sich auf den Kinderschutz beruft.“ 

Géza Buzás-Hábel, Chef der Pride-Organisation Diverse Youth Network, ergänzte in seiner Rede vor dem Rathaus, dass der CSD inzwischen nicht mehr nur für die Rechte von LGBTIQ+ stehe, sondern auch „grundlegende demokratische Werte wie das Selbstbestimmungsrecht der Gemeinden und die freie Meinungsäußerung“ für alle Menschen verteidige.

Kleinere rechte Gegendemonstration

Dabei kam es in der südungarischen Stadt auch zu einer kleineren Gegendemonstration. Auf Bannern wurde das Vaterland beschworen und erklärt, man „schütze die Unschuldigen“ und kämpfe deswegen gegen die „gewalttätige Gender-Theorie“. Dabei hatten sechs Mitglieder einer rechtsextremen Jugendbewegung zu Beginn noch versucht, die Parade zu blockieren – schlussendlich mussten Polizisten die Gruppe zur Seite drängen, damit die Demonstration beginnen konnte. Im Verlauf des CSD wurde ein Teilnehmer verletzt, als ein Gegendemonstrant mit einer Flasche auf ihn einschlug. Der Gewalttäter wurde von der Polizei verhaftet. 

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