Premium-Abo mit Goldkante? Grindr startet „Edge“: KI-Abo bis 500 Dollar
Grindr testet KI-Premium-Abo für 500 Dollar monatlich.
Digitale Partnersuche mit exklusiven Funktionen
Die beliebte Dating-App Grindr startet in ausgewählten Regionen ein Premium-Abonnement zum stolzen Preis von bis zu 500 US-Dollar pro Monat. Diese Initiative rückt künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt des Nutzerinnen -und Nutzererlebnisses. Userinnen und User in Australien, Neuseeland sowie einigen US- und kanadischen Metropolen können das neue Angebot mit dem Namen "Edge" testen. Ziel des Abos ist es, die Handhabung der App mit KI-gestützten Funktionen zu revolutionieren.
Im Alltag bringt „Edge“ Nutzerinnen sowie Nutzern automatisierte Gesprächszusammenfassungen, personalisierte Vorschläge und tiefere Einblicke in potenzielle Matches. Mit diesen KI-Tools sollen die Suche nach passenden Kontakten sowie Nachrichtenwechsel deutlich effizienter, zielführender und ansprechender werden. Der Startpreis liegt bei rund 80 Dollar wöchentlich, während Monatsabos laut Nutzungsberichten Schwankungen bis zu 500 Dollar zeigen. Zum Vergleich: Das bisherige Premium-Angebot von Grindr kostete im Jahr etwa 130 Euro.
Kontroverse um Kosten und Datenschutz
Die Einführung des exklusiven Edge-Abos spaltet die Community. Viele Nutzerinnen und Nutzer äußern Zweifel, ob die hohen Gebühren tatsächlich einen Mehrwert bieten und befürchten, dass Grundfunktionen der App zunehmend in teure Abomodelle verlagert werden. Besonders für ältere oder weniger zahlungskräftige Zielgruppen steige damit die Einstiegshürde. Erste Reaktionen sprechen von einer Kommerzialisierung, wie sie jüngst auch andere Dating-Plattformen verfolgen. Gleichzeitig betont AJ Balance, Grindrs Chef-Produktentwickler, dass alle KI-Features optional seien und besonders sensible Gesundheitsdaten nicht zur Auswertung herangezogen werden. Einzelne Tools können nach Wunsch deaktiviert werden.
Strategische Neuausrichtung bei Grindr
Ursprünglich positionierte sich Grindr als App mit günstigen Zugängen für queere Nutzerinnen und Nutzer – das Unternehmen will nun mit dem umfassenden Einsatz von künstlicher Intelligenz zum Vorreiter im Feld intelligenter digitaler Partnersuche werden. Bis 2027 plant Grindr, KI-Unterstützung in allen Funktionen anzubieten und sich langfristig als „AI-first company“ zu etablieren. Wann das neue "Edge"-Feature nach Deutschland kommt, bleibt vorerst noch offen.
Was erwartet die Community?
Das neue Preismodell und der starke Fokus auf exklusive KI-Dienste zeigen, wie sehr sich der Online-Dating-Markt wandelt. Grindr setzt damit Maßstäbe im Bereich digitaler Innovation, riskiert jedoch eine Entfremdung langjähriger Nutzerinnen und Nutzer. Es bleibt spannend, wie die Community auf diese Veränderungen reagiert und welchen Einfluss sie langfristig auf die Offenheit und Vernetzungsmöglichkeiten queerer Menschen weltweit haben werden.