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Los Angeles: Hundekotangriff auf LGBTQ+-Jugendzentrum

Polizei sieht keine Straftat Los Angeles: Hundekotangriff auf LGBTQ+-Jugendzentrum

mr - 16.01.2026 - 13:30 Uhr
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Ein Mann wirft monatelang Hundekot auf das Dach eines LGBTQ+-Jugendzentrums in Los Angeles – doch die Polizei sieht keine Straftat.

 

Behörden stufen Angriff nur als Ordnungswidrigkeit ein

Seit Sommer vergangenen Jahres erlebt das von der Latino Equality Alliance betriebene Zentrum Mi SELA in Bell, einem Vorort von Los Angeles, wiederholte Angriffe: Ein bislang nicht identifizierter Mann bewarf regelmäßig das Vordach mit Hundekot. Das Personal entfernte jeweils Dutzende Beutel per Leiter. Während Videoaufnahmen den Täter eindeutig überführen, lehnt die örtliche Polizei eine strafrechtliche Verfolgung wegen Vandalismus oder Hasskriminalität ab. Bell Police Chef Damien Velasco erklärte die Vorfälle lediglich als Ordnungswidrigkeit im Sinne von illegaler Müllentsorgung – eine Ahndung sei nur möglich, wenn ein Polizist den Wurf selbst beobachte.

 

Wachsende Kritik am Umgang der Polizei

Vertreter beider Geschlechter der Lokalpolitik fordern eine Neubewertung: Die Pressesprecherin von Bezirksrätin Janice Hahn erklärte, es dürfe „keine Normalisierung solcher Vorfälle“ geben. Auch wenn die Polizei bislang keine gezielte Feindseligkeit gegenüber der LGBTQ+-Community erkennen will, deuten andere Stimmen in Medien und Zivilgesellschaft auf eine deutliche Zunahme ähnlicher Vorfälle in den USA hin: Allein in Kalifornien wurden laut Regierungsdaten zuletzt über 20 Prozent mehr Straftaten gegen queere Organisationen gemeldet. Führende NGOs sprechen von einer alarmierenden Entwicklung, da nicht nur Sachverhalte bagatellisiert, sondern auch die Hemmschwelle für potenzielle Nachahmerinnen und Nachahmer gesenkt werde.

 

Zentrum setzt auf Dialog statt Eskalation

Der Geschäftsführer des Zentrums, Eddie Martinez, rief trotz Enttäuschung zu Gewaltverzicht und einem „Dialog für Heilung“ auf: Man wolle den Täter einladen, sich zu entschuldigen und die Motive offen zu legen, statt Hass zu akzeptieren. Er sieht in der Krisensituation eine Chance, Solidarität und Mitmenschlichkeit neu zu stärken – eine Haltung, die auch anderen queerfreundlichen Einrichtungen Mut machen könnte.

 

Zwischen Urteilsfreude und Schutzlücken

Der Fall wirft die Frage auf, ob die rechtlichen Standards für die Anerkennung von Hassmotiven gegen queere Menschen in den USA noch zeitgemäß sind. Während öffentliche Aufmerksamkeit wächst, stehen die Betroffenen weiterhin vor bürokratischen Hürden. Wird der Staat künftig gezielter auf subtile Formen der Ausgrenzung reagieren – oder bleibt symbolischer Schutz tatsächlich nur Theorie?

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