Österreich: Unternehmen für LGBTI*! Österreichs Wirtschaft macht der Politik Druck in puncto LGBTI*
In Österreich ist ein umfassender Diskriminierungsschutz für Homosexuelle bis heute ein schwieriges Thema, nun kommt massive Schützenhilfe von Seiten der Wirtschaft. Im Kern geht es dabei um das Gleichbehandlungsgesetz, das zwar Diskriminierung aufgrund von ethnischer Zugehörigkeit und Geschlecht verbietet, nicht aber aufgrund von Alter, Religion und sexueller Orientierung. So dürfen Homosexuelle in weiten Teilen nach wie vor ganz offen benachteiligt werden oder es kommt zu so absurden Fällen wie zuletzt in der Wachau, in der der Betreiber einer Pension erklärte, dass seine Unterkunft ein „Anti-Homo-Haus“ frei von Homosexuellen sei. Rechtlich ist daran nichts zu beanstanden – bis jetzt.
Bisher scheiterte eine Ergänzung des Gleichbehandlungsgesetzes, das sogenannte “Levelling-up“, stets an der Blockade-Haltung der konservativen Partei ÖVP, die immer wieder erklärte, ein solcher Schritt schade der Wirtschaft. Ausgerechnet diese Wirtschaft meldet sich nun zu Wort – zahlreiche Unternehmen bekräftigen jetzt, dass sie einen rechtlichen Schutz vor der Diskriminierung von Homosexuellen sehr begrüßen würden. Darunter sind Firmen wie unter anderem Microsoft und SAP. Cornelia Bauer von Microsoft dazu: „Es darf keinen Unterschied machen, welches Geschlecht, Hautfarbe, ethnische oder soziale Herkunft, Alter, Barriere, Sprache, Religion, Weltanschauung, sexuelle Orientierung, Vermögen oder welche genetischen Merkmale eine Person hat, um respektiert und gleich behandelt zu werden. Aus diesem Grund ist es uns ein großes Anliegen, Verantwortung zu übernehmen und diese Petition zu unterstützen!“
Rückenwind für das Vorhaben kommt nun auch von mehreren Universitäten und namhaften Bildungsinstituten in Österreich, die zudem betonen, dass ihre Heimat inzwischen massiv europäischen Entwicklungen wie beispielsweise in Deutschland hinterherhinke. Und der Geschäftsführer der landesweiten Consulting und Wirtschaftsberatungsfirma Deloitte Österreich, Harald Breit, betonte: „In der Wirtschaft und Gesellschaft darf kein Platz für Diskriminierung sein. Menschen sollten unabhängig von deren Geschlecht, Nationalität, Religion oder sexueller Orientierung die gleichen Rechte haben – das muss auch für den uneingeschränkten Zugang zu Waren und Dienstleistungen gelten. Es ist wahrlich an der Zeit, dass der Anwendungsbereich des Gleichbehandlungsgesetzes ausgedehnt wird.“