Direkt zum Inhalt
Nurejew in Berlin

Nurejew in Berlin Porträt des schwulen Ballettkünstlers sorgte für russisches Verbot

ms - 19.03.2026 - 09:30 Uhr
Loading audio player...

Das Staatsballett Berlin zeigt ab kommenden Samstag die in Russland nicht mehr aufgeführte Produktion „Nurejew“ des Regisseurs Kirill Serebrennikow. Das Werk über den Tänzer Rudolf Nurejew wird an der Deutschen Oper Berlin präsentiert und ist damit erstmals außerhalb Russlands zu sehen.

In Russland verboten

Das Moskauer Bolschoi-Theater hatte das Stück 2023 aus dem Spielplan genommen. Als Grund wurde das Verbot von Propaganda „nicht traditioneller Werte“ genannt, untermauert durch das Anti-Homosexuellen-Gesetz im Land. Die Inszenierung thematisiert unter anderem das Leben des an Aids gestorbenen und offen schwulen Tänzers Nurejew (1938–1993), der als einer der bedeutendsten Ballettkünstler des 20. Jahrhunderts gilt. Die Produktion war 2017 am Bolschoi uraufgeführt worden und gehörte dort zu den erfolgreichsten Aufführungen. Auf der Bühne wurden unter anderem schwule Szenen sowie Männer in Frauenkleidung und auf hohen Absätzen gezeigt. Verstöße gegen entsprechende gesetzliche Regelungen in Russland können mit Geldstrafen geahndet werden. 

Zahlreiche Auszeichnungen

Serebrennikow hatte das Stück gemeinsam mit dem Choreografen Yuri Possokhov entwickelt und dafür mehrere Auszeichnungen erhalten. Beim renommierten Tanzpreis Benois de la Danse wurde „Nurejew“ viermal ausgezeichnet, Serebrennikow selbst erhielt den Preis für die beste Ballettregie. Der Regisseur, der den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine kritisiert hatte, verließ sein Heimatland wegen politischen Drucks. Seine Arbeiten werden dort inzwischen kaum noch gezeigt oder öffentlich gewürdigt. Auch andere Künstler haben Russland in den vergangenen Jahren verlassen, um ihre Arbeit ohne Einschränkungen fortsetzen zu können. Die Berliner Inszenierung verbindet Elemente aus Ballett, Oper und Schauspiel und versteht sich als Hommage an das Leben Nurejews. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Minderheitenstress Community

Neue Studiendaten gehen ins Detail

Diskriminierung sorgt bei LGBTIQ+-Menschen für Minderheitenstress. Je mehr Akzeptanz, je besser wird es? Ganz so einfach scheint es doch nicht zu sein
Krise bei Influencern

Erschöpfung in der digitalen Welt

Ein Leben als queerer Social-Media-Influencer ist toll? Nicht unbedingt! Eine neue Studie zeigt nun auf, rund die Hälfte von ihnen kennt ein Burnout.
Fortschritte im Bereich HIV

Der lange Weg zur Heilung

HIV-Forscher aus den USA haben nun bekräftigt, dass eine HIV-Heilung bis 2040 denkbar ist. Dazu müssten mehrere Ansätze kombiniert werden.
Kritik an der Gen-Z

Weniger Jammern, mehr Handeln

Die Jugend in Deutschland jammert zu viel und handelt zu wenig, betont ein Sozialforscher. Davon betroffen sind auch queere Jugendliche.
Homosexuelle Flüchtlinge

Neue humane Wege in Kenia

Kenias Regierung will Flüchtlingslager in neue Dörfer überführen. Homosexuelle haben neue Hoffnung auf eine Verbesserung ihrer Lebensrealität.
Keine Jobs für Homosexuelle?

Sehr schwierige Lage in Afrika

Homosexuelle haben in Afrika nicht „nur“ mit Diskriminierung zu kämpfen, auch die Jobsuche wird zum Hürdenlauf, betont jetzt eine Hilfsorganisation.
Indonesien im Zwiespalt

Zwischen Hass und Herzlichkeit

Indonesien kämpft seit zehn Jahren zwischen den Extremen: LGBTIQ+-Menschen bekämpfen oder integrieren. Ein neue Studie untersuchte das Phänomen.
Kommunikation ohne Big Brother

Neue kreative Wege in Russland

Russland schränkt digitale Wege immer mehr ein, die queere Community und viele Bürger experimentieren derzeit mit neuen Kommunikationsideen.