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Neue Vorwürfe gegen Kaiser Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen Schiedsrichter

Von ms - 19.02.2026 - 06:30 Uhr
Neue Vorwürfe gegen Pascal Kaiser
Foto: Pascal Kaiser Privat
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Im Fall des bisexuellen Amateur-Schiedsrichters Pascal Kaiser gibt es eine neue Entwicklung. Nach Informationen, die der Tagesspiegel von der Staatsanwaltschaft Köln erhielt, wird inzwischen wegen des Anfangsverdachts des Vortäuschens von Straftaten gegen ihn ermittelt. Nach Angaben der Behörde besteht der Verdacht, Kaiser habe Überfälle und die Körperverletzungen vorgetäuscht und „vermeintlich an ihn gerichtete Drohnachrichten selbst verfasst und abgesandt“. Zuvor hatte der „Kölner Stadt-Anzeiger“ darüber berichtet.

Verfahren gegen Kaiser

Unabhängig davon sehen sich mehrere Personen durch Kaiser finanziell geschädigt. Zu den Betroffenen zählen unter anderem eine Kölner Bar sowie der frühere Fußballfunktionär und Musikmanager Bernd Reisig. „Herr Kaiser hat zahlreiche Menschen in ihrem Vermögen geschädigt“, sagte der Rechtsanwalt von Bernd Reisig dem Tagesspiegel. Der Redaktion liegen demnach weitere Schilderungen von Personen vor, die angeben, von Kaiser geprellt worden zu sein. In einem Fall geht es um mehrere Zehntausend Euro, in einem weiteren um den mutmaßlichen Diebstahl verschiedener Wertgegenstände, der angezeigt wurde.

Zwischenzeitlich hatte die Staatsanwaltschaft Köln mitgeteilt, seit mehr als einem Jahr wegen verschiedener Verfahren nach Kaiser zu fahnden, da er unter den angegebenen Adressen nicht anzutreffen sei. Wenige Tage später korrigierte die Behörde diese Darstellung. Zwar werde gegen ihn ermittelt, eine Fahndung gebe es jedoch nicht. Ein „interner Bürofehler“ habe zur öffentlichen Verbreitung der unzutreffenden Information geführt.

Berichte über Angriffe

Ende Januar hatte Kaiser seinem Verlobten Moritz im voll besetzten Fußballstadion des 1. FC Köln vor rund 50.000 Fans einen Heiratsantrag gemacht. Kurze Zeit später Anfang Februar soll Kaiser zweimal binnen von 48 Stunden von Unbekannten vor seinem Wohnhaus im Rheinisch-Bergischen Kreis überfallen und zusammengeschlagen worden sein, Kaiser machte Bilder seiner Verletzungen publik. Zuvor habe er mehrere digitale Drohungen erhalten und angezeigt. Kaiser sprach von einem „homophoben Motiv“. 

Kurzzeitig gab es Gerüchte und den Vorwurf, der Besitzer der mutmaßlich geprellten Kölner Bar habe die Privatadresse des Schiedsrichters veröffentlicht, dem widersprach sowohl der Eigentümer wie auch dessen Rechtsanwalt Oliver Strank: „Mein Mandant hat weder die Wohnadresse von Herrn Kaiser öffentlich verbreitet noch dazu aufgerufen, ihm einen Besuch abzustatten.“ Forderungen in Höhe von rund 8.500 Euro würden seit Juli 2024 „selbstverständlich ausschließlich auf dem Rechtsweg“ verfolgt. Die Bar lege „großen Wert auf Toleranz, Weltoffenheit und darauf, alle Menschen herzlich willkommen zu heißen, ganz gleich, wie sie leben oder wen sie lieben“.

Verletzungen von Kaiser

Unklar ist nach Einschätzung des Tagesspiegels inzwischen, wie die Verletzungen bei Kaiser entstanden sind. Die Staatsanwaltschaft Köln erhofft sich demnach Aufschluss von einer Hausdurchsuchung, die nach Informationen des Tagesspiegels am vergangenen Freitag stattfand. Dabei seien Datenträger als mögliche Beweismittel sichergestellt worden.

Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet zudem, IT-Forensiker hätten Hinweise darauf gefunden, dass die Droh-Mails möglicherweise von Kaiser oder seinem Partner selbst verfasst worden sein könnten. Beide Beschuldigten seien rechtsmedizinisch untersucht worden. Ein Gutachten solle klären, ob Kaiser sich selbst verletzt haben könnte oder ob sein Partner ihn geschlagen haben könnte, um Angriffe vorzutäuschen. Mit einem Ergebnis werde in der kommenden Woche gerechnet.

Laut der Zeitung habe der Partner bereits ausgesagt, Kaiser selbst schweige bislang zu den Vorwürfen. Inzwischen soll er den Anwalt gewechselt haben. Sein neuer Verteidiger Ramon Thal teilte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit, derzeit würden „keine Fragen zu dem mutmaßlichen Sachverhalt, zu etwaigen Erklärungen gegenüber Ermittlungsbehörden oder zu sonstigen Details beantwortet“. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. Online bezweifeln die meisten User in Kommentaren, dass Kaiser alles nur gefakt haben soll und stellen die berechtigte Frage, warum er das hätte tun sollen. Pascal Kaiser erklärte gegenüber SCHWULISSIMO, er dürfe derzeit auf Anraten seines Rechtsanwalts Ramon Thal keine Stellungnahme abgeben, betonte aber zudem, dass derzeit in alle Richtungen ermittelt werde. 

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