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Mehr Hass trotz Pride Welle von Anti-LGBTIQ+-Angriffen beim World Pride

Von ms - 04.08.2026 - 09:00 Uhr
Mehr Hass trotz Pride
Foto: IMAGO / Nexpher Images
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Die Feierlichkeiten zur World Pride in Amsterdam sind von zahlreichen weiteren LGBTIQ+-feindlichen und homophoben Vorfällen begleitet worden. Bereits am ersten Wochenende wurden dabei mehr als 70 Angriffe gemeldet, am zweiten großen Veranstaltungswochenende gingen beim zuständigen Polizeinetzwerk sogar mehr als 170 Meldungen wegen Diskriminierung und Gewalt gegen LGBTIQ+-Menschen ein.

Das Wichtigste im Überblick

  • Während des zweiten World Pride-Wochenendes in Amsterdam gingen mehr als 170 Meldungen über Diskriminierung und Gewalt ein.
  • Insgesamt wurden bei den beiden zentralen Veranstaltungswochenenden mehr als 270 homophobe und LGBTIQ+-feindliche Vorfälle registriert.
  • Die Meldungen gingen beim Polizeinetzwerk RITA ein, das innerhalb der niederländischen Polizei für die LGBTIQ+-Community zuständig ist.
  • Die Vorfälle reichten von Beleidigungen und Bedrohungen bis zu körperlichen Angriffen und Sachbeschädigungen.
  • Die Polizei geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Übergriffe höher liegen könnte, weil viele Fälle nicht gemeldet werden.

Viele Übergriffe während World Pride

Die Berichte wurden bei RITA (Roze in Blauw & Transgender Netwerk Politie) aufgenommen. Das Netzwerk ist die offizielle Anlaufstelle innerhalb der niederländischen Polizei für die LGBTIQ+-Community. Zusammen mit den insgesamt rund 100 Meldungen zuvor wurden damit während der beiden zentralen World Pride-Wochenenden mehr als 270 Vorfälle registriert. Nach Angaben eines RITA-Sprechers zeigen die Meldungen ein breites Spektrum an Anfeindungen. Dazu gehörten demnach verbale Angriffe, etwa Beschimpfungen mit homophoben Beleidigungen, ebenso wie Einschüchterungen und Bedrohungen.

Auch körperliche Übergriffe wurden gemeldet. Dazu zählten unter anderem Fälle, in denen Menschen angespuckt wurden, sowie direkte Angriffe auf Personen. Außerdem registrierte die Polizei Diebstähle und Beschädigungen von persönlichem Eigentum. In einem Fall sei einer Person eine Regenbogenflagge aus der Hand gerissen worden. Die Vorfälle beschränkten sich nicht auf einzelne Bereiche der Stadt. Sie ereigneten sich nach Angaben von RITA an verschiedenen Orten in Amsterdam, darunter im öffentlichen Nahverkehr, in der Innenstadt sowie in der Nähe offizieller Veranstaltungsorte der World Pride.

Polizei ruft zu Meldungen auf

Die Polizei weist darauf hin, dass die veröffentlichten Zahlen vermutlich nur einen Teil der tatsächlichen Vorfälle abbilden. Viele Fälle von Diskriminierung oder Belästigung würden nicht gemeldet, weil Betroffene sie als nicht schwerwiegend genug einschätzten oder Zweifel hätten, ob eine Anzeige etwas bewirken könne. Laut der Studie der EU-Grundrechteagentur werden nur zehn Prozent der Attacken auch protokolliert. „Jede Meldung zählt“, erklärte ein Vertreter der Polizei. „Sie hilft uns, ein genaueres Bild von den Problemen und den Orten zu bekommen, an denen sie auftreten. Auch wenn ein Vorfall geringfügig erscheint, trägt seine Meldung zur Sicherheit der Gemeinschaft bei und hilft dabei, Täter zur Verantwortung zu ziehen.“

RITA arbeitet nach eigenen Angaben weiter daran, die Hürde für eine Meldung zu senken. Ziel sei es, mehr Betroffene zu ermutigen, sich an die Behörden zu wenden. Alle mehr als 170 Meldungen des zweiten Wochenendes werden derzeit von der Polizei bearbeitet und untersucht. Die hohe Zahl der registrierten Vorfälle zeigt nach Einschätzung des Netzwerks, dass die Sicherheit und gesellschaftliche Akzeptanz von LGBTIQ+-Menschen auch bei großen Veranstaltungen zur Feier von Vielfalt nicht selbstverständlich sind. Die Ereignisse verdeutlichen zugleich die Bedeutung von Unterstützungssystemen, Aufmerksamkeit und der weiteren Arbeit von Community-Netzwerken wie RITA.

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