Direkt zum Inhalt
Martyn Butler ist tot

Martyn Butler ist tot Jahrzehntelanger Einsatz für LGBTIQ+ und Menschen mit HIV

ms - 24.02.2026 - 08:30 Uhr
Loading audio player...

Martyn Butler OBE, Mitbegründer der Terrence Higgins Trust, ist am 21. Februar 2026 im Alter von 71 Jahren gestorben. Butler, der sich über Jahrzehnte hinweg für das Bewusstsein über HIV/AIDS und die Rechte von LGBTIQ+ einsetzte, starb unerwartet am vergangenen Wochenende. 

Ein Leben für Menschen mit HIV

„Wir sind am Boden zerstört, ihn so plötzlich zu verlieren, aber voller Stolz auf alles, was er erreicht hat“, erklärte sein Bruder Guy Hewett in einer Pressemitteilung. Butler war maßgeblich an der Gründung des Terrence Higgins Trust beteiligt. Nach dem Tod seines Freundes und Kollegen Terry Higgins im Jahr 1982 setzte er sich gemeinsam mit Rupert Whitaker für die Unterstützung von Menschen mit HIV und AIDS ein. Bereits 1983 gründete er die erste AIDS-Hotline, die er von zu Hause aus betrieb.

„Er sah es als seine Pflicht, das Land und insbesondere die schwule Gemeinschaft mit den wenigen Informationen, die es über HIV und AIDS zu Beginn der 1980er Jahre gab, zu versorgen“, sagte Hewett weiter. „Trauer ist der schreckliche Preis der Liebe, aber wir wissen, dass sein Erbe weiterlebt.“ Im Juni 2022 wurde Butler mit einem OBE („Order of the British Empire“) und dem Rainbow Honours Lifetime Achievement Award ausgezeichnet für seine Verdienste für die Community. 

Butler, der in Newport, Wales, geboren wurde, zog in den 1970er Jahren im Alter von 16 Jahren nach London, um eine Karriere in der Unterhaltungsindustrie zu verfolgen. In einer bemerkenswerten Wendung wurde seine Lebensgeschichte später in der BBC-Dramaserie „It’s A Sin“ von Russell T Davies verarbeitet.

Sein Erbe lebt weiter 

Gareth Thomas, ehemaliger Kapitän der British Lions und Patron der Terrence Higgins Trust, würdigte Butler als „Vorbild“, das sich über fünf Jahrzehnte für die Unterstützung von HIV-positiven Menschen stark gemacht habe. „Ich werde sein Lächeln nie vergessen und wir führen den Kampf in seinem Gedenken weiter“, so Thomas. Auch der britische Staatssekretär für Gesundheit und soziale Versorgung, Wes Streeting, äußerte sich zu Butlers Tod: „Es war mir eine Ehre, Teil seiner fünften Dekade des Einsatzes für HIV-Prävention, Unterstützung und Erinnerung zu sein. Wir sind ihm alle auf immer dankbar und sein Erbe lebt weiter.“

Richard Angell OBE, Geschäftsführer des Terrence Higgins Trust, zeigte sich ebenfalls erschüttert von der Nachricht: „Sein Tod kommt für viele von uns überraschend. Er sollte diesen Freitag bei einer Veranstaltung des Terrence Higgins Trust sprechen“, sagte Angell. „Martyn war immer für uns da, von der ersten Spendensammlung über das Engagement bei Pride-Veranstaltungen bis hin zu Medienauftritten. Wir werden ihn sehr vermissen.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Angriff auf Pride-Flagge

Rechte Politiker in Portugal

Die rechtspopulistische Partei Chega in Portugal fordert ein Verbot von allen Pride-Flaggen an staatlichen Gebäuden und betont die Staats-Neutralität.
Klare Absage an LGBTIQ+

Keine Reformen im Vatikan

Papst Leo XIV. bekräftigte jetzt seine klare Absage zur LGBTIQ+-Commmunity, diese polarisiere die Kirche viel zu stark.
Schwuler Mann erschossen

Mord vor queerem Club in Orlando

Ein 33-jähriger schwuler Mann wurde in Orlando, Florida, direkt vor einem queeren Club erschossen. Die Polizei hat einen Tatverdächtigen festgenommen.
Brutale Attacke in München

Schwuler in Straßenbahn angegriffen

Brutale Attacke auf einen jungen schwulen Münchner: Der 23-Jährige wurde mit einer Bierflasche angegriffen und in der Straßenbahn zusammengeschlagen.
Homophobie in Berlin

Küssende Männer sind „ekelhaft“

Jeder fünfte Berliner findet küssende Schwule „ekelhaft“, vor allem junge Menschen. Eine Studie belegt: Auch in Berlin ist Homophobie weit verbreitet.
Folgen homophober Gesänge

Strafe für britischen Fußballclub

Homophobe Gesänge von Fußballfans haben jetzt Konsequenzen für den britischen Fußballklub Cardiff City, das Strafmaß ist noch nicht publik.
Hilfe für LGBTIQ+-Opfer

Neue Initiative in Umbrien

In Umbrien wurde ein neues Gesetz verabschiedet, das LGBTIQ+-Opfern von Diskriminierung und Gewalt Sozialwohnungen bereitstellen soll.
Von Hardcore zum Weißen Haus

Ex-Adulstar in der US-Politik

Vom Tellerwäscher zum Millionär? Das geht auch anders: Vom schwulen Hardcore-Star zum queerfeindlichen Berater im Umkreis des Weißen Hauses.
Forderungen in Bayern

Mehr Engagement der Kommunen

Der LSVD+ Bayern hat sich mit Forderungen an die Kommunen im Freistaat gewandt, diese sollten sich stärker und besser für LGBTIQ+ starkmachen.