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LGBTQ Sports Hall of Fame

LGBTQ Sports Hall of Fame Ruhmeshalle für LGBTIQ+, allen voran Maybelle Blair

ms - 22.01.2026 - 11:00 Uhr
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Die LGBTQ Sports Hall of Fame hat zehn neue Mitglieder für das Jahr 2026 bekannt gegeben. Zu den Geehrten zählen unter anderem die Tennislegende Billie Jean King und der frühere Basketballprofi Jason Collins, die für ihre sportlichen Leistungen und ihr Engagement für Gleichberechtigung ausgezeichnet werden. Beide erhalten zusätzlich den Glenn Burke Award, der Persönlichkeiten würdigt, deren „Mut und Authentizität die Sportlandschaft nachhaltig verändert haben“.

Engagement für Inklusion

„Diese Personen verkörpern den Kern unserer Mission in der Hall of Fame“, erklärte der Vorsitzende der LGBTQ Sports Hall of Fame, Scott Bova. „Ihre Beiträge zu Sport und gesellschaftlichem Engagement haben den Weg für mehr Inklusion geebnet und unzählige Athletinnen, Athleten und Fans weltweit inspiriert. Wir fühlen uns geehrt, ihr Vermächtnis anzuerkennen.“

Die 2013 gegründete LGBTQ Sports Hall of Fame würdigt weltweit die Leistungen von LGBTIQ+-Personen im Sport. Zur „Class of 2026“ gehört unter anderem auch die Baseballspielerin Maybelle Blair. Sie spielte in den 1940er-Jahren in der All-American Girls Professional Baseball League (AAGPBL) und outete sich erst im Alter von 95 Jahren öffentlich. Bei einer Podiumsdiskussion zur Serienadaption von „A League of Their Own“ sagte Blair, sie habe sich „85 Jahre lang versteckt“ und geglaubt, mit ihr „stimme etwas nicht“, weil sie in der Highschool in ein Mädchen verliebt gewesen sei.

Preisträger aus der Community

Ebenfalls ausgezeichnet wird Nikki Hiltz. Hiltz ist trans* und nicht-binäre und gewann unter anderem eine Silbermedaille bei Weltmeisterschaften im Langstreckenlauf sowie mehrere nationale Titel und setzt sich öffentlich für mehr LGBTIQ+-Inklusion in der Leichtathletik ein.

NBA-Schiedsrichter Bill Kennedy, seit mehr als 30 Jahren in der Liga im Einsatz, wird ebenfalls aufgenommen. Er wurde 2015 der zweite offen schwule Schiedsrichter der NBA. Kennedy hatte sich öffentlich geoutet, nachdem Spieler Rajon Rondo ihn während eines Spiels beleidigt hatte. Rondo entschuldigte sich später und erklärte, seine Worte seien „inakzeptabel gewesen und hätten nicht seine Einstellung gegenüber der LGBTIQ+-Community widergespiegelt“.

Zu den Geehrten zählt auch die Rugbyspielerin Phaidra Knight, die die USA fast zwei Jahrzehnte lang international vertrat. Sie wurde 2010 als USA Rugby Player of the Decade ausgezeichnet und 2017 in die World Rugby Hall of Fame aufgenommen. Der frühere Highschool-Basketballtrainer und Sportdirektor Anthony Nicodemo, der sich 2013 öffentlich outete, wird für sein Engagement im Schul- und Jugendsport geehrt. Damals sagte er, er sei von der Reaktion seines Teams „überwältigt“ gewesen.

Viele ungeoutete Spitzensportler

Mit Ryan O’Callaghan wird zudem ein ehemaliger NFL-Spieler aufgenommen. Der Offensive Tackle spielte sechs Jahre für die New England Patriots und die Kansas City Chiefs und outete sich 2017 als schwul. Später erklärte er, es gebe „viele ungeoutete NFL-Spieler“, und fügte hinzu: „Ich denke, man kann mit Sicherheit sagen, dass es in jedem Team mindestens einen gibt, der schwul oder bisexuell ist. Viele sehen darin noch immer ein potenzielles Risiko für ihre Karriere.“

Ebenfalls Teil der „Class of 2026“ ist die Journalistin Robin Roberts. Sie arbeitete von 1990 bis 2005 für ESPN, sprach 2013 öffentlich über ihre sexuelle Orientierung und wurde 2012 für ihre Verdienste um den Frauensport in die Women’s Basketball Hall of Fame aufgenommen. Der Sportmanager Rick Welts, derzeit Geschäftsführer der Dallas Mavericks, wird für seine langjährige Tätigkeit in der NBA geehrt. Er arbeitet seit mehr als 50 Jahren in der Liga und outete sich 2011 öffentlich als erster prominenter US-Sportfunktionär.

Mit Sue Wicks wird zudem eine frühere WNBA-Spielerin aufgenommen, die sich bereits 2002 öffentlich outete. Damals sagte sie, sie könne nicht sagen, „wie viele Spielerinnen lesbisch sind – aber es wäre einfacher, die Heterosexuellen zu zählen“. Abgerundet wird die Auswahl durch Dan Woog. Er war einer der ersten Highschool-Trainer, die sich öffentlich outeten, engagiert sich seit vielen Jahren für LGBTIQ+-Inklusion im Sport und ist Autor mehrerer Bücher über queere Athletinnen und Athleten sowie seine Erfahrungen im Fußball.

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