Der japanische Volleyball-Profi Reon Arao (25) hat sich jetzt öffentlich zu seiner Identität und seinen Gefühlen gegenüber Menschen verschiedener Geschlechter geäußert. In einem persönlichen Beitrag auf Instagram erklärte der Spieler von Voreas Hokkaido, dass ihn das Coming-Out seines Volleyballkollegen Rui Takahashi zu diesem Schritt ermutigt habe.
Das Wichtigste im Überblick
- Reon Arao spielt als Libero für Voreas Hokkaido in der japanischen Männer-Profiliga SV.League.
- In einem persönlichen Instagram-Beitrag äußerte sich Arao öffentlich zu seiner Identität und seinen Gefühlen gegenüber Menschen verschiedener Geschlechter.
- Arao erklärte, weder bei seiner eigenen Geschlechtsidentität noch beim Geschlecht der Menschen, die er mag, feste Grenzen zu ziehen.
- Klassische Geschlechterrollen und Aussagen wie „weil ich ein Mann bin“ oder „weil ich eine Frau bin“ bereiten ihm Unbehagen.
- Das Coming-Out von Volleyballspieler Rui Takahashi habe Arao ermutigt, selbst öffentlich über seine Erfahrungen zu sprechen.
Keine persönlichen Grenzen
Arao spielt als Libero für Voreas Hokkaido in der japanischen Männer-Profiliga SV.League. In seinem Beitrag beschreibt er, wie er sich bereits seit seiner Kindheit mit Geschlecht, Geschlechterrollen und seinen eigenen Gefühlen auseinandersetzt. „Seit meiner Kindheit habe ich Zeit mit den unterschiedlichsten Freunden verbracht, unabhängig vom Geschlecht. Manchmal war ich auch in Gruppen unterwegs, in denen ausschließlich Mädchen waren“, erklärte Arao. „In diesem Umfeld wurden ‚süß‘, ‚cool‘ und ‚schön‘ zu wichtigen Empfindungen für mich. Und diese Gefühle führten nicht nur zu dem Wunsch, selbst so zu werden, sondern auch zu dem Gefühl, sie zu ‚mögen‘.“ Daraus habe sich für ihn ein offener Umgang mit der eigenen Identität entwickelt: „Deshalb habe ich weder hinsichtlich meiner Geschlechtsidentität noch hinsichtlich des Geschlechts der Menschen, die ich mag, Grenzen gezogen.“
Unbehagen mit Geschlechterrollen
Arao sprach zudem darüber, dass er sich mit traditionellen Zuschreibungen zu Männern und Frauen häufig nicht wohlfühle. „Ich fühle mich bei Formulierungen wie ‚weil ich ein Mann bin‘ oder ‚weil ich eine Frau bin‘ oft unwohl und entscheide mich häufig für Frauenkleidung. Während ich mich in der Gesellschaft von Frauen wohler fühle, empfinde ich auch Freude daran, Zeit mit Männern zu verbringen.“ Der Profi erklärte zugleich, dass es für ihn schwierig gewesen sei, öffentlich über diese Gefühle zu sprechen. „Ich hatte meinen Anteil an Schwierigkeiten und Zweifeln hinsichtlich der Gefühle in mir. Schon die Worte ‚Coming-Out‘ fühlten sich für mich schwer und wie eine dicke Mauer an.“
Rui Takahashi gab ihm Mut
Den entscheidenden Anstoß für seinen öffentlichen Schritt habe Rui Takahashi gegeben, der ebenfalls als Profi-Volleyballspieler in Japan aktiv ist und kurz zuvor öffentlich über sein eigenes Coming-Out als schwuler Mann gesprochen hatte. „Besonders wurde ich durch den Mut von Rui Takahashi ermutigt, der in derselben Sportart an vorderster Front aktiv ist, und ich beschloss, mich mit meinen eigenen Worten auszudrücken.“ Damit haben sich innerhalb kurzer Zeit zwei Spieler aus dem japanischen Profi-Volleyball öffentlich zu ihrer homosexuellen oder queeren Identität geäußert.