Direkt zum Inhalt
LGBTIQ+-Pilgerreise

LGBTIQ+-Pilgerreise nach Rom Bischof Savino will Unterdrückten ihre Würde zurückgeben

ms - 08.09.2025 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Am vergangenen Wochenende fand die erste offizielle Pilgerreise von rund 1.400 LGBTIQ+-Menschen im Rahmen des Jubiläumsjahres des Vatikans nach Rom statt inklusive Mahnwachen, Gesprächsforen und Feiern im Petersdom. Die Gläubigen aus der Community kamen aus 30 Ländern.

Eine Frage der Würde

Ende letzten Jahres war die Idee dazu geboren worden, bereits damals wollte die römisch-katholische Kirche von dem Projekt nicht wirklich etwas wissen. Nun am ersten September-Wochenende blieb der Vatikan bei seiner Haltung, es gab keine Privataudienz wie sonst oft üblich in solchen Fällen bei Papst Leo XIV., allerdings zelebrierte der Vizepräsident der italienischen Bischofskonferenz, Bischof Franceseco Savino, die Messe für die Pilger in der Jesuitenkirche Chiesa del Gesù und erklärte: „Das Jubiläum war die Zeit, die Unterdrückten zu befreien und denen ihre Würde zurückzugeben, denen sie verwehrt wurde. Brüder und Schwestern, ich sage dies mit großer Anteilnahme: Es ist Zeit, allen ihre Würde zurückzugeben, besonders denen, denen sie verwehrt wurde.“

Am Samstag schritten die LGBTIQ+-Menschen außerdem durch die Heilige Pforte der Petersbasilika – eine Zeichen der Versöhnung, wie die Organisatoren hoffen. „LGBTIQ+-Menschen marschieren und gehen nicht nur, um zu zeigen, dass sie Teil der Kirche sind, sondern offizielle kirchliche Institutionen heißen sie willkommen und helfen ihnen, ihre Geschichten zu erzählen“, so Francis DeBernardo, Geschäftsführer von New Ways Ministry. Die Organisation setzt sich für die LGBTIQ+-Community innerhalb der katholischen Kirche ein. Mehrere queere Verbände hatten an der Pilgerreise teilgenommen. 

Befreiung und Barmherzigkeit 

Organisiert wurde die Pilgerreise von der 2018 gegründeten Gruppe "La Tenda di Gionata" (Zelt von Jonathan) – der Name der Vereinigung ist eine Anspielung auf die Worte des Propheten Jesaja, der Gläubige dazu auffordert: „Vergrößere den Raum deines Zeltes“, also dazu, mehr Menschen teilhaben zu lassen. „Wir haben uns oft an den Rand gedrängt gefühlt. Mit dieser Pilgerreise erleben wir eine Zeit der Befreiung, der Hoffnung, der Barmherzigkeit, in der wir uns auch dort erwartet, beim Namen gerufen, erwünscht und geliebt fühlen, in diesem Haus, das für alle und jeden ist“, so Präsident Innocenzo Pontillo. Papst Leo selbst hat indes seine ablehnende Haltung gegenüber Homosexuellen zuletzt mehrfach betont, wenngleich die von Vorgänger Franziskus erlaubten Segnungen von Schwulen und Lesben unter strengen Auflagen erhalten bleiben sollen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Rekorde beim Rom Pride

Mega-Hitze, Mega-Publikum

Trotz extremer Temperaturen´und eines Zwischenfalls mit Reizstoff-Ampullen hat Pride in Rom am Wochenende Hunderttausende Menschen mobilisiert.
James Burrows ist tot

Kult-Regisseur von "Will & Grace"

James Burrows prägte mit Serien wie „Cheers“, „Friends“ und „Will & Grace“ über Jahrzehnte das Fernsehen und ist nun im Alter von 85 Jahren gestorben.
Neue Statistik von Pornhub

Vorlieben schwuler Jungs online

Eine Auswertung zum Pride Monat 2026 zeigt, welche Kategorien und Suchbegriffe bei schwulen Pornoinhalten weltweit besonders gefragt waren.
"Patriarchat muss brennen"

Kritik an martialischer Sprache

Der Christopher Street Day (CSD) in Freiberg sorgt mit seinem Motto „Farbe bekennen – das Patriarchat muss brennen" für Aufsehen.
Dating-Masche in Indien

Festnahmen nach Erpressung

Ein Mann in Indien soll über eine Dating-App in eine Falle gelockt, misshandelt und anschließend erpresst worden sein.
Bittere Zahlen

WM und der Einsatz für LGBTIQ+

Eine neue Auswertung zeigt: Gerade einmal acht der fast 1.300 Fußballer bei der laufenden WM setzen sich aktiv für LGBTIQ+-Themen ein.
Klage gegen queeren US-Verband

US-Agenda schreitet weiter voran

Die US-Regierung verschärft ihren Kurs gegen Organisationen, die Standards für geschlechtsangleichende Behandlungen entwickeln.
Kasachstan sperrt Webseite

Vorgehen gegen queere Gruppe

Kasachstan hat im Rahmen des neuen Anti-Homosexuellen-Gesetzes eine erste Webseite mit LGBTIQ+-Themen gesperrt.