LGBTIQ+-Inhalte im Fernsehen Warnhinweise für queere Themen im US-Fernsehen?
Eine neue Untersuchung der amerikanischen Federal Communications Commission (FCC) zu altersspezifischen Fernsehratings sorgt aktuell für heftige Reaktionen von LGBTIQ+-Vertretern. Die unabhängige US-Behörde für die Regulierung von Kommunikationsmitteln prüft derzeit, ob bestehende TV-Ratings angepasst werden sollten, um sogenannte „Themen der Geschlechtsidentität“ zu berücksichtigen. In einer formellen Bekanntmachung fragt die FCC, ob Eltern ausreichend informiert werden, wenn Kinderprogramme Diskussionen über queere Geschlechtsidentität enthalten, und ob zusätzliche Kennzeichnungen oder höhere Altersfreigaben nötig seien.
Das Wichtigste im Überblick
- Die amerikanische TV-Aufsichtsbehörde FCC prüft, ob TV-Ratings zur Kennzeichnung von LGBTIQ+-Inhalten angepasst werden sollten.
- Die Maßnahme stößt auf scharfe Kritik von LGBTIQ+-Organisationen, insbesondere bei GLAAD.
- GLAAD warnt vor staatlicher Überwachung queerer Inhalte und weist auf den hohen Anteil junger queerer Menschen hin.
- Es handelt sich bisher um eine öffentliche Anhörung, eine konkrete Regeländerung wurde noch nicht vorgeschlagen.
Keine Zensur bei LGBTIQ+-Themen
GLAAD, die größte US-amerikanische queere Organisation, kritisierte die Initiative scharf. „Eltern sollten absolut ein Mitspracherecht haben, was ihre Kinder sehen, und Eltern wissen bereits, dass das Sehen einer LGBTIQ+-Person auf dem Bildschirm oder im realen Leben keinen Schaden verursacht“, sagte GLAAD-Präsidentin und CEO Sarah Kate Ellis. „Was jedoch Schaden anrichtet, ist eine Übergriffigkeit der Regierung.“
Ellis verwies zudem auf demografische Fakten: 23 Prozent der Amerikaner unter 30 Jahren identifizieren sich inzwischen als LGBTIQ+, und mehr als fünf Millionen Kinder werden von queeren Eltern aufgezogen. „Medienunternehmen müssen in der Lage sein, Geschichten zu erschaffen und auszustrahlen, die ein Viertel ihres Publikums widerspiegeln, ohne dass eine Regierungsbehörde mit eigener anti-transgender-politischer Agenda eingreift“, so Ellis weiter.
Gefahr von Medienmanipulation
Die FCC hat bisher keine konkrete Regeländerung vorgeschlagen. Es handelt sich um eine öffentliche Anhörung, bei der die Bürger ihre Meinung einbringen können. Die Fragen der Behörde zielen unter anderem darauf ab, ob Sendungen mit den Altersfreigaben TV-Y, TV-Y7 oder TV-G zusätzliche Warnhinweise enthalten sollten, wenn sie Inhalte zur Geschlechtsidentität beinhalten. „Die Amerikaner sollten ihre Stimme erheben und einen Kommentar einreichen, der diesen jüngsten Versuch der FCC unter Brendan Carr zurückweist, die Medien zu manipulieren, die Meinungsfreiheit einzuschränken und LGBTIQ+-Amerikaner zu schädigen“, sagte Ellis.
Die Diskussion kommt zu einer besonders angespannten Zeit für trans* Personen in den USA. Zahlreiche Bundesstaaten haben Regelungen erlassen, die den Umgang mit Geschlechtsidentität in Schulen und Bibliotheken einschränken. Konservative Gruppen haben zudem Medienunternehmen verstärkt wegen inklusiver Inhalte kritisiert. „Es geht hier um mehr als Fernsehen“, erklärte Ellis. „Es geht darum, ob eine Regierungsbehörde Kultur umgestalten, Erzählungen einschränken und die freie Meinungsäußerung untergraben darf.“