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LGBTI* -Treffpunkte weltweit im Fokus Bereits rund 500 Unternehmen dabei

Von ms - 19.04.2022 - 13:30 Uhr
LGBTI* -Treffpunkte weltweit im Fokus // © jacoblund
Foto: LGBTI* -Treffpunkte weltweit im Fokus // © jacoblund
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Die Community verbinden – ein stets gern gehörter Leitsatz, der leider immer wieder aus unterschiedlichen Gründen scheitert. Zuletzt mit diesem Statement angetreten war Großbritannien. Das Land wollte die weltweit größte, erste globale Konferenz von LGBTI*-Organisationen im Juni 2022 umsetzen. Geplatzt war der Plan schlussendlich an der Absage von rund einhundert queerer Organisationen, die damit ihren Unmut über das geplante Konversionstherapie-Verbot ohne Transsexuelle zum Ausdruck bringen wollten.

Deutlich effektiver ist da nun die neue Idee von Charlie Sprinkman, Gründer von "Everywhere is queer“. Ziel des Projekts ist es, ein weltweit zentrales Verzeichnis für LGBTI*-Unternehmen und Community-Treffpunkte zu schaffen. Die Idee dazu kam Sprinkman, nachdem er 2019 selbst als Vertreter eines Bio-Getränkeunternehmens die Bundesstaaten der USA bereiste und immer wieder erfolglos online nach queeren Treffpunkten suchte. Schlussendlich reifte sein Entschluss zur Gründung, nachdem er zwei Jahre später Betreuer in einem Queer Leadership Camp für 12- bis 18-Jährige außerhalb von Los Angeles war – zwei Wochen lang war er umgeben von rund einhundert queeren Menschen und spürte eine besondere Kraft, die von diesem Treffen ausging.

"Ich habe mich gefragt: 'Wie kann ich diesen Raum schaffen? Vielleicht nicht so groß wie ein Camp, aber wie ein Raum, in dem die Menschen diese Energie spüren können und nicht dafür verurteilt werden, wer sie sind", so Sprinkman gegenüber NBC News. Er wollte aufzeigen, dass LGBTI*-Menschen überall sind, eben Everywhere Is Queer. Heute umfasst das Projekt eine Website und Social-Media-Plattformen und listet hier all jene Unternehmen auf, die tatsächlich LGBTI* als Leitsatz in der Firmenstruktur haben. Die ersten 500 Unternehmen sind dabei, darunter auch die ersten Firmen aus Deutschland wie beispielsweise eine Seifenmanufaktur aus Bayern oder ein feministischer Sexspielzeugstore aus Berlin. Anders als Europas größte queere Karrieremesse, Sticks & Stones in Berlin, geht es dem Projekt Everywhere Is Queer darum, viele kleine und mittlere Locations und kreative Anbieter als Treffpunkte zu etablieren. Die Karrieremesse aus Deutschland dagegen will vorrangig rund einhundert der großen, Diversity-orientierten Unternehmen mit potenziellen queeren Arbeitssuchenden in Verbindung bringen.  

Ob das Angebot von Sprinkman auf Dauer von Erfolg gekrönt sein wird, muss sich sicherlich erst noch zeigen, die Grundidee allerdings, kreative queere Menschen an ganz unterschiedlichen Orten und Wirkungsstätten zusammenzubringen, ist Sprinkman in einem ersten Schritt vor allem in den USA bereits gelungen. Die meisten Unternehmen kommen aktuell aus Amerika und Großbritannien, wobei die Firmen selbst unterschiedlicher kaum sein könnten – vom Hotel bis zum Skateboard-Verleih ist alles dabei.

Eine weitere Besonderheit ist dabei auch, dass Sprinkman gezielt auch kleinere Orte und Vorstädte im Blick hat, wo es gerade für queere Menschen oftmals noch schwer ist, Gleichgesinnte zu finden: "Als ich Everywhere Is Queer aufbaute, dachte ich über die Jugendlichen meiner Heimatstadt nach und versuchte, Räume für sie zu finden und zu schaffen, in denen sie, auch wenn sie nicht geoutet sind, einfach in einem Café sitzen und queere Menschen sehen können. Ich hoffe, dass Everywhere Is Queer vielen Menschen diese unterbewusste Möglichkeit bietet, andere queere Menschen zu sehen."

Die erste Resonanz gerade aus Amerika ist durchwegs positiv – vor allem zeigt sich, dass neue queere Treffpunkte auch die scheinbare Barriere zwischen Alt und Jung aufheben können. "Ich hoffe, dass ein queeres Unternehmen, das vorher vielleicht nicht bekannt war, einen Raum und ein bisschen mehr Selbstvertrauen und weniger Verurteilung für jeden bieten kann, der damit kämpft, sein authentisches Selbst herauszufinden", so Sprinkman abschließend. Ein hehres Ziel und vielleicht können wir tatsächlich irgendwann sagen: Überall ist queer.

https://www.everywhereisqueer.com/

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