Direkt zum Inhalt
Lage in Mauretanien
ANZEIGE

Lage in Mauretanien Stigmatisierung und Hass gegenüber LGBTIQ+-Personen

ms - 19.01.2026 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Mauretanien zählt zu den Ländern, in denen gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen nach wie vor unter Strafe stehen. Das Strafgesetzbuch sieht für Männer die Todesstrafe durch Steinigung vor, wenngleich die Regierung im Jahr 2021 ein faktisches Moratorium auf die Vollstreckung dieser Strafe bestätigte. Trotz dieser De-facto-Aussetzung der Todesstrafe berichten queere Organisationen weiterhin von Verhaftungen und Angriffen auf LGBTIQ+-Personen. 

Unsichtbar und in ständiger Gefahr 

In dem westafrikanischen Land sind homosexuelle Personen aufgrund der starken gesellschaftlichen Stigmatisierung weitgehend unsichtbar. Viele von ihnen verstecken ihre Identität aus Angst vor Diskriminierung, sozialer Ablehnung und rechtlichen Konsequenzen, wie der queere Verein 76crimes berichtet. Jene, die entdeckt werden, verbringen oft viele Jahre im Gefängnis. Besonders betroffen sind überdies Flüchtlinge aus dem Senegal, die in Mauretanien Zuflucht suchen, seitdem Homosexualität dort zu einem öffentlichen Streitthema wurde. Einige senegalesische LGBTIQ+-Personen erhielten von den Vereinten Nationen den Flüchtlingsstatus, doch sie sind weiterhin mit großen rechtlichen und gesundheitlichen Risiken konfrontiert.

Unklare Regelungen und Verhaftungen

Das Anti-Homosexualitätsgesetz in Mauretanien betrifft in erster Linie muslimische Männer, wobei es je nach Fall auch für nicht-muslimische Männer angewendet werden kann. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Berichte über Verhaftungen von Schwulen, die unter dem Vorwurf von sexuellen Handlungen festgenommen wurden. Ein besonders prominenter Vorfall ereignete sich im Januar 2020, als zehn Menschen verhaftet wurden, weil sie angeblich an einer gleichgeschlechtlichen Hochzeit teilgenommen hatten. Die Polizei räumte später ein, dass es sich bei der Veranstaltung lediglich um eine Geburtstagsfeier gehandelt hatte, die Festgenommenen seien jedoch wegen „Frauenimitierens“ inhaftiert worden.

Die acht Männer, die im Rahmen dieses Vorfalls verhaftet wurden, gestanden zunächst, homosexuell zu sein, widerriefen diese Aussagen jedoch im Gerichtsverfahren. Acht von ihnen wurden schließlich zu zwei Jahren Haft verurteilt, darunter wegen „Unanständigkeit“ und „Anstiftung zur Ausschweifung“. Eine Frau erhielt eine einjährige Bewährungsstrafe, weil sie bei der Feier anwesend gewesen war. Der Restaurantbesitzer, der die Veranstaltung ausgerichtet hatte, wurde freigesprochen.

Diskriminierung von Homosexuellen

Die US-amerikanische Botschaft in Mauretanien bekräftigte aktuell, dass Homosexuelle oft Opfer von Schikane und Gewalt durch die Nationalpolizei sowie von Nachbarn und Familienmitgliedern werden, offiziell dokumentiert werden die Fälle indes kaum. Aufgrund der Schwere der gesellschaftlichen Ablehnung und der drohenden rechtlichen Konsequenzen wird die Identität vieler LGBTIQ+-Personen in der Öffentlichkeit auch weiterhin kaum thematisiert. Die Organisation SOS Pairs Educateurs betonte außerdem, dass von der Diskriminierung insbesondere verstärkt schwule Männer mit HIV betroffen sind – eine Thematisierung dieser Problematik unter gesundheitsspezifischen Aspekten wurde von Seiten der Regierung sowie der Verantwortlichen trotzdem strikt abgelehnt. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry kehrt zurück

Staffel 2-Drehstart steht bevor

Connor Storrie und Hudson Williams stimmen Fans mit einem gemeinsamen Auftritt in Toronto auf die zweite Staffel von „Heated Rivalry“ ein.
Überraschung bei Heartstopper

Gelöschte Sex-Szenen enthüllt

Die „Heartstopper“-Stars verrieten jetzt: Netflix strich den Großteil der gedrehten Sex-Szenen aus dem Abschlussfilm, einiges sei wie "Porno" gewesen.
Autor Benjamin Alire Sáenz

Abschied von einem Erzähler

Der Schriftsteller Benjamin Alire Sáenz, bekannt für „Aristoteles und Dante“, ist im Alter von 71 Jahren gestorben.
Dritte Festnahme von Drake Von

Pornostar wird abermals inhaftiert

Adultdarsteller Drake Von ist jetzt zum dritten Mal in diesem Jahr festgenommen worden. Gegen ihn laufen inzwischen mehrere Strafverfahren.
Haft wegen Regenbogen-Shirt

Russland verschärft Repressionen

Ein russischer Kommunalwahlkandidat muss wegen eines Regenbogen-T-Shirts zehn Tage in Haft und darf nicht mehr kandidieren.
KI-Brillen sorgen für Kritik

Warnung vor Überwachungsrisiko

KI-Brillen von Meta könnten laut Kritikern neue Formen staatlicher Überwachung ermöglichen und besonders Minderheiten wie LGBTIQ+ gefährden.
Rätselhafter Tod in Dublin

Leiche in Recyclinganlage entdeckt

Ein obdachloser schwuler Mann wurde tot in einer Müllanlage in Dublin gefunden. Die Polizei schließt ein mögliches Verbrechen nicht aus.
Hardcore in Österreich

Alterscheck für alle Pornoseiten

Österreich plant ab 2027 verpflichtende Alterskontrollen für Pornoseiten. Kritiker warnen vor Risiken für Datenschutz und Anonymität.
Uni-Rauswurf in Nigeria

Schwule Studenten exmatrikuliert

Eine nigerianische Universität hat jetzt zwei männliche Studenten wegen einer homosexuellen Beziehung von der Hochschule geworfen.