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Kampf gegen das Mobbing an Schulen! Die erste schwarze, nicht-binäre Geschäftsführerin einer landesweiten LGBTI*-Gruppe

Von ms - 27.01.2022 - 14:30 Uhr
Die erste schwarze, nicht-binäre Geschäftsführerin einer landesweiten LGBTI*-Gruppe
Foto: © Cornell University
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Die Wahl von Melanie Willingham-Jaggers (39) zur neuen Geschäftsführerin der landesweit tätigen LGBTI*-Schüler-Schutzorganisation GLSEN hat eine starke Signalwirkung und kommt genau zur richtigen Zeit – sie ist die erste schwarze, nicht-binäre Geschäftsführerin in diesem Amt. Nachdem die Mehrheit der Republikaner (70 Prozent laut SZ-Umfrage vom Januar 2022) noch immer der festen Meinung ist, der Wahlsieg wurde ihnen und Donald Trump gestohlen, haben sich die Konservativen inzwischen auf ein strategisches Machtspiel konzentriert. Systematisch wird versucht, einzelne Gemeinden, Orte oder Bildungsstätten frei von LGBTI*-Menschen umzugestalten. Stärker als je zuvor tobt dieser Machtkampf in diesen Tagen in ganz Amerika.

In rund 30 Bundesstaaten wurden 2021 Gesetzesentwürfe geprüft, die es beispielsweise Transgender-Schülern in Mittelschulen, Gymnasien und Colleges verbieten würden, in den Sportteams mit ihrer Geschlechtsidentität zu spielen. Zehn Staaten haben solche Maßnahmen bereits umgesetzt. An anderer Stelle werden in Schulbibliotheken Bücher mit queeren Inhalten verbrannt beziehungsweise verboten oder den Lehrern soll künftig direkt untersagt werden, überhaupt noch über LGBTI* zu reden. In mehr als der Hälfte aller Bundesstaaten werden derzeit Gesetze geprüft, die ermöglichen sollen, Themen wie LGBTI* oder Rassismus ganz vom Lehrplan zu streichen.

Game Pride 2019 © glsen.org
Game Pride 2019 © glsen.org

Die nationale LGBTI*-Interessenvertretung GLSEN wurde 1990 von einer Gruppe von Lehrern gegründet, um die Schulen für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle und queere Schüler sicherer zu machen. Die Organisation hat 38 Ortsgruppen in mehr als der Hälfte aller Bundesstaaten und arbeitet bundesweit mit vielen LGBTI*-Organisationen und Aktivisten zusammen. Die Interessenvertretung hat in den letzten Jahren auch umfangreiche Forschungen und Umfragen durchgeführt, die sie im National School Climate Survey veröffentlicht – landesweit berichten darin LGBTI*-Schüler über ihre Erfahrungen mit Mobbing und Diskriminierung. Ziel der Studien ist es, konkrete Lösungsansätze zur Verbesserung der Situation zu finden.

Melanie Willingham-Jaggers arbeitet bereits seit mehr als zwanzig Jahren mit LGBTI*-Jugendlichen, unter anderem auch in New York, wo sie obdachlose queere Jugendliche unterstützte. Bis heute prägt sie diese Arbeit, gerade auch, weil einige jener jungen Menschen Suizid begangen haben. Die Situation aktuell an amerikanischen Schulen bezeichnet sie als Kulturkampf – und trotz alledem blickt sie im Interview mit NBC News optimistisch in die Zukunft: "LGBTI*-Jugendliche an Schulen waren schon immer der Dreh- und Angelpunkt, eine Art Brutstätte, der Boden, aus dem diese Funken des Aktivismus sprießen. Wir haben verstanden, dass junge Menschen uns helfen werden, die Vision und den Weg in die Zukunft zu verstehen. Doch wir können nicht einfach mit einer Tasche voller Hoffnung kommen, sondern wir müssen gut in unserer Arbeit sein, denn es steht unglaublich viel auf dem Spiel!“

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