Indonesisches Strafrecht Vorerst kein Sex-Verbot
Die indonesische Regierung um Präsident Joko Widodo wollte mit einem neuen Gesetz außerehelichen und homosexuellen Geschlechtsverkehr unter Strafe stellen. Dieses sah eine Haftstrafe von einem Jahr für außerehelichen Verkehr vor. Gleichgeschlechtliche Paare wären davon in jedem Fall betroffen, da sie nicht heiraten dürfen. Viele ihrer sexuellen Praktiken werden im Entwurf zudem als „obszöne Akte“ deklariert.
Zusätzlich hätten die verschärften Gesetze laut BILD noch weitere Folgen: weniger Rechte für Frauen und religiöse Minderheiten, keine Verhütungsmittel für Minderjährige und ein Verbot von Bettelei und Straßenmusik. Nach heftiger Kritik im In- wie Ausland ruderte Widodo zurück: 14 der geplanten Gesetze sollen noch einmal überarbeitet werden. Das neu gewählte Repräsentatenhaus wird im Oktober über die Gesetzesentwürfe abstimmen. Australien sprach derweil eine Reisewarnung für das muslimische Land aus.
Homosexualität ist in Indonesien alltäglich und nicht strafbar. In den Medien treten homo- und transsexuelle Prominente offen auf. Allerdings wurden Gesetze gegen LGBTI*-Diskriminerung bislang nicht einmal im Parlament diskutiert.