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Independence Day in den USA Feiertag mit Geschichte und Freiheit in Regenbogenfarben

Von ms - 03.07.2026 - 16:35 Uhr
Independence Day in den USA
Foto: FASH Medien Archiv KI
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Wer den Begriff „Independence Day“ hört, denkt heute nicht selten zuerst an riesige Raumschiffe, explodierende Wahrzeichen und US-Präsident Bill Pullman, der in Roland Emmerichs Hollywood-Blockbuster zum Kampf gegen eine Alieninvasion aufruft. Vor allem jüngere Generationen verbinden den Namen des Feiertags häufig eher mit Popcorn-Kino als mit Geschichtsunterricht. Queere Menschen fühlen sich mitunter daran erinnert, wie gerne US-Präsident Donald Trump den besonderen US-Tag als seinen persönlichen Feiertag umdefiniert – dabei ist der Tag viel mehr als nur eine Trump-Party. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Independence Day erinnert an die Unabhängigkeitserklärung der USA vom 4. Juli 1776.
  • Im Jahr 2026 feiern die Vereinigten Staaten ihr 250-jähriges Bestehen – ein historisches Jubiläum.
  • Für viele jüngere Menschen ist der 4. Juli auch mit dem Film „Independence Day“ von Roland Emmerich verbunden.
  • Für viele Homosexuelle und queere Menschen steht der Feiertag nicht nur für nationale, sondern auch für persönliche Freiheit.
  • In zahlreichen Städten verbinden LGBTIQ+-Gruppen den Nationalfeiertag mit eigenen Veranstaltungen und einem sichtbaren Bekenntnis zu Vielfalt.

Feierlichkeiten zum 250. Jubiläum

Der 4. Juli erzählt eine Geschichte, die für die Vereinigten Staaten bis heute identitätsstiftend ist. Am 4. Juli 1776 verabschiedeten die 13 britischen Kolonien die Unabhängigkeitserklärung und lösten sich von der britischen Krone. Das Dokument gilt als Geburtsurkunde der Vereinigten Staaten. Genau 250 Jahre später, am 4. Juli 2026, feiern die USA dieses historische Jubiläum mit Paraden, Konzerten, Feuerwerken und zahlreichen Veranstaltungen im ganzen Land. Traditionell gehören Stars and Stripes, Grillpartys im Garten, Pick-ups voller Flaggen, Baseballspiele und spektakuläre Feuerwerke zum Nationalfeiertag. Familien und Freunde treffen sich zum Barbecue, während am Abend der Himmel über Städten wie New York, Washington oder San Francisco in Rot, Weiß und Blau erleuchtet.

Kampf um Freiheit geht weiter 

Doch der Begriff „Unabhängigkeit“ hat für viele Amerikaner noch eine zweite Bedeutung – insbesondere für die LGBTIQ+-Community. Für schwule, lesbische, bisexuelle und queere Amerikaner ist Freiheit längst nicht mehr nur ein historischer Begriff aus dem 18. Jahrhundert. Sie steht auch für das Recht, offen leben und lieben zu dürfen. Noch vor wenigen Jahrzehnten mussten viele Schwule und Lesben ihre sexuelle Orientierung verbergen. Erst 2003 erklärte der Oberste Gerichtshof Gesetze gegen homosexuelle Beziehungen für verfassungswidrig, 2015 folgte die landesweite Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Für viele war dies ein Stück persönlicher Unabhängigkeit – von Angst, Ausgrenzung und einem Leben im Verborgenen.

Gleichzeitig ist die Debatte über Gleichberechtigung in den USA längst nicht abgeschlossen. In mehreren Bundesstaaten sorgen neue Gesetze und politische Auseinandersetzungen über LGBTIQ+-Rechte für Verunsicherung. Gerade deshalb erhält der Independence Day für viele Homosexuelle und queere Menschen in diesen Tagen eine zusätzliche Symbolkraft. Freiheit wird nicht nur gefeiert, sondern auch als Auftrag verstanden, bereits erreichte Rechte zu verteidigen.

Partys in der Community 

Wie gefeiert wird, unterscheidet sich dabei kaum von anderen Amerikanern – und doch gibt es Besonderheiten. In Metropolen wie New York, San Francisco, Chicago oder Palm Springs organisieren LGBTIQ+-Bars, Community-Zentren und Vereine eigene Partys, Dachterrassenfeste oder Picknicks. Regenbogenflaggen wehen dort häufig direkt neben der amerikanischen Flagge. Viele verbinden den Nationalfeiertag bewusst mit der Botschaft, dass Patriotismus und queere Identität kein Widerspruch sind. Nicht wenige erinnern dabei auch daran, dass der Pride Monat zwar Ende Juni endete, der 4. Juli aber gewissermaßen dessen Nachklang bildet. Nach einem Monat voller Demonstrationen für Gleichberechtigung folgt ein Feiertag, der sich mit Freiheit beschäftigt – ein Zusammenhang, der für viele queere Amerikaner kaum passender sein könnte.

Vielleicht liegt darin auch die schönste Pointe dieses Feiertags. Während im Film „Independence Day“ die Menschheit gemeinsam gegen Außerirdische kämpft, geht es im echten Independence Day seit 250 Jahren um etwas Bodenständigeres – den Wunsch nach Freiheit. Und für viele LGBTIQ+-Menschen bedeutet diese Freiheit bis heute vor allem eines: sich nicht mehr verstecken zu müssen. Das ist zwar weniger spektakulär als eine Alieninvasion, aber für die Betroffenen mindestens genauso bedeutsam.

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