Direkt zum Inhalt

Homosexuelle in Burkina Faso Erstes Urteil nach neuem Anti-Homosexuellen-Gesetz

Von ms - 18.12.2025 - 14:15 Uhr
Radikalisierung in Burkina Faso
Foto: iStock / mirsad sarajlic
ANZEIGE
Loading audio player...

Homosexuelle in Burkina Faso leben immer gefährlicher, seitdem in diesem Jahr ein neues Gesetz verabschiedet wurde, das Homosexualität kriminalisiert. Kurz darauf trat die Regierung des westafrikanischen Landes auch aus dem Internationalen Strafgerichtshof aus und eine Welle von Lynchjustiz gegenüber Schwulen überzog das Land. Jetzt wurde erstmals ein homosexueller Mann nach dem neuen Gesetz verurteilt. 

Zwei Jahre Gefängnis 

Der ausländische Staatsangehörige K.M. erhielt eine Strafe von zwei Jahren Haft sowie eine Geldstrafe von umgerechnet rund 2.900 Euro. Nach der Verbüßung seiner Gefängnisstrafe muss der Mann sofort das Land verlassen. Es ist das erste Urteil des neuen Gesetz gegen Homosexuelle, das im September dieses Jahres in Kraft getreten ist. Der Paragraph kriminalisiert einvernehmliche gleichgeschlechtliche Handlungen und sieht dafür Strafen von bis zu fünf Jahren Haft und hohe Geldbußen vor. Weitere Details zum aktuellen Fall wurden von den Behörden nicht veröffentlicht, auch nicht, was konkret der Homosexuelle verbrochen haben soll. 

Wachsende Feindseligkeit gegen Homosexuelle 

Die African Human Rights Coalition (AHRC) hat ihre große Besorgnis über die Verurteilung geäußert. Die Organisation kritisierte besonders die weit gefassten Bestimmungen des neuen Gesetzes und die Verfolgung eines ausländischen Staatsangehörigen. Sie bezeichnete die Strafe als weitere Eskalation der rechtlichen Verfolgung von homosexuellen Personen in Burkina Faso.

„Die Verurteilung von K.M. muss im Kontext der sich verschlechternden Bedingungen für LGBTIQ+-Individuen in Burkina Faso betrachtet werden“, erklärte Melanie Nathan, die Geschäftsführerin der AHRC. Sie wies überdies darauf hin, dass die Verabschiedung des Gesetzes in einem Umfeld wachsender sozialer Feindseligkeit und religiösem Konservatismus erfolgt sei. Zuvor seien bereits Medienberichte aufgetaucht, die immer wieder homosexuelle Menschen als Bedrohung für die nationale Identität und Moral darstellten. Die Organisation fordert daher eindringlich die internationale Staatengemeinschaft zu einer eingehenden Prüfung der menschenrechtlichen Auswirkungen des Gesetzes und seiner Durchsetzung auf.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

WDRQueere Menschen wollen kein Feindbild seinBILDEin Jahr nach der Tat - Berliner Polizei sucht zwei U-Bahn-SchlägerSüddeutsche ZeitungCSD in Fürstenfeldbruck: Die Regenbogenfarben erreichen mehr und mehr das Münchner UmlandtazQueerfeindlichkeit unter Jugendlichen: An der ToleranzgrenzeAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Triumph in Roanne

Mika Brunold dreht das Finale

Mika Brunold gewinnt in Roanne nach Satzrückstand. Für den offen schwulen Schweizer ist es der zweite Challenger-Titel in gut einem Monat.
Keine Scham im Wahlkampf

Gallant kontert den Fotowirbel

Alte Fetischfotos sollten Chris Gallant schaden. Jetzt setzt der schwule US-Kandidat auf Offenheit – und einen frechen Wahlkampfslogan.
177 Jahre nach seinem Tod

Die Debatte um seine Männerlieben

Am 17. Oktober 1849 starb Frédéric Chopin. Seine Briefe an Männer berühren bis heute – und sorgen weiter für Streit in der Forschung.
Teure Ausgrenzung

Japan verschenkt sein Potenzial

Lohneinbußen, Krankheit und fehlende Rechte: Ein neuer Bericht zeigt, welchen Preis Japan für die Ausgrenzung von LGBTIQ+-Menschen zahlt.
Revision nach Vergewaltigung

Trans* Polizistin ficht Hafturteil an

Trotz Geständnis und Verständigung: Maja S. legt Revision ein. Das Urteil aus Traunstein ist noch nicht rechtskräftig. Was jetzt geprüft wird.
Fahndung nach U-Bahn-Angriff

Schläge, Tritte und Beleidigungen

Zwei Männer sollen in Alt-Mariendorf einen 30-Jährigen homophob beleidigt und verletzt haben. Die Polizei veröffentlicht jetzt Fahndungsbilder.
Eine Sekunde für die Liebe

Schwule Männer im Zeitrausch

Die Schaltsekunde wird abgeschafft. Für schwule Männer beginnt damit eine neue Zeitrechnung – zwischen Grindr, Größenwahn und ganz großen Gefühlen.
Homophobie bei der WM

FIFA meldet Rekordzahlen

240.000 Hassnachrichten bei der Fußball-WM 2026: Besonders Frankreichs Nationalspieler wurden im Netz angefeindet, berichtet jetzt die FIFA.
Vom Eis zur Erotik

Ein verborgenes Fotoerbe

Roy Blakey war Eiskunstläufer und ein Pionier schwuler Fotografie. Nun erzählt seine Nichte von seinem außergewöhnlichen Leben und Werk.