Direkt zum Inhalt
Verbot von Homosexualität

Verbot von Homosexualität Das nächste Land in Afrika wird Homosexuelle verbieten

ms - 17.07.2024 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Hiobsbotschaft für Schwule in Afrika – das nächste Land will Homosexualität kriminalisieren. Zuletzt machten Länder wie Uganda oder Ghana mit homophoben Gesetzen Schlagzeilen, nun reiht sich das westafrikanische Burkina Faso darin ein – bereits im Mai hatte sich das Vorhaben angekündigt

Schwuler Sex wird illegal

Das Militärregime im Land will jetzt Homosexualität verbieten – konkret zielt das neue Gesetz darauf ab, gleichgeschlechtlichen Sex unter Strafe zu stellen. Nach dem Beschluss des Kabinetts soll das Verbot mit sofortiger Wirkung greifen, wie Interimsjustizminister Edasso Rodrique Bayala betonte. Damit das Vorhaben tatsächlich ein Gesetz wird, muss das Parlament und Militärdiktator Ibrahim Traoré noch zustimmen – beides gilt allerdings eher als Formsache. 

Wie hoch die Strafen gegen Homosexualität künftig ausfallen sollen, wurden noch nicht publiziert. Unklar ist auch noch, ob das neue Gesetz wie in einigen anderen afrikanischen Staaten nur auf schwule Männer oder auch auf lesbische Frauen abzielt. Bisher war Homosexualität im Land legal, auch wenn es in weiten Teilen tabuisiert wurde.

LGBTI*-Organisation warnt vor Sanktionen

Die LGBTI*-Organisation All-Out hatte bereits im Mai vor dem geplanten Gesetz eindringlich gewarnt und auch eine Petition gestartet: „Die Verabschiedung von Gesetzen gegen sexuelle Minderheiten in Burkina Faso würde die Community und ihre Verteidiger strengen Sanktionen bis hin zu Gefängnisstrafen aussetzen. Die Auswirkungen würden über bloße rechtliche Einschränkungen hinausgehen und Menschenrechtsaktivisten und Aktivisten sexueller Minderheiten anfälliger für kriminelle Handlungen und Verfolgung machen.“  

Burkina Faso erlebt aktuell politisch turbulente Zeiten. Das derzeitige Militärregime kam nach einem Putsch im Jahr 2022 an die Macht. Zudem wird der Norden des Landes im Wesentlichen von den Terrororganisationen Al-Kaida sowie dem Islamischen Staat kontrolliert. Mindestens bis 2029 soll sich am Militärregime auch nichts ändern – als Grund dafür wurde die prekäre Sicherheitslage in der einstigen französischen Kolonie genannt.  

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

"Homosexuelle oft Mutigste"

Starke Rede von Ex-Bundespräsident

Ex-Bundespräsident Christian Wulff ruft dazu auf, dass sich die Mehrheit der Gesellschaft aktiver für Rechte der queeren Community, engagieren müsse.
Juristischer Wendepunkt

Deutliche Worte für Grundrechte

Der EuGH hat entschieden, alle Mitgliedsstaaten müssen die Geschlechtsidentität von trans* Bürgerinnen und Bürgern rechtlich anerkennen.
Hass wegen Fingernagellack

Fußballprofi massiv beschimpft

Borja Iglesias, Stürmer von Celta Vigo mit bunten Fingernägeln, sah sich erneut massiven homofeindlichen Anfeindungen ausgesetzt,
Preissegen für Heated Rivalry

Gewinner bei den Queerties Awards

Die schwule Hit-Serie "Heated Rivalry" wurde bei den Queerties Awards als Bestes Drama ausgezeichnet. Einen zweiten Preis gab es für François Arnaud.
Schwule und bisexuelle Wähler

Trotz diskriminierender Politik

Nigel Farages Reform UK ist laut einer aktuellen Umfrage die bevorzugte Partei unter schwulen und bisexuellen Männern im Vereinigten Königreich.
Attacke auf queere Autofahrer

Kansas zieht Führerscheine ein

Binnen von rund zwei Wochen wurden in Kansas über 1.700 Führerscheine von trans* Personen aufgrund ihres Geschlechtseintrags für ungültig erklärt.
Urteilsspruch in Kenia

Haftstrafe mit Signalwirkung

Besonderes Urteil in Kenia: Zwei Männer wurden jetzt zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie zwei Schwule ausgeraubt und missbraucht haben.
Russlands perfide Spionage

Handys aus der Ukraine im Visier

Russland weitet seine Überwachung der queeren Community aus und sucht jetzt auf ukrainischen Handys in besetzten Gebieten nach LGBTIQ+-Hinweisen.
Aktionsplan in Frankfurt

Unterstützung der queeren Community

Ein neuer Aktionsplan mit über 170 Maßnahmen soll die LGBTIQ+-Community in Frankfurt am Main stärken, die Stadt soll zur "queeren City" werden.