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Hilfe für LGBTIQ+-Opfer

Hilfe für LGBTIQ+-Opfer Sozialwohnungen für Menschen mit Homophobie-Erfahrungen

ms - 23.02.2026 - 14:00 Uhr
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Die Regionalversammlung von Umbrien hat jetzt eine Gesetzesänderung zur sozialen Wohnraumversorgung verabschiedet, die erstmals in Italien gezielt Wohnungen für Personen vorsieht, die Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität erfahren haben. Vier Parteien stimmten mit insgesamt zwölf Stimmen dafür, die rechtskonservative Opposition aus Fratelli d’Italia, Lega und Forza Italia stimmte mit sechs Nein-Stimmen dagegen. Die Hoffnung ist groß, dass das Projekt landesweit Nachahmer finden könnte. 

Wohnungsnot von LGBTIQ+-Menschen

Die Gesetzesänderung sieht neben Opfern von Diskriminierung auch Frauen, die Gewalt erfahren haben, sowie Menschen mit Behinderungen als bevorzugte Gruppen bei der Vergabe von Sozialwohnungen vor. Zudem sollen Kooperationen mit Gemeinden, dem Wohnungsamt, externen Strafvollzugsstellen und Organisationen im Bereich Wohnintegration entstehen. Erste Wohnprojekte sollen in der umbrischen Hauptstadt Perugia entstehen. Der Verband Omphalos APS begrüßte die Reform. „Es handelt sich um ein normatives Eingreifen von großer Bedeutung, das die Wohnungsnot von LGBTIQ+-Personen explizit anerkennt, insbesondere wenn sie Diskriminierung, Gewalt oder familiäre Ablehnung erfahren.“

Sekretär Roberto Mauri betonte überdies: „Der Zugang zu sicherem Wohnraum ist ein fundamentales Recht und Voraussetzung für die volle Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben.“ Die Regionalmehrheit hob hervor, dass das Gesetz Familien, Alleinstehende, Menschen mit Behinderungen und einkommensschwache Haushalte priorisiere und erklärte weiter: „Ignorieren wir die gesellschaftlichen Veränderungen, würden wir jene, die wirklich Unterstützung brauchen, nicht erreichen.“

Kritik von Rechtskonservativen 

Kritik kam von der Opposition. Matteo Giambartolomei von Fratelli d’Italia warf der Mehrheit vor, die Gesetzesänderungen würden nicht den bedürftigen Familien dienen, sondern „Ideologie und Missbrauch fördern“. Die Gesetzesänderung folgt auf die Rückkehr des Zentrums-Links in Umbrien bei den Regionalwahlen 2024, bei denen Stefania Proietti die bisherige Präsidentin Donatella Tesei (Lega) ablöste.

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