Gewalt gegen Homosexuelle Attacken haben sich in Uganda seit Jahresbeginn nahezu verdoppelt
Seit Januar 2026 hat die Gewalt gegen die LGBTIQ+-Community in Uganda nach Angaben des Human Rights Awareness and Promotion Forum (HRAPF) deutlich zugenommen. Insgesamt bearbeitete die Menschenrechtsorganisation allein im Januar bereits 62 Fälle, nach 38 Angriffen im Dezember 2025.
Das Wichtigste im Überblick:
- Anstieg der Gewalt seit Januar 2026: Gewalt gegen die LGBTIQ+-Community in Uganda hat zugenommen, mit 62 Fällen im Januar 2026, nach 38 im Dezember 2025 (laut HRAPF).
- Arten der Gewalt: Übergriffe, Drohungen, Zwangsräumungen, Verhaftungen und Diskriminierung basierend auf sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität.
- Soziale Medien & Dating-Apps: Die meisten Opfer trafen ihre Angreifer über soziale Medien oder Dating-Apps, häufig ohne sexuelle Absichten. Es kam zu Gewalt, Diebstahl und Erpressung.
- Beispiele für Übergriffe: In einem Fall wurde ein Mann über eine schwule Dating-App für berufliche Unterstützung kontaktiert, dann aber von einer Gruppe geschlagen und bestohlen.
- Gesetzliche Lage: Seit Inkrafttreten des Anti-Homosexuellen-Gesetzes 2023 wurden 2.178 Fälle von Homosexuellen-Übergriffen dokumentiert.
- Willkürliche Verhaftungen: Auch nach zwei Jahren bleibt die willkürliche Verhaftung und lange Inhaftierung von LGBTIQ+-Personen ein zentrales Problem in Uganda.
Soziale Medien und Dating-Apps
Die Menschen wurden aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, Geschlechtsidentität oder Geschlechtsausdruck (SOGIE) attackiert, es kam zu tatsächlicher Gewalt oder Drohungen, Zwangsräumungen, Verhaftungen und weitere Formen von Diskriminierung oder Gewalt, die auf realer oder angenommener sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität basierten, so die HRAPF. Laut dem Verein trafen die meisten Opfer ihre späteren Angreifer über soziale Medien oder Dating-Apps.
Nicht immer ging es dabei tatsächlich um Sex-Dates: In drei dokumentierten Fällen tatsächlicher Gewalt hatten sich zwei Opfer von Gewalt zum Gedankenaustausch über eine Dating-Plattform verabredet, als die Täter dazukamen. In einem Beispiel traf ein Mann einen anderen über eine schwule Dating-App, um berufliche Unterstützung zu bekommen. Vor Ort wartete jedoch eine Gruppe auf ihn, die ihn schlug und beschuldigte, homosexuell zu sein, und ihm Telefon, Powerbank und Geld stahl.
Ein weiterer Vorfall betraf Drohungen mit Gewalt: Ein Opfer traf sich mit einer Person, die von ihm Geld verlangte und androhte, ihn zu schlagen, falls er nicht zahlte. Bei anderen Formen von Diskriminierung endete eine Online-Bekanntschaft, nachdem das Opfer ein persönliches Treffen ablehnte. Der andere Nutzer verbreitete daraufhin Fotos des Opfers mit der Bezeichnung „Gay“.
Massiver Anstieg seit Januar
Seit Inkrafttreten des Anti-Homosexuellen-Gesetzes 2023 wurden in 32 Monaten insgesamt 2.178 Fälle mit homosexuellen Personen durch das HRAPF-Rechtsnetzwerk bearbeitet. Der Bericht zieht keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Übergriffe und den jüngsten Wahlen im Land, lässt Menschenrechtsorganisationen jedoch fragen, warum die SOGIE-basierten Verstöße ausgerechnet im Wahlmonat Januar deutlich zunahmen. Zudem bleibt die willkürliche Verhaftung und lange Inhaftierung von LGBTIQ+-Personen in Uganda zwei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes ein zentrales Problem.