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Gesetze gegen LGBTIQ+-Rechte

Gesetze gegen LGBTIQ+-Rechte Lambda Legal appelliert eindringlich an Zusammenhalt der US-Community

ms - 31.10.2025 - 11:00 Uhr
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Die älteste LGBTIQ+-Rechtsberatungsorganisation der USA, Lambda Legal, hat eine neue nationale Kampagne namens „All Rise“ gestartet, um auf die fortlaufenden juristischen Kämpfe gegen queerfeindliche Gesetze hinzuweisen und sie in den Fokus der landesweiten Debatten zu setzen. Mittels Partner-Unternehmen, digitalen Anzeigen, Online-Videos und der Unterstützung von vielen queeren Influencern sollen die Rechtsverstöße sichtbar gemacht werden, mit denen die LGBTIQ+-Community in den Vereinigten Staaten fortlaufend zu kämpfen hat. Ohne mehr Zusammenhalt droht der Kampf verloren zu gehen, so die eindringliche Warnung. 

Der finale Kampf für LGBTIQ+?

Es ist die bislang größte digitale Sensibilisierungskampagne von Lambda Legal und ein Aufruf zur Einheit und Dringlichkeit von einer Gruppe, die sich selbst als „letzte Verteidigungslinie“ der LGBTIQ+-Community bezeichnet. Seit mehr als fünf Jahrzehnten kämpft die gemeinnützige Rechtsorganisation vor Gericht für queere Personen – in der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump gebe es dabei mehr zu tun als jemals zuvor. Damit dies schlussendlich doch gelinge, müsse die Community deutlich stärker und vereint zusammenrücken, so Geschäftsführer Kevin Jennings: „Dies ist ein entscheidender Moment. Jeder muss jetzt alles daran setzen. Ihre Agenda ist nichts weniger als die Zerstörung unserer Demokratie, wie wir sie kennen.“

Über 2.000 Anti-LGBTIQ+-Gesetzentwürfe 

Nach Angaben der Organisation wurden so in den letzten zwei Jahren landesweit rund 2.000 Anti-LGBTIQ+-Gesetzesentwürfe eingebracht, von denen mehr als 200 in Kraft getreten sind. „Wir haben das Weiße Haus verloren, wir haben den Kongress verloren. Die Gerichte sind derzeit unsere einzige Möglichkeit“, betont Jennings weiter. Bislang hat der Verein die Trump-Regierung direkt sechs Mal verklagt und vier Fälle gewonnen. Zwei sind noch anhängig. 

„Es gibt Grund zur Hoffnung, aber man sollte nicht zu optimistisch sein. Optimismus setzt voraus, dass sich die Lage von selbst verbessert. Unsere einzige Hoffnung besteht darin, dass die Menschen sich zusammenschließen und zurückschlagen“, erklärt Jennings eindringlich. Lambda Legal sammelte dafür bereits im Sommer dieses Jahres Spenden für die Rechtshilfe von queeren Menschen ein und erreichte die Rekordsumme von 285 Millionen US-Dollar. Fast der gesamte Betrag stammte von einzelnen Spendern, nicht von Unternehmen. 

„Wir müssen kämpfen“

Die neue Kampagne soll so überdies allen Menschen in der queeren Community klarmachen, dass der Kampf für die Rechte von LGBTIQ+-Menschen in den USA tagtäglich ausgefochten wird, auch wenn das auf den ersten Blick nicht immer sichtbar ist – doch genau diese Sichtbarkeit müsse verstärkt werden. Direkt an die Community gerichtet sagte Jennings so abschließend: „Manche Menschen können Schecks ausstellen. Manche Menschen können demonstrieren. Manche Menschen können klagen. Findet heraus, was ihr tun könnt. Hoffnung ist kein Optimismus. Hoffnung ist der Glaube, dass sich die Dinge verbessern könnten, wenn wir kämpfen. Aber wir müssen kämpfen.“

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