Direkt zum Inhalt

Gender-Verbot in Sachsen Verbot gilt auch für Kooperationspartner von Schulen!

Von ms - 12.07.2023 - 14:00 Uhr
Gender-Verbot in Sachsen
Foto: iStock / seb_ra
ANZEIGE
Loading audio player...

Immer mehr Bundesländer haben in den letzten Monaten Verbote gegen die Gender-Sprache ausgesprochen, weitere sind aktuell in Planung. In Sachsen wurde das Verbot jetzt noch einmal konkretisiert. Bereits seit rund zwei Jahren sind Gender-Stern, Unterstrich oder Doppelpunkt für eine sogenannte „geschlechtersensible Sprache“ an Schulen sowie in allen Unterrichtsmaterialien und Dokumenten verboten. Sachsen entspricht dabei dem Willenswunsch der Mehrheit der Bundesbürger sowie dem Regelwerk des Rates der deutschen Rechtschreibung.

Kernziel bleibt eine verständliche Sprache

Jetzt hat Sachsens Kultusministerium die Richtlinien noch einmal verschärft und klargestellt, dass auch Kooperationspartner von Bildungseinrichtungen im Bundesland kein Gebrauch von der Gender-Sprache machen dürfen, beispielsweise sind davon Agenturen betroffen, die eine Werbekampagne für mehr Lehrer im Bundesland erarbeiten. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers handele es sich dabei um eine Klarstellung. Im Bedarfsfall rät das Ministerium dazu, Paarformen zu benutzen, beispielsweise von „Schülerinnen und Schülern“ zu sprechen. Das Kernziel müsse allerdings bleiben, dass Schüler eine verständliche Sprache vermittelt bekommen würden, so Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU).

Städte und Bundesländer sprechen Verbote aus

Zuletzt hatte eine Ankündigung aus Berlin für mediales Aufsehen in der queeren Community gesorgt, nachdem der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) dafür plädierte, dass die Verwaltungen der Stadt keine Gender-Sprache verwenden. „Mir ist wichtig, dass die Sprache der Verwaltung verständlich ist“, so Wegner; man dürfe Zuwanderern die Kommunikation mit den Behörden nicht unnötig erschweren. Jüngst hatte sich auch die Stadtverwaltung in Zwickau gegen das Gendern ausgesprochen, zuvor gab es Verbote, Verzichtserklärungen und aktuelle Verbotspläne beispielsweise auch in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Schleswig-Holstein oder auch Baden-Württemberg.

Generation Z lehnt das Gendern ebenso ab

Die deutliche Mehrheit der Deutschen lehnt die Gender-Sprache in diversen Umfragen ab, auch eine Mehrheit innerhalb der LGBTI*-Community sowie unter jungen Deutschen (rund 60%) im Alter zwischen 18 und 29 hält nichts von der Gender-Sprache (Civey-Studie 2023). Diese sogenannte Generation Z definiert sich dabei zu rund 20 Prozent selbst als LGBTI*. Auch parteipolitisch ist das Gendern kein Erfolg, Mitglieder aller demokratischen Parteien im Bundestag lehnen mehrheitlich das Gendern ab, selbst Anhänger der Grünen sowie der Linken (Studie Infratest Dimap 2021).

Anzeige

Auch Interessant

Messerangriff vor Bussi Bar

Zwei Helfer schwer verletzt

Vor der queerfreundlichen Bussi Bar in Berlin wurden zwei Helfer mit einem Messer verletzt. Zuvor hatte ein Trio eine Mitarbeiterin angegriffen.
Schwuler Vater kann aufatmen

Keine Anklage nach viralem Schlag

Nach der Konfrontation mit einem rechten Streamer wird David Vulin nicht angeklagt. Der schwule Vater hat eine Vereinbarung mit der Justiz erfüllt.
Queerfeindlicher Hass an der FU

Hakenkreuze nach Flaggen-Attacke

Pride-Flagge abgerissen, Hakenkreuze entdeckt: Die FU Berlin verurteilt Angriffe am Institut für Theaterwissenschaft. Die Polizei ermittelt.
Lara Heubeck lebt offen

DSC-Kommentatorin macht Mut

Lara Heubeck spricht über ihr Leben als trans Frau. Die Kommentatorin des Deggendorfer SC berichtet von großer Unterstützung nach ihrem Coming-out.
Solidarität mit Casa Kuà

Hunderte protestieren nach Razzia

Rund 500 Menschen demonstrieren in Berlin für trans* Gesundheitsversorgung. Nach der Razzia im Casa Kuà wächst der Protest gegen den Polizeieinsatz.
Schwules Paar getötet

60 Jahre Haft für Ex-Polizeichef

Polizisten töteten Eldin und Milton in Guatemala. Zwei Täter erhalten je 60 Jahre Haft. Tonaufnahmen halfen, das Verbrechen aufzuklären.
Heated Rivalry im Kino

Romanze auf großer Leinwand

„Heated Rivalry“ kommt im November in britische und US-Kinos. Zugleich erscheint ein weiterer Film mit Hauptdarsteller Connor Storrie.
Letzte Küsse in der Kutsche

Romantik auf Abschiedstour

New York hat das Ende der Pferdekutschen im Central Park beschlossen. Für schwule Paare verschwindet damit ein besonders romantisches Erlebnis.
Schwuler Volleyballstar

Japan erlebt einen Wandel

Japans Volleyballprofi Rui Takahashi spricht über sein Coming-Out, die Angst vor dem Karriereende und die Unterstützung seines Bruders Ran.