Direkt zum Inhalt
Indiens erster offen schwuler Prinz will Praxis verbannen
ANZEIGE

Gegen Konversionstherapie Indiens erster offen schwuler Prinz will Praxis verbannen

co - 20.04.2022 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Manvendra Singh Gohil (55) aus dem Staat Rajpipla in Gujarat outete sich 2006 in einer Lokalzeitung und wurde so Indiens erster offen schwuler Prinz. Er wurde selbst jahrelang mit Konversionstherapien gefoltert, darunter auch mit Elektroschocks. Jetzt kämpft er darum, die Praxis zu verbieten.

Familie agierte aus Unwissenheit

Der Prinz wusste schon mit 12, dass er schwul ist. 2002 outete er sich gegenüber seiner Familie. Wegen seiner „kulturell reichen Erziehung“ hielt diese es laut dem Insider „für unmöglich, dass ich schwul sein könnte“. Die Eltern bestanden laut dem Insider darauf, eine „Heilung“ zu finden, doch nichts half.

Ein echter Skandal

Als Gohils sich schließlich öffentlich outete, wurden seine Bildnisse verbrannt. „Es gab viele Proteste. Die Menschen gingen auf die Straße und riefen Parolen, dass ich Schande und Demütigung für die königliche Familie und die Kultur Indiens bedeute. Es gab Morddrohungen und Forderungen, mir den Titel abzuerkennen.“ Seine Eltern verhielten sich ähnlich: Sie enterbten ihn und erklärten öffentlich, dass er nicht länger ihr Sohn sei. Als Homosexualität 2018 legalisiert wurde, eröffnete Gohil eine LGBTI*-Unterkunft in einem 15 Hektar großen Schlosspark – ironischerweise in dem Palast, aus dem er einst selbst hinausgeworfen worden war. Er findet: „Es ist wichtig, dass Leute wie ich, die in der Gesellschaft ein gewisses Ansehen haben, sich weiterhin politisch engagieren.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Liebe trotz Distanz

Rob Jetten und Nicolás Keenan

Der argentinische Hockey-Spieler Nicolás Keenan freut sich auf Zweisamkeit mit seinem Verlobten, den niederländischen Premierminister Rob Jetten.
Volleyballer Merrick McHenry

Die neue Hoffnung aus den USA

Der schwule Volleyball-Star Merrick McHenry führt die USA mit einer starken Leistung zu Silber und empfiehlt sich für die Olympischen Spiele 2028.
Nachfolger von Heartstopper

Schwule Romanze aus Brasilien

Konkurrenz für Heartstopper: Mit „Fünfzehn Tage sind für immer“ bringt Netflix eine schwule Coming-of-Age-Romanze aus Brasilien auf die Bildschirme.
Kampf für die Liebe

Lesbisches Paar in Uganda

Nach Monaten in Haft kämpft das lesbische Paar Wendy und Denise in Uganda weiter für ihre Beziehung – trotz Drohungen, Angst und Ausgrenzung.
Kanada öffnet Samenspende

Ende homophober Diskriminierungen

Kanada streicht umstrittene Regeln für Samenspenden und beseitigt damit eine weitere diskriminierende Hürde für schwule und bisexuelle Männer.
Outing im Job in Österreich

Studien zeigen große Zurückhaltung

Neue Studien zeigen: Viele LGBTIQ+-Menschen in Österreich verschweigen ihre Sexualität im Beruf aus Angst vor Diskriminierung und Benachteiligung.
Sorge um Perez Hilton

Selbstverletzung während Livestream

US-Blogger Perez Hilton hat sich in einem Livestream in offenbar suizidaler Absicht mit einem Messer selbst verletzt. Aktuell ist er in einer Klinik.
Rob Jetten trifft Joe Locke

Meeting beim World Pride

Der niederländische Premierminister Rob Jetten hat Heartstopper-Star Joe Locke getroffen und kündigte Millionenhilfen für mehr LGBTIQ+-Sicherheit an.
Gedenkstätte nach CSD-Anschlag

Berlin schafft Ort des Erinnerns

Mit einem Gedenkbaum und einer Regenbogenbank will Berlin künftig dauerhaft an die Opfer des CSD-Anschlags vom 25. Juli erinnern.