Gegen Konversionstherapie Indiens erster offen schwuler Prinz will Praxis verbannen
Manvendra Singh Gohil (55) aus dem Staat Rajpipla in Gujarat outete sich 2006 in einer Lokalzeitung und wurde so Indiens erster offen schwuler Prinz. Er wurde selbst jahrelang mit Konversionstherapien gefoltert, darunter auch mit Elektroschocks. Jetzt kämpft er darum, die Praxis zu verbieten.
Familie agierte aus Unwissenheit
Der Prinz wusste schon mit 12, dass er schwul ist. 2002 outete er sich gegenüber seiner Familie. Wegen seiner „kulturell reichen Erziehung“ hielt diese es laut dem Insider „für unmöglich, dass ich schwul sein könnte“. Die Eltern bestanden laut dem Insider darauf, eine „Heilung“ zu finden, doch nichts half.
Ein echter Skandal
Als Gohils sich schließlich öffentlich outete, wurden seine Bildnisse verbrannt. „Es gab viele Proteste. Die Menschen gingen auf die Straße und riefen Parolen, dass ich Schande und Demütigung für die königliche Familie und die Kultur Indiens bedeute. Es gab Morddrohungen und Forderungen, mir den Titel abzuerkennen.“ Seine Eltern verhielten sich ähnlich: Sie enterbten ihn und erklärten öffentlich, dass er nicht länger ihr Sohn sei. Als Homosexualität 2018 legalisiert wurde, eröffnete Gohil eine LGBTI*-Unterkunft in einem 15 Hektar großen Schlosspark – ironischerweise in dem Palast, aus dem er einst selbst hinausgeworfen worden war. Er findet: „Es ist wichtig, dass Leute wie ich, die in der Gesellschaft ein gewisses Ansehen haben, sich weiterhin politisch engagieren.“