Festnahmen in Malaysia Kriminelle sollen schwule Männer über Grindr in Fallen gelockt haben
Die Behörden in Malaysia haben fünf Männer festgenommen, denen vorgeworfen wird, schwule Männer über die Dating-App Grindr gezielt in Fallen gelockt und anschließend ausgeraubt zu haben. Nach Angaben der Polizei sollen die Verdächtigen zwischen Januar und Mai dieses Jahres mindestens neun Männer über gefälschte Profile kontaktiert und persönliche Treffen vereinbart haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Gruppe dabei nach einem festen Muster vorging.
Das Wichtigste im Überblick
- In Malaysia sind fünf Männer im Zusammenhang mit einer mutmaßlichen Überfallserie festgenommen worden.
- Die Verdächtigen sollen über gefälschte Profile auf der Dating-App Grindr Kontakt zu ihren Opfern aufgenommen haben.
- Nach Angaben der Polizei wurden mindestens neun Männer zwischen Januar und Mai Opfer der Taten.
- Die Betroffenen sollen bei arrangierten Treffen angegriffen und beraubt worden sein.
- Drei Verdächtige wurden wegen Raubes mit Körperverletzung angeklagt.
- Die Ermittler suchen nach einem weiteren Mann, der mit dem Fall in Verbindung stehen könnte.
Ermittler beschreiben Vorgehensweise
Den bisherigen Erkenntnissen zufolge soll zunächst einer der Tatverdächtigen die Rolle eines potenziellen Dates übernommen haben. Nach dem vereinbarten Treffen an einem öffentlichen Ort sei ein weiterer Komplize erschienen, der sich als Sicherheitsmitarbeiter ausgegeben habe. Dieser habe die Opfer beschuldigt, „unanständige Handlungen“ vorzunehmen. Nach Angaben der Ermittler sollen die Betroffenen anschließend körperlich angegriffen worden sein. Zudem seien sie gezwungen worden, Bargeld, Schmuck und Bankkarten herauszugeben. Die Verdächtigen sollen darüber hinaus die Geheimzahlen der Karten erlangt haben, um anschließend Geld von den Konten der Opfer abzuheben.
Die Polizei nahm die mutmaßlichen Täter im Alter zwischen 21 und 28 Jahren im südmalaysischen Bundesstaat Johor fest. Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler Gegenstände sicher, die nach bisherigen Erkenntnissen den Opfern gehören könnten. Die Behörden prüfen derzeit, ob die Gruppe möglicherweise für weitere ähnliche Taten verantwortlich sein könnte.
Drei Anklagen bisher erhoben
Wie die Polizei weiter mitteilte, wurden gegen drei der Festgenommenen bereits Anklagen wegen Raubes mit Körperverletzung erhoben. Zwei weitere Verdächtige haben den Angaben zufolge zugestimmt, als Zeugen der Staatsanwaltschaft auszusagen und die Ermittlungen zu unterstützen. Medienberichten zufolge waren die fünf Männer bereits zuvor wegen Raubdelikten und Drogendelikten polizeibekannt. Nach den aktuellen Festnahmen durchgeführte Drogentests verliefen jedoch negativ.
Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Die Polizei sucht derzeit nach einem weiteren Mann aus Malaysia, der nach Einschätzung der Behörden wichtige Informationen zu dem Fall liefern könnte. Ob weitere Opfer existieren oder zusätzliche Festnahmen bevorstehen, ist bislang nicht bekannt. Die Ermittlungen dauern an.