Ende einer Institution Englischer LGBTIQ+-Verein METRO hört nach über 40 Jahren auf
Die Community im Vereinigten Königreich steht unter Schock: Die älteste britische LGBTIQ+-Wohltätigkeitsorganisation METRO wird nach mehr als vier Jahrzehnten ihren Betrieb einstellen. Als Grund gab die Organisation anhaltenden finanziellen Druck und eine unsichere Zukunft an. Die Schließung ist für den 31. März 2026 geplant.
Institution für queere Gesundheit
Die Entscheidung fiel nach einer umfangreichen Überprüfung der langfristigen Tragfähigkeit der Organisation. Der Vorstand von METRO teilte mit, man habe „alle tragfähigen Optionen“ geprüft, könne aber in der jetzigen Form nicht weiterarbeiten. „Wir wissen, dass diese Nachricht für unsere Mitarbeiter, Freiwilligen, Partner und Nutzer tief belastend sein wird, und unsere Priorität liegt nun darin, einen verantwortungsvollen und einfühlsamen Auslaufprozess zu gewährleisten“, erklärte Dawn Brown, Vorsitzende des Vorstands.
METRO, vor über 40 Jahren gegründet, ist eine zentrale Anlaufstelle für LGBTIQ+-Gesundheits- und Gemeinschaftsunterstützung in London und Südostengland. Die Angebote reichten von sexueller Gesundheitsversorgung, HIV-Support und psychologischer Betreuung bis hin zu Jugendprogrammen und Interessenvertretung. Die Organisation war zudem an Protesten gegen Section 28 beteiligt und eröffnete die erste gemeindebasierte HIV-Testklinik im Vereinigten Königreich. Auf ihrem Höhepunkt unterstützte METRO jährlich Zehntausende von Menschen.
Stolz auf das Vermächtnis
Geschäftsführer Tony Wong würdigte die Arbeit der Organisation: „Ich möchte allen außergewöhnlichen Mitarbeitern, Freiwilligen, Vorstandsmitgliedern, Partnern und Unterstützern Tribut zollen, die in den letzten vier Jahrzehnten Teil von METRO waren. Obwohl dies ein unglaublich schwieriger Moment ist, bin ich stolz auf alles, was METRO erreicht hat. Dieses Vermächtnis wird weit über die Organisation hinaus Bestand haben.“ Ein geordneter Abwicklungsprozess ist bereits im Gange. Dabei arbeitet METRO mit Auftraggebern und Partnern zusammen, um die Kontinuität von Dienstleistungen nach Möglichkeit zu sichern. Durch die Schließung werden voraussichtlich rund 64 Arbeitsplätze wegfallen.