Direkt zum Inhalt
Eklat beim Fußball
ANZEIGE

Eklat beim Fußball Schwule wurden pauschal im Pariser Prinzenparkstadion als „Hurensöhne und Schwuchteln“ beschimpft

ms - 26.09.2023 - 10:30 Uhr
Loading audio player...

Einmal mehr zeigte sich in diesen Tagen, dass Homophobie nach wie vor weit verbreitet bei Fußballfans in Europa ist – der letzte Vorfall im Pariser Prinzenparkstadion am vergangenen Wochenende löste jetzt international Empörung aus. Rund 15 Minuten lang hatten zahlreiche Fans des Pariser Fußballclubs während dem französischen Erstliga-Spiel zwischen Paris Saint-Germain und „Erzfeind“ Olympique Marseille lautstark schwulenfeindliche Gesänge angestimmt, immer wieder wurden dabei schwule Männer offenbar als „Hurensöhne, Wichser und Schwuchteln“ beschimpft – das Ganze vor zahlreichen prominenten Gästen wie beispielsweise Popstar Selena Gomez oder Rapper Pharrell Williams.

Forderung nach Sanktionen

Inzwischen schaltete sich die französische Regierung ein und erklärte, man wolle den Vorgang genau prüfen und gegebenenfalls auch die Justiz einschalten. Der Antidiskriminierungsbeauftragte der Regierung, Olivier Klein, drückte im Namen der Regierung online das Entsetzen über die Vorgänge aus. „Wir sind sehr schockiert über die unerträglichen homophoben Gesänge, die im Parc des Princes zu hören waren.“ Er wolle sich jetzt an den Verein wenden, damit Sanktionen ergriffen werden.

Auch Frankreichs Sportministerin Amélie Oudéa-Castéra sprach sich für juristische Konsequenzen aus und betonte zudem: „Es ist nicht hinnehmbar, dass wir diesen hasserfüllten und homophoben Gesängen auf unseren Tribünen still gegenüberstehen.“ Die Urheber müssten identifiziert und vor Gericht gebracht werden, so die Ministerin weiter.  Auch der Fußballclub Paris Saint-Germain selbst verurteilte in einer Pressemitteilung inzwischen jede Art von Diskriminierung, insbesondere dabei Homophobie.

Homophobie im Fußball

Immer wieder zeigt sich, dass Homophobie unter Fußballfans noch immer keine Seltenheit ist – in Frankreich kommt es dabei besonders oft zu homophoben Gesängen. Allerdings gibt es auch in Deutschland noch massiven Nachholbedarf, wenn es um die Bekämpfung von Homophobie bei Fußballfans geht, wie erst im letzten Jahr eine repräsentative Studie detailliert offenlegte. Outings im Fußball sind zudem international bis heute selten, stets zumeist aus Angst vor einem Karriereende und dem Hass der Fans. Der Lesben- und Schwulenverband Deutschland rief deswegen bereits in diesem Jahr die großen deutschen Sportverbände dazu auf, sich endlich deutlich stärker für Vielfalt und Akzeptanz im Spitzensport einzusetzen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Feuerwehrkapitänin getötet

Ehefrau legt Mordgeständnis ab

Eine 54-jährige Frau hat jetzt in Kalifornien den Mord an ihrer Ehefrau Rebecca Marodi gestanden. Ermittler sehen Eifersucht als mögliches Motiv.
Streit im Tennissport

Debatte um neue Gen-Tests

Der Streit über den Ausschluss von trans* Sportlerinnen im Frauentennis geht weiter, jetzt äußerte sich Coco Gauff zu den Geschlechtstests der WTA.
Neue Attacken in Russland

Schlag gegen queere NGO

Russland verschärft sein Vorgehen gegen LGBTIQ+-Organisationen weiter und stufte jetzt die Hilfsorganisation NC SOS als „extremistisch“ ein.
Keine Anklage von Nina Queer

Gericht weist Klage von Kollegin ab

Ein Berliner Gericht hat den Eilantrag von Margot Schlönzke gegen Nina Queer abgewiesen und damit einen Streit um ein Musical beendet.
Tod nach Dating-Masche

Jugendbande erschlägt Schwulen

Ein schwuler Mann wurde von einer Jugendbande in Bulgarien mittels Datings-Masche in eine Fall gelockt und tot geschlagen. Die Ermittlungen laufen.
Vorfall bei CSD Hamburg

Festnahme von LGBTIQ+-Aktivist

Nach der Festnahme eines LGBTIQ+-Aktivisten am Hamburger CSD stehen nun aufgrund unterschiedlicher Schilderungen Vorwürfe und Ermittlungen im Raum.
Streit um CSD-Fördergeld

Ministerium weist Vorwürfe zurück

Nach der Kürzung von Fördermitteln für den CSD Rathenow entbrennt ein politischer Streit über Verantwortung und Unterstützung der queeren Community.
Liebe trotz Distanz

Rob Jetten und Nicolás Keenan

Der argentinische Hockey-Spieler Nicolás Keenan freut sich auf Zweisamkeit mit seinem Verlobten, den niederländischen Premierminister Rob Jetten.
Volleyballer Merrick McHenry

Die neue Hoffnung aus den USA

Der schwule Volleyball-Star Merrick McHenry führt die USA mit einer starken Leistung zu Silber und empfiehlt sich für die Olympischen Spiele 2028.