Direkt zum Inhalt

Eine neue Außenpolitik Das Ziel: Gleichberechtigung von marginalisierten Gruppen weltweit zu fördern

Von ms - 01.03.2023 - 08:16 Uhr
Eine neue Außenpolitik
Foto: IMAGO / Metodi Popow
ANZEIGE
Loading audio player...

Außenministerin Annalena Baerbock wird heute im Kabinett und anschließend zusammen mit Entwicklungsministerin Svenja Schulze der Öffentlichkeit ihre “Leitlinien feministischer Außenpolitik“ vorstellen. Neben den Rechten von Frauen sind dabei vor allem auch die Rechte von marginalisierten Gruppen wie der LGBTI*-Community im Zentrum ihrer künftigen Arbeit.  

Verpflichtung zum Gender-Mainstreaming

Die neuen Richtlinien stoßen dabei offenbar allerdings bereits jetzt nicht ungeteilt auf Freude, selbst im Außenministerium scheint die Vorfreude darauf eher gering zu sein, wie der Tagesspiegel festhält. So sehen die neuen Leitlinien offenbar ausdrücklich auch vor, sich zum Konzept des “Gender-Mainstreamings“ zu bekennen. Gender Mainstreaming bezeichnet die Verpflichtung, bei allen Entscheidungen die unterschiedlichen Auswirkungen auf Männer und Frauen stets in den Blick zu nehmen. Feministische Außenpolitik sei dabei „keine Außenpolitik für Frauen, sondern für alle Mitglieder einer Gesellschaft“, so die neuen Richtlinien.

Frage der Gerechtigkeit

Baerbock selbst erklärte bereits, sie wolle sich damit für alle stark machen, die „aufgrund von Geschlechtsidentität, Herkunft, Religion, Alter, Behinderung, sexueller Orientierung oder aus anderen Gründen an den Rand von Gesellschaften gedrängt werden“. Der neue Ansatz gründe auf der Überzeugung, dass „alle Menschen die gleichen Rechte genießen und die gleichen Freiheiten und Möglichkeiten verdienen“. Es ginge dabei um nichts weniger als die „fundamentale Frage der Gerechtigkeit“.

Mehr Sichtbarkeit auch für LGBTI*

Nebst den rechtlichen Aspekten geht es Baerbock mit den neuen Leitlinien offenbar auch darum, Sichtbarkeit für marginalisierte Gruppen herzustellen – auch ein wichtiges Anliegen gerade für die Rechte von LGBTI*-Menschen. Die neue Außenpolitik solle dabei auf der Erkenntnis fußen, dass „alle Menschen in allen Lebensbereichen in gleicher Weise repräsentiert sind.“ Historisch gewachsene Machtstrukturen sollten so überwunden werden, sodass alle Menschen Möglichkeiten für die gerechte Teilhabe an der Gesellschaft haben. Ferner ginge es um die Gleichstellung aller Menschen weltweit, so die Richtlinien weiter – auch das ein Kernprojekt der LGBTI*-Community. Baerbock plant in diesem Zusammenhang auch die Schaffung einer neuen Stelle im Ministerium: eine Botschafterin für feministische Außenpolitik mit besonderer Betonung auf eine weibliche Amtsträgerin.

Gendersensible Finanzierung

Zudem solle es auch das sogenannte “Gender Budgeting“ im Außenministerium geben. Ziel dabei ist es, bereits bei der Gestaltung der künftigen Haushaltspläne für das Ministerium jedwede auch finanzielle Benachteiligungen von Frauen und marginalisierten Gruppen wie der LGBTI*-Community zu beseitigen. Baerbock dazu: „Konkret streben wir an, bis 2025 85 Prozent der Projektmittel gendersensibel und 8 Prozent gendertransformativ auszugeben.“ Die derzeit nicht fest gebundenen Posten im Haushalt machen rund zwei Drittel des gesamten Etats des Ministeriums aus und belaufen sich für 2023 auf rund 7,5 Milliarden Euro.

Anzeige

Auch Interessant

Heated Rivalry im Kino

Romanze auf großer Leinwand

„Heated Rivalry“ kommt im November in britische und US-Kinos. Zugleich erscheint ein weiterer Film mit Hauptdarsteller Connor Storrie.
Letzte Küsse in der Kutsche

Romantik auf Abschiedstour

New York hat das Ende der Pferdekutschen im Central Park beschlossen. Für schwule Paare verschwindet damit ein besonders romantisches Erlebnis.
Schwuler Volleyballstar

Japan erlebt einen Wandel

Japans Volleyballprofi Rui Takahashi spricht über sein Coming-Out, die Angst vor dem Karriereende und die Unterstützung seines Bruders Ran.
Schwere Vorwürfe gegen Graham

Drei schwule Sexarbeiter berichten

Drei Sexarbeiter behaupten in einer neuen Dokumentation, vom verstorbenen US-Senator Lindsey Graham für sexuelle Kontakte bezahlt worden zu sein.
Haiti verschiebt die Wahlen

Zehn Jahre ohne Urnengang

Haitis Wahlen werden erneut verschoben. LGBTIQ+-Aktivisten warnen vor wachsender Unsicherheit und einer politischen Krise ohne absehbares Ende.
Neue Vorwürfe in Turkmenistan

Psychiatrie wird zum Albtraum

Neue Berichte über Zwangseinweisungen und Misshandlungen zeigen die dramatische Lage homosexueller Menschen in Turkmenistan.
Gewalt gegenüber Asexuellen

Studie zeigt starke Diskriminierung

Ein neuer internationaler Bericht dokumentiert Gewalt und Diskriminierung gegen asexuelle Menschen und fordert besseren gesetzlichen Schutz.
Regenbogenfamilien im Fokus

Rund 300 Menschen feiern Vielfalt

Bei der Regenbogenfamilienkonferenz in Mannheim forderten LGBTIQ+-Familien mehr rechtliche Sicherheit, Unterstützung und gesellschaftliche Anerkennung
„Glee“-Stars kehren zurück

Diese Stars sind wieder dabei

Die Musicalserie „Glee“ bekommt eine Neuauflage bei Disney+ und Hulu. Die ersten Stars der Originalbesetzung haben jetzt ihre Rückkehr bestätigt.