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Doppelmord erschüttert Italien
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Doppelmord erschüttert Italien Mann tötet seinen schwulen Sohn und die eigene Ehefrau

ms - 25.06.2026 - 10:00 Uhr
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Schock in Italien: Ein Doppelmord innerhalb einer Familie hat die italienische Region Versilia in der Toskana erschüttert. In den Hügeln von Camaiore in der Provinz Lucca erschoss der 63-jährige Bauarbeiter Piero Moriconi am Mittwochnachmittag seine Ehefrau Kety Andreoni (52) und seinen Sohn Mirko Moriconi (24). Die Ermittler prüfen derzeit die Hintergründe der Tat, dabei soll die Homosexualität des Sohnes eine Rolle gespielt haben. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Ein 63-jähriger Mann hat in Camaiore in der Toskana seine Ehefrau und seinen 24-jährigen Sohn erschossen.
  • Die Tat ereignete sich am 24. Juni im Garten des Familienhauses.
  • Der mutmaßliche Täter stellte sich anschließend widerstandslos den Carabinieri.
  • Ermittler prüfen verschiedene Tatmotive, darunter Konflikte um die sexuelle Orientierung des Sohnes.
  • Ein Social-Media-Beitrag des Opfers aus dem Jahr 2022 rückt dabei in den Fokus.
  • In der Familie soll es zuletzt vermehrt Streit und Spannungen gegeben haben.
  • Die Gemeinde reagierte mit Bestürzung und ordnete Trauermaßnahmen an.

Im Garten mit Jagdgewehr erschossen

Nach bisherigen Erkenntnissen ereignete sich das Verbrechen gegen 14.30 Uhr in der Via della Costa in Pieve di Camaiore. Mirko war kurz zuvor nach Hause zurückgekehrt, nachdem er bei seiner Tante, die neben dem Elternhaus wohnt, zu Mittag gegessen hatte. Wenige Minuten später griff sein Vater zu einem ordnungsgemäß registrierten Jagdgewehr und eröffnete das Feuer auf seine Frau und seinen Sohn. Beide wurden im Bauchbereich getroffen. Die Leichen wurden später im Garten des Hauses gefunden. Anwohner alarmierten nach den Schüssen die Rettungskräfte. Carabinieri, Polizei und Notdienste rückten mit Rettungswagen, Notarzt und Rettungshubschrauber an. Für die beiden Opfer kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Nach Angaben italienischer Medien wartete Moriconi auf die eintreffenden Carabinieri sitzend auf einer Mauer. Die Tatwaffe hatte er bereits im Haus abgelegt. Widerstand leistete er nicht. „Ich habe mich von ihnen befreit“, soll er zu herbeigeeilten Verwandten und Nachbarn gesagt haben. Am Abend wurde der Mann in der Kaserne der Carabinieri in Camaiore vernommen. Die Leichen der Opfer wurden zur Obduktion in die Gerichtsmedizin gebracht. 

Homophobie als Tatmotiv?

Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf einen Beitrag, den Mirko Moriconi im Jahr 2022 in sozialen Netzwerken veröffentlicht hatte. Darin schrieb er: „Es ist schlimm zu denken, dass ein Vater dich lieber tot als schwul sehen würde.“ Die Ermittler haben bislang nicht bestätigt, dass die sexuelle Orientierung des Sohnes das Motiv für die Tat gewesen sein könnte. Diese Spur werde jedoch geprüft. Der Europaabgeordnete Alessandro Zan von der Demokratischen Partei (PD) forderte, „die Umstände vollständig aufzuklären“.

Nach ersten Erkenntnissen soll sich die Mutter auf die Seite ihres Sohnes gestellt haben. Mehrere Angehörige und Nachbarn berichteten von zunehmenden Spannungen innerhalb der Familie aufgrund der Homosexualität des Sohnes. Der Schwager des Tatverdächtigen, Giovanni Mallegni, erklärte, in der Familie habe man Moriconi „das Leben schwer gemacht“. Er beschrieb ihn als „einen gutmütigen Menschen“, der jedoch „nicht mehr konnte“. In dem Haus sei viel geschrien worden. Seine Schwester habe zudem die Sorge geäußert, dass „Piero etwas Schlimmes anstellen könnte“. Besondere Aufmerksamkeit erhielt zudem ein letzter Social-Media-Beitrag von Mirko Moriconi. Drei Tage vor seinem Tod veröffentlichte er ein Video, in dem er einen von Diego Mecchi verfassten Text vorlas. Der Beitrag war seiner Mutter gewidmet.

Entsetzen in der Toskana 

Mirko Moriconi, Jahrgang 2002, galt als musikbegeistert und hatte eine enge Beziehung zu seiner Mutter, die er als „seine beste Freundin“ bezeichnete. In sozialen Netzwerken verwendete er den Nachnamen seiner Mutter und nannte sich Michelangelo Andreoni. Gleichzeitig trug er den Namen seines Vaters als Tätowierung auf dem Arm. Er veröffentlichte eigene Musikstücke im Internet und hatte vor einigen Jahren an einem Casting für die italienische Talentshow „Amici“ teilnehmen wollen.

Die Nachricht von der Tat löste in Camaiore große Bestürzung aus. Bürgermeister Marcello Pierucci ordnete Staatstrauer für die Gemeinde an und kündigte eine Schweigeminute während einer Gemeinderatssitzung an. „Dieser Vorfall erschüttert die Gemeinschaft von Camaiore zutiefst“, erklärte er. „Es ist schwer, die Hintergründe dieser Tat zu verstehen. Heute stehen wir einer Familie und Angehörigen bei, die einen derart dramatischen Tag erleben.“ 

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